Frage von Rotesschaefchen, 66

Auf der Suche nach der versteckten Geschichte?

Hallo alle miteinander. Seit einigen Wochen schon spukt mir folgender Satz durch den Kopf: "Manchmal müssen wir tanzen. Tanzen auf nackten Füßen, auch wenn Glas uns umgibt." Ich würde diesen Satz gerne zur zentralen Essenz einer Kurzgeschichte machen und leider will es mir keine Geschichte einfallen, die als Rahmen dienen könnte. Für gewöhnlich steht bei meinen Texten nicht die Handlung im Vordergrund (wobei man natürlich ein gewisses Maß davon immer braucht), sondern stärker die Gedanken Welt der Figuren. Auch haben meine Texte oft einen kritischen oder philosophischen Charakter (sind jedoch mehr beobachtend als belehrend). Ich würde mich aber auch über Ideen freuen die stilistisch in eine andere Richtigen gehen. Also wenn ihr eine Idee habt was für eine Kurzgeschichte man inhaltlich zu diesem Satz schreiben könnte würde ich mich sehr freuen. Ich brauche keine Details sonder nur einen ganz groben Plot. Eine Idee um anfangen zu können.

Vielen Dank!

Antwort
von berkersheim, 14

Was in der zu schildernden Situation zum Ausdruck kommen sollte:

1) Manchmal müssen wir tanzen: Ausweglosigkeit, Improvisation als Lösung,

2) Tanzen auf nackten Füßen: Verletzlichkeit, Risiko, Ungeschütztsein

3) wenn Glas uns umgibt: Bedrohung, Gefahr, Anspannung

Der Anfang der Geschichte zieht so einiges nach sich. Z.B. ob Du Geschichte mit einer gescheiterten Person beginnen lässt, die noch immer nicht aus der Gefahrenzone ist. Jetzt kommt es auf die innere Einstellung an (tanzen!), wie sie damti umgeht, ob sie z.B. sich einer anderen Person anvertraut (evtl. jemand, der selbst eher zu den Gescheiterten gehört und mit dieser Situation umgehen kann.) Da ist jetzt Deine Fantasie gefragt.

Antwort
von HerrDegen, 39

Dieses "...auch wenn Glas uns umgibt" ist etwas uneindeutig.

Den Satz verstehe ich so, dass man ohne sich zurückzuhalten/zu schonen (nackte Füße) "sein Ding macht" (Tanzen), trotz widriger Umstände (Glas).

Aber mit dem Glas sollen ja wohl Scherben gemeint sein, wegen dem gedanklichen Bild nackte Füße - Glasscherben.

Bei Glas, das einen "umgibt" denke ich jetzt weniger an einen Haufen Scherben, sondern mehr an einen Glaskasten/Vitrine. Aber vielleicht ist das auch nur mein Empfinden.

Kommentar von Rotesschaefchen ,

Gut, dass stimmt wohl. Das sind Sachen die man im Nachhinein bearbeiten muss. Aber vielleicht kommen ja auch zu glaskästen intessante Ideen. ;)

Kommentar von HerrDegen ,

Dann verändert sich aber die Metapher. Betont man Scherben, ist sie eindeutiger in die Richtung, wie ich es verstanden habe. Betont man den Glaskasten als Symbol für Einschränkung/Zwang, dann sind die nackten Füße weniger ein Symbol für schonungsloses Vorangehen, sondern eher für Verletzlichkeit/Bloßstellung, oder?

Kommentar von Rotesschaefchen ,

Schon, aber ich hab mich da nicht unbedingt festgelegt. Dieser Satz war da und wartet nun noch darauf interpretiert zu werden. Ich fände beide Metaphern intessant. Wenn man sich mit der Geschichte dann festgelegt hat, kann man den Satz anpassen.

Antwort
von Lucisheilia, 1

Ich weiß, es hört sich kitschig an, aber wie wäre es mit einer unglücklichen Liebesgeschichte zweier Menschen, die sich, egal wie sie sich anstrengen, nicht erreichen können (gesellschaftliche Umstände, vielleicht "verbotene" Liebe - Homosexualität, die durch die Religion verboten wird oder Lolita-Komplex o.Ä.) mit einem gemeinsamen Ende (fröhlich oder dramatisch?), in dem du dann den Satz anbringen kannst?

Ist meine erste Assoziation gewesen ^^

Und ich denke, gerade bei solchen Geschichten kann man wunderbar in der Gefühlswelt der Charaktere versinken und auch gut Gesellschaftskritik ausüben.

LG

Antwort
von piadina, 43

Mir fällt zu Deinem zentralen Statement nur ein weiteres ein: gute Mine zum bösen Spiel machen.

Ich meine, dass wir oft im Leben Dinge/Situationen hinnehmen müssen, die wir uns nicht wirklich bewußt selbst ausgesucht haben.

Antwort
von Schuettelbier, 13

Ein reicher Psychopath lässt Frauen entführen, um sie in seiner Villa zu perversen Sachen zu zwingen...

Antwort
von Flimmervielfalt, 25

Wofür steht der Satz? Bewusst eine Dummheit begehen? Sich bewusst in Gefahr begeben? Kann ja auch durchaus für die altruistische Handlungsweise eines Philantropen stehen. "8 Milliarden Euro. Der ultimative Lotto-Jackpot. Mein Leben und das meiner Nachkommen war abgesichert auf Jahrhunderte im Voraus. Nur leider waren mir Vaterfreuden verwehrt geblieben. Also schickte ich mich an, das Volk Nordkoreas aus den Händen der Diktatur zu befreien...Manchmal müssen wir tanzen, obwohl uns Glas umgibt."

Kommentar von Rotesschaefchen ,

Noch ist er gar nicht "gemeint". Ich weiß noch nicht welche Aussage ich mit dem Satz treffen will (wahrscheinlich eine Ursache dafür, warum ich keine Geschichte finde).  Solange bin ich für jede Interpretation offen. Die Variante des Philantropen ist schon irgendwie reizvoll. Den Gedanken hatte ich selbst zum Beispiel noch gar nicht.

Kommentar von Flimmervielfalt ,

Kann auch wahlweise ein Märtyrer sein. ;)

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