Diesen Text habe ich mal geschrieben:
Stille und Hoffnung
Gezeiten der Stille. Ja. Gezeiten gibt es auch im Rauschen der Gedanken: Es gibt Tage, da ist man sich ganz sicher, dass man alles schaffen kann, was man will. Aber am nächsten Tag fällt man direkt vom Bett durch den Fußboden, bis hinunter in den Keller, und da liegt man und weiß nicht mehr, wie die Welt funktioniert. Irgendwann steht man auf und humpelt zurück in das unruhig knarzende Zeitgefüge, aber das heißt nicht so, weil man sagen kann „Zeit – gefüge dich!“ und alles ist wieder gut. Das heißt nur so, weil es keinen anderen Namen hat. Und wenn es einen gäbe, dann wäre es weder deiner noch meiner. Und das, was ich weiß, dass wisst ihr wahrscheinlich alle: Es wird leichter, ganz bestimmt. Es wird besser, auf jeden Fall. Aber es geht niemals vorbei. Diese Stille wird sich verändern. Mit etwas Glück wird es blasser und vielleicht wird es sogar hin und wieder durchsichtig und gewährt uns einen fast vollkommenen Blick auf die Schönheit unserer unantastbaren Gedanken. Aber es wird immer da sein. Diese wankelmütige Leere . Es wird sich niemals von uns verabschieden, es wird niemals einfach so verschwinden.
Und wer weiß, vielleicht finden wir uns doch noch irgendwann. Oder wir finden unsere Stimme und schreien unsere Meinung in die Welt. Alle, die uns anschließend nicht hassen, lieben uns irgendwie.
Wer weiß.
Was auch immer wir tun.
Es wird ausreichen, solange wir nicht aufgeben. Es wird weiterreichen, solange wir uns bemühen. Und solange wir versuchen irgendwo anzukommen, sind wir unterwegs. Und nicht am Ende.
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