Frage von fiva23, 89

Auf Kleinanzeigen überwiesen, Artikel nicht angekommen Rechtslage?

Habe einen Artikel zugesagt bekommen , wir haben einen Versand zu mir ausgemacht nachdem ich überweise. Ich hab dies getan, nun meldet sich der Verkäufer nichtmehr. Nun setze ich ihn eine Frist und werde dann ggf. eine Anzeige erstatten.

Nun meine Frage: Was kann die Polizei höchstens für mich tun? Was hat sie für Möglichkeiten? Ich nehme an höchstens ermitteln wer die Person ist.
Ich muss ihm wahrscheinlich nachweisen können dass er Schuld ist

Diese wird behaupten den Artikel losgeschickt zu haben und da kein versicherter Versand vereinbart wurde kann ich da nichts gegen tun wahrscheinlich.

Bitte keine eigenen Vermutungen oder Vorwürfe ich weiß das war unvorsichtig , aber der Betrag bricht mir nicht die Beine und der hat das raffiniert eingefädelt.

Antwort
von TheGrow, 27

Hallo fiva23,

hier musst Du zwei Sachen voneinander Trennen.

  1. Strafrecht: Im Strafrecht geht es darum, dass Jemand für eine Straftat zu einer Strafe verurteilt wird. Hierfür ist die Polizei und letztendlich die Staatsanwaltschaft und der Richter da.
  2. Zivilrecht: Im Zivilrecht geht es um die Durchsetzung, Deiner Ansprüche, sprich dass Dir die Ware zugesendet wird oder dir Der Kaufpreis erstattet wird. Hierfür ist aber nicht die Polizei zuständig, sondern Du müssest den Verkäufer verklagen.

In Frage würde folgender Straftatbestand kommen:

Allerding müsste man ihn hier nachweisen, dass er die Ware nicht versendet hat, was schwer, wenn nicht unmöglich ist, denn für den unversicherten Versand erhält man vom Transportunternehmen keine Bescheinigung.

Im Zivilrecht sieht die Beweislast genau anders rum aus.

Das Gesetz sagt dazu folgendes:

***************************************************************************************

§ 447 BGB -  Gefahrübergang beim Versendungskauf

(1) Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat.

(2) Hat der Käufer eine besondere Anweisung über die Art der Versendung erteilt und weicht der Verkäufer ohne dringenden Grund von der Anweisung ab, so ist der Verkäufer dem Käufer für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich.

***************************************************************************************

Hier ist der Verkäufer in der Beweispflicht. Der Verkäufer muss Dir den Beweis erbringen, dass er die Ware an ein Versandunternehmen übergeben hat.

Kann er das nicht, muss er Dir Ersatz liefern oder Dir den Kaufpreis zurückerstatten.

Aber wie gesagt. Wenn er:

  • weder nachweisen kann, dass er die Ware an das Transportunternehmen übergeben hat,
  • noch bereit ist Dir den Kaufpreis zu erstatten,
  • noch bereit ist Dir Ersatz zu zuschicken

kannst Du ihn zivilrechtlich auf Erfüllung des Kaufvertrages verklagen. Aber die Polizei hat mit der zivilrechtlichen Durchsetzung Deiner Ansprüche nichts zu tun.

Eine Anzeige wegen Betruges, bringt Dir nichts in Hinblick auf Durchsetzung Deiner Ansprüche, sondern nur das er für die Tat bestraft wird, insofern ihn der Betrug nachgewiesen wird. Von der Strafe hast Du aber außer einer Genugtuung nichts.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von fiva23 ,

Wenn ich das richtig verstanden habe würde also nur das Zivilrecht infrage kommen. Da ist die Beweislast andersrum schreibst du , aber er muss trotzdem nichts nachweisen können da kein versicherter Versand vereinbart wurde

Kommentar von TheGrow ,

Auch wenn der unversicherte Versand vereinbart wurde, so ist er (der Verkäufer) in der Beweispflicht, dass die Ware an ein Transportunternehmen übergeben wurde.

Der Verkäufer trägt das Risiko bis zu dem Zeitpunkt, an dem er die Ware nachweislich an ein Transportunternehmen übergeben hat.

Erst wenn die Ware nachweislich an ein Transportunternehmen übergeben wurde, trägt der Käufer das Risiko, wenn die Ware auf dem Transportweg verloren geht.

Kannst Du ja mal den folgenden Link durchlesen:

http://www.frag-einen-anwalt.de/Versandrisiko-bei-Kaeufer-oder-Verkaeuferebay-KL...

Dort hat sich der Rechtsanwalt Jan Wilking genau zu dieser Problematik, dass der Verkäufer die Übergabe an das Versandunternehmen nachweisen muss, geäußert.

Derjenige der hier meine Antwort mit einem Pfeil nach unten bewertet hat, versteht offensichtlich nicht, was der Paragraph 447 BGB aussagt.

Antwort
von Calioniel, 46

Der Verkäufer haftet. Und mir wäre es egal ob es 5 oder 50 Euro sind, ich würde damit zur Polizei. Da geht es ums Prinzip, das ist schließlich Betrug. Am besten den Chat aufheben und eventuell auch an Kleinanzeigen wenden, damit der Nutzer gesperrt wird und nicht weiter machen kann mit der Masche.

Kommentar von Calioniel ,

Und durch die Bankdaten, die du ja haben müsstest, ist die Person übrigens schnell gefunden.

Kommentar von JackpotJacks ,

Der Verkäufer haftet für gar nichts.

Kommentar von fiva23 ,

Ich glaube bei privat haftet der Verkäufer nicht in dem Sinne

Antwort
von catweasel66, 39

darf man fragen um wieviel es geht?

danach richtet sich vielleicht auch der aufwand den man betreiben sollte dann

Antwort
von Carlystern, 10

Die Polizei kann da nichts tun. Du bist selber schuld.  Nutze die Kleinanzeigen wie vorgesehen dann passiert sowas nicht.

Antwort
von latricolore, 28

Jo, setze ihm auch noch eine Frist, so kann er in aller Ruhe das Konto leerräumen und schließen.

Du hast außer dieser Kontonummer, die es sehr wahrscheinlich bald nicht mehr gibt, nix in der Hand.
Wenn es sich um einen Betrüger handelt, und das scheint der Fall zu sein, können alle Infos von ihm falsch sein.

Um welche Summe handelt es sich?
Hat er noch andere Artikel eingestellt?
Wie habt ihr kommuniziert - hast du etwas oder vielleicht sogar alles gespeichert?

Antwort
von SirPanamera, 42

für 10 Euro lohnt sich der Aufwand ja nicht, du hast keine Kontakt Daten der Person? Name, Adresse etc.? Wenn du einen Vertrag hättest, den kann man ja heutzutage Einscannen usw dann wäre das einfacher rechtlich gesehen

Kommentar von fiva23 ,

wie kommst du auf diese 10 euro?

ein vertrag ist zustande gekommen das ist aber nicht die frage

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