jedoch ihn nicht runterläd , eben nur anschaut, ist es legal?
Das ist rechtlich umstritten - also "Grauzone". Aber gehen wir ruhig davon aus, daß ein möglicher Richter der Meinung ist, daß es, genau wie ein Download, verboten sei:
Oder kann dadurch auch die Polizei vor meiner Tür stehen wenn ich ihn nur angechaut habe?
Och, die Polizei kann wg. allem Möglichen vor deiner Tür stehen - die halten sich leider nicht immer an Vorschriften oder Gesetze. :-(
Falls sie aber wg. des Streamings (oder auch wg. eines Download) vor deiner Tür stünden, dann wäre das ärgerlich, aber rechtlich nicht OK (also: sehr, sehr unwahrscheinlich).
Warum?
Du begehst einen kleinen Rechtsverstoß, und die Verletzung deiner Privatspäre durch die Polizei stünde dazu in keinem Verhältnis! Die "Unverletzlichkeit der Wohnung" ist ein Grundgesetzartikel und hat eine sehr hohen Rang!
Mittlerweile hat das höchste deutsche Gericht ein Grundsatzurteil gefällt, daß ein Urheberrechtsverstoß durch illegalen Konsum viel zu unbedeutend ist, um das Verfassungsgut der geschützten Wohnung dafür auszuhebeln!
Etwas anderes ist es, wenn Du selber Raubkopien anbietest/verteilst. Und wenn man sich Filme/Musik via Filesharing zieht, dann wird (i.d.R.) ja auch nicht nur gezogen, sondern Du verteilst auch (selbst wenn dir das gar nicht bewußt sein sollte).
Wenn Du Filme hingegen streamst (oder via Filehoster wie Rapidshare & Co. downloadest), dann bist Du nur passiver Nutzer, und verteilst dabei selbst keine Raubkopien - also: keine Polizei vor der Tür.
Davon abgesehen: Die Filehoster speichern die IP-Adresse nicht (dauerhaft) - natürlich nicht, denn wenn sie die rausgeben könnten/würden, dann würde das ihr Geschäftsmodell bedrohen. Ein Filehoster der das macht, könnte seinen Laden sofort dichtmachen (auch hier: das gilt nicht für diejenigen, die Filme bei einem Filehoster uploaden - deren IP-Adresse wird gespeichert und auch an die Polizei ggf. rausgegeben).
Nichts gegen dich, aber Du machst es dir zu einfach.
Bzw. Du argumentierst logisch innerhalb einer "nicht-rechtlichen Logik". Recht hat aber eine andere Logik, die auf einer weitaus größeren Wissenbasis aufbaut (ist ja aus gutem Grund ein Jura-Studium und keine "Jura-Lehre").
Warum?
Nun, die Unterschiede zw. "Download" und "Streaming" ("Cache-Problematik") habe ich an anderer Stelle im Thread erklärt.
Warum prinzipiell noch?
Verteilung von Resourcen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, und das kann nicht mit "meins ist meins und damit basta" beantwortet werden - jedenfalls nicht in unserem Gesellschaftsssystem.
Es gibt da u.a. 2 Grundgesetzartikel von entsprechend großer Bedeutung:
Artikel 5, Absatz 1: "Jeder hat das Recht, (...) sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten"
Artikel 14 Absatz 2: "Eigentum verpflichtet"
Das beinhaltet den gesellschaftspolitische Wunsch nach Verbreitung von Kultur (wie wichtig dies ist, zeigen unter anderem nicht nur die Bibliotheken, sondern zum Beispiel auch die hervorragende Medienkomödie "Pleasantville").
Das Urheberrecht ist ein sog. "absolutes Recht". Und wie jedes "absolute Recht", hat der Gesetzgeber hier "Schranken" auferlegt, um es damit eben mit durchaus konkurrierenden anderen, eben auch grundgesetzlichen Rechten in Einklang zu bringen.
Bis zur letzten UrhG-Reform wäre z.B. auch der kostenlose Download von Filmen zu privaten Zwecken durchaus legal gewesen. Ebenso das sonstige Kopieren von Filmen und Musik für private Zwecke.
Und selbst heute noch, wird dich niemand verfolgen, wenn Du eine private Kopie einer Film-DVD oder Musik-CD machst. Ganz egal, ob dir die Vorlage selbst gehört, oder der Stadtbücherei, oder der Videothek, oder deinem Schwippschwager 50. Ordnung. ;-)
Wo also genau die Grenze ist, was legal, was illegal ist, was verfolgt und was nicht verfolgt wird, ist jederzeit änderbar.
Aus gutem Grund.
Und wenn das Kino-Besitzern und DVD-Herstellern nicht paßt (und die aktuelle Rechtslage gefällt ihnen überhaupt nicht), dann müssen sie ihre Produkte halt so attraktiv machen, daß sie trotz der existierenden Schranken ihren Umsatz machen!
So war es, so ist es, so wird es sein. Weil unsere Gesellschaft nunmal aus gutem Grund so gewollt ist, und hier kein "rücksichtsloser Manchester-Kapitalismus" gilt ...