Frage von Clownsbury, 26

Auf Kriegsfuß mit der Gesellschaft?

Hallo Leute!

Vielleicht kann mir jemand helfen. Ich stehe sozusagen mit der Gesellschaft auf Kriegsfuß. Ich weiß, das ich nicht immer so weitermachen kann, deswegen suche ich Rat.

Ich bin mit einer super Erziehung aufgewachsen, habe Abi gemacht und studiere.

Seit einigen Jahren läuft aber vieles aus dem Ruder, was meine sozialen Kompetenzen betrifft.

Ich war noch nie ein Gruppenmensch, aber ich erkenne mich mittlerweile kaum wieder.

Alles, was mit Knigge oder sozialen Normen zutun hat, boykottiere ich absichtlich.

Wenn mir ein Geschenk nicht gefällt, täusche ich keine Freude vor, sondern frage "Hast du das etwa im Müll gefunden oder wo hast du den Dreck her?.

Wenn mich alte Leute nerven, beispielsweise, wenn sie im Supermarkt den Weg blockieren, sage ich ihnen, dass sie bestimmt nicht mehr lange leben werden, und ob sie sich schon auf ihr baldiges Ende vorbereiten.

Oder ich frage Dinge wie "Wissen sie schon, was mal auf ihrem Grabstein stehen soll?.

Ich bin sehr empathisch und helfe wo ich kann, aber seit meiner Jugend kann ich nicht mehr mit Menschen.

Meine Freunde sind mir heilig, aber alle anderen behandele ich wie das Letzte.

Ich kann keinen Tag überleben ohne zu provozieren, zu verarschen.

Als ich noch zuhause wohnte hatten meine Eltern immer Angst davor, mich auf Geburtstagsfeiern der Familie mitzunehmen, weil ich die ganze Feier ruiniert habe.

Ich habe keine Störung oder sowas, natürlich weiß ich was man soll und was nicht, und auch warum. Aber mich nervt dieses scheinheilige Getue an Weihnachten, an Geburtstagen oder sonst was. An Weihnachten tue ich alles, um das Fest kaputt zu machen, und wenn ich den Weihnachtsbaum mit Graffitti schwarz färbe.

An Geburtstagen gratuliere ich nicht zu Jahren sondern Alles gute zu deiner 15. 000. Lebenssekunde. Fühlst dich als was besonderes, was?

Ich rebelliere zwanghaft gegen jede Norm, rede mit größtem Vergnügen über Tabuthemen.

Bei Familienessen in 5-Sterne-Restaurants, in denen alle nur Anzug und Krawatte tragen, komme ich absichtlich in zerissenen Jeans und anzüglichen Shirts, nur um anzuecken.

Ich bringe Leute liebend gern in Verlegenheit und verwirre sie. Ich bin gerne respektlos und aufmüpfig. Am liebsten sind mir Autoritätspersonen, unsichere Menschen noch weiter zu verunsichern ist ja langweilig.

Auf der anderen Seite allerdings liebe ich meine Freundin, würde für sie und andere Freunde alles tun. Braucht jemand Hilfe, habe ich Zivilcourage. Helfe Alten über die Straße.

Es braucht oft nur einen Funken, um durchzudrehen.

Weiß jemand Rat? Woran das liegen könnte? Und wie ich wieder "Normal" werde?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Micromanson, 13

Hallo Clownsbury.

Das ist eine Phase, die wohl jeder durchmacht. Die einen ganz extrem, die anderen kaum wahrnehmbar.

Wahrscheinlich sind private Probleme einfach der Grund, warum Du starke unterdrückte Wut aufgestaut hast.

Angst vor Nähe und Verletzlichkeit ist bestimmt stark ausgeprägt bei Dir....

Du bist menschlich, aber das zu zeigen, erfordert einen Grad an Offenheit, den Du nicht zu haben scheinst.

Dass Du Dir darüber Gedanken machst, ist doch schonmal was wert.

Ich halte den Grad an Verlogenheit in der Gesellschaft auch für das Letzte.

Bist also nicht allein.

Halte die Ohren steif, LG.

Antwort
von Marco350, 11

Das hört sich nach einer Persönlichkeits Spaltung an. Einerseits beleidigst du ältere Menschen anderseits hilfst du ihnen über die Straße. Im Alter wird man ruhiger. Versetzt dich mal in ihre Lage. Vielleicht steht irgendwann ein junger Bengel hinter dir und stellt solche Fragen. Krawatten trage ich auch nicht und in ein 5 Sterne lokal kriegen mich keine 10 Pferde. Ruhig bleiben und runter fahren, das was du sagen willst nur denken. Jeder eckt mal an das ist ganz normal. Behandel die anderen so wie du behandelt werden möchtest . Da du das Problem ja schon erkannt hast versuch Mister hyde nicht so oft frei rumlaufen zu lassen. 

Antwort
von Aslanxx, 17

Und weißt du was mich aufregt?. Dieser zwanghafte Drang von so vielen, ja nicht ins Bild rein zu passen. Bloß individuell und sche... bleiben, weil es ja so schwer ist ein falsches Lächeln aufzusetzen, um in bestimmten Situationen wie bei Annahme eines Geschenkes, den anderen glücklich zu machen. Oh mein Gott bloß nicht so sein wie die anderen. Ganz großes Problem in unserer Gesellschaft. Aber dich wird niemand ändern können. Kurz und knapp? Du bist und wirst sche... bleiben. Denn deinen Charakter wird niemand ändern können. Ich finde, Respekt und Höflichkeit sind eh eine Sache von starken Menschen.

Kommentar von Micromanson ,

Du sagst es aber selbst. Man setzt ein falsches Lächeln auf. Ist es nicht besser ehrlich zu sein, als ein Teil dieser verlogenen Gesellschaft zu sein?
Ich meine, jeder hat seine Art, aber ist es nicht ein Zeichen eines guten Charakters, wenn er sich wenigstens Gedanken macht und sich ändern will?

Kommentar von Aslanxx ,

Man kann auch anders ehrlich sein. So wie du das machst ist das nichts als unverschämt. Klar ist das gut. Aber dir ist in dem Moment, in dem du dich so verhälst ja bewusst dass dss behindert ist. Wieso brichst du nicht direkt ab? Entschuldigst dich, oder versuchst die Sache zu retten. Gedanken hin oder her, nur darüber nachzudenken bringt nichts. Lass lieber Taten sprechen. Oder du hälst dich aus solchen Situationen komplett raus, und gehst ihnen auch komplett aus dem Weg, dabei hörst du wenigstens auf Menschen zu verletzen.

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