Frage von ANNODEMIN, 86

Auf dem Konto liegt seit 2009 eine Pfändung über Mietschulden (1.050€), zählt hier die Verjährungsfrist trotzdem?

Antwort
von Interesierter, 12

Im Prinzip ja. Nur, handelt es sich, wenn es um eine Pfändung geht, um einen vollstreckbaren Titel, welcher eine Verjährungsfrist von 30 Jahren hat. Das heisst, die Forderung würde erst 2039 verjähren.

Die normale Verjährungsfrist kommt hier nicht zur Anwendung.

Ausserdem verjähren Ansprüche nicht selbstständig. Vielmehr hat der Schuldner nach Ablauf der Verjährungsfrist die Möglichkeit der "Einrede der Verjährung". Das heisst, der Anspruch wird erst dann nicht durchsetzbar, wenn der Schuldner die Einrede erhebt. Erhebt er sie nicht, muss er auch nach Ablauf der Verjährungsfrist zahlen.

Antwort
von kevin1905, 34

Wir haben noch nicht 2040.

Dann nämlich wäre der Titel verjährt, sofern es bis dahin keine Vollstreckungsversuche gab. Bei jedem Versuch fangen die 30 Jahre von vorne an.

Verwirkung bedarf auch neben eines Zeitmoments eines Umstandsmoments.

Antwort
von BS3BM, 16

Bei erfolgter Pfändung liegt ein Titel vor. Der verjährt nach 30 Jahren, sofern nicht in der Zwischenzeit versucht wurde, die Forderung einzutreiben. Was allerdings in kürzerer Zeit verjähren kann sind die Zinsen die man auf die Hauptforderung bezahlen muss. Damit diese Forderung nicht verjährt, kann man sich diese beim Gericht immer wieder vor Verjährungsfrist in der aufgelaufenen Höhe festsetzen lassen. So erlangt man für diese Zinsen wiederum einen Titel, der 30 Jahre gilt. Viele wissen das leider nicht.  Es ist aber so, dass sämtliche Kosten, die mit einer Zwangsvollstreckung (Gerichtsvollzieher, Adressen herausfinden etc.) zusammenhängen, zuerst einmal vom Gläuber vorzustrecken sind, auch wenn sie dann zur Hauptforderung dazugezählt werden.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 42

Ein rechtskräftiger Titel gilt 30 Jahre lang und kann sogar vererbt werden.

Also nix mit Verjährung.

Kommentar von Zanora ,

Hatte sowas Gott sei Dank noch nie!! Aber das mit dem vererben ist schon heftig. Da hat man doch bestimmt auch Probleme bei net Bonitätsprüfung oder?! Und wenn das dann auf die Kinder geht haben die ja mega Probleme wenn se mal nen Vertrag abschließen wollen und nix dafür können! Wenn das so ist kann man nix tun aber das ist schon übelst 😯

Kommentar von kevin1905 ,

Ein Erbe kann man 6 Wochen nach Kenntnisnahme ausschlagen. Tut man dies, erbt letztinstanzlich der Staat alles Vermögen und die Schulden.

Ob man das Erbe annimmt, hängt immer von der Erbmasse ab. Übersteigen die Schulden die Vermögenswerte, sollte man ausschlagen.

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 52

Die Pfändung von Mietschulden in das Konto ist nur aufgrund eines rechtskräftigen Titels möglich, also z.B. einem Urteil oder einem Vollstreckungsbescheid. Eines von beiden dürfte in Deinem Fall vorliegen.

Gem. § 197 Abs. 1 Nr. 3 BGB gilt in diesem Fall eine 30-jährige Verjährungsfrist. Der Beginn der Verjährungsfrist ist gem. § 201 BGB mit der Rechtskraft des Urteils. Damit läuft die Verjährungsfrist wohl im Jahr 2039 ab. Bis dahin kann der Gläubiger weiter vollstrecken.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 33

Warum wird hier Verjährung vermutet? Wer ist der Gläubiger, ein gewerblicher oder kommunaler Vermieter? Ist der Schuldner ein gewerblicher Mieter? Wer ist Kontoinhaber, der Schuldner? Hast du ein Erbe mit diesem belasteten Konto angetreten oder willst du es antreten?

Antwort
von schelm1, 40

Ja, auch hier kann die titulierte Forderung nach 30 Jahren verjähren!

Antwort
von Jewi14, 57

Ja, die Verjährung gilt auch hier. Allerdings wenn du von Pfändung schreibst, dürfte eine sogenannt titulierte Forderung vorliegen und da beträgt die Verjährung 30 Jahre. Wahrscheinlich denkst du, sie wäre in dem Fall nur 3 Jahre

Antwort
von Marshall7, 6

Ja nach 30 Jahren und dann gehts auch wieder von vorne an.Also besser du versuchst die Schulden zu tilgen.

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