Frage von Zischelmann, 37

Auf dem Friedhof die Verstorbenen zum Gottesdienst einladen-ist dies NUR in der Neuapostolischen Kirche üblich?

In der Neuapostolischen Kirche wurde stets auf den Friedhöfen die Verstorbenen zum Gottesdienst eingeladen (Deren Seelen) Und es wurden dann in der Kirchenzeitschrift Berichte geschrieben das "viele Seelen kamen und gehört wurden"

Auch Kinder taten dies-vorwiegend an Kindergräbern. Meine Fragen: 1.) Ist das NUR in der Neuapostolischen Kirche üblich? 2.) Ist dies wirklich eher spiritistisch als christlich wie manche meinen? Was meint Ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NAKnordost, 15

Hallo Zischelmann,

dies ist in der Neuapostolischen Kirche nicht üblich. Wenn Kirchenmitglieder Friedhöfe besuchen, dann um der Verstorbenen zu gedenken und für sie zu beten.

Solche Friedhofsbesuche sind aber i.d.R. ganz persönliche Anliegen Einzelner. Ich bin nun seit 32 Jahren neuapostolisch und habe einen Friedhofsbesuch erst einmal kirchlich angeboten bekommen.

Üblich dagegen sind in der Neuapostolischen Kirche Gottesdienste zum Gedenken an die Entschlafenen. Diese finden dreimal im Jahr statt, immer am ersten Sonntag im März, Juli und November.

Liebe Grüße

Björn, Sprecher der Neuapostolischen Kirche Norddeutschland

Kommentar von Zischelmann ,

Hallo Björn; da ich auch neuapostolisch bin hat mich das gewundert das Du schreibst diese Art von Einladungen sind nicht üblich. Da früher oftmals Berichte im Guten Hirten oder auch in der Unseren Familie waren wo Kinder mit der Oma auf dem Friedhof waren und von dort aus zu den Gräbern der Verstorbenen sprachen: "Kommt ;wir laden Euch ein am Sonntag zum Entschlafenengottesdienst"

In einem Bericht aus den 60-er Jahren(also zu Lebzeiten des damaligen Stammapostel Bischoffs wurde sogar berichtet das die Gemeinde(welche damals in einem Wohnhaus den GD hatte) "schwere Schritte hörte" welche die Treppe heraufkamen(das waren die Seelen der Verstorbenen hieß es die eingeladen wurden.

Es kann sein,das heute dies nicht mehr so verbreitet wird in den NAK-Zeitschriften habe ich den Eindruck

Kommentar von NAKnordost ,

Hallo Zischelmann,

mit deiner Vermutung hast du Recht: In den heutigen Publikationen der Neuapostolischen Kirche liest man von derartigen Erlebnissen nicht (mehr).

Doch nicht nur die Veröffentlichungen darüber gehören der Vergangenheit an, sondern die Praxis selbst. Ein diesbezügliches kirchliches Angebot, was ich bekomme habe, liegt nun schon mehr als 20 Jahre zurück. An sind Stelle sind beispielsweise Andachten getreten, einige konkret zur Vorbereitung auf einen sogenannten Entschlafenen-Gottesdienst (= Gottesdienst, in dem besonders der Entschlafenen gedacht wird).

Doch ob es der Friedhofsbesuch "damaliger Zeit" war, die Andacht heute oder der Entschlafenen-Gottesdienst damals wie heute: Im Zentrum steht nicht eine etwaige eigene Trauerbewältigung, sondern der Glaube, dass auch Verstorbene Heil in Christus erlangen können. Dies war sicher auch damals der Gedanke derer, die Einladungen an verstorbenen Seelen auf Friedhöfen ausgesprochen haben (wenn auch möglicherweise anders, vielleicht zum Teil sogar falsch formuliert).

Zur "Heilsvermittlung an Verstorbene" sagt der Katechismus der Neuapostolischen Kirche unter anderem:

"Jesus Christus ist Herr über Tote und Lebende; sein Evangelium gilt
beiden gleichermaßen. Es liegt im Willen Gottes, dass allen Menschen geholfen wird (1Tim 2,4-6; Joh 3,16), das heißt, Gottes Heilswille ist universal. Zuwendung von Heil geschieht durch die Predigt, die Vergebung der Sünden und die Sakramente. Dies alles ist auch den Entschlafenen zugedacht. Für sie gilt wie für die Lebenden, dass der Glaube an Jesus Christus unerlässlich zur Erlangung des Heils ist. Die Erlösung geschieht einzig durch Jesus Christus.

Den Auftrag Jesu, das Evangelium zu verkündigen, die Sünden zu vergeben und die Sakramente zu spenden, erfüllen die Apostel an Lebenden wie an Toten. Sie handeln an Christi statt und in seinem Namen. Wie Jesus Christus sein Opfer auf Erden brachte, so geschieht auch Heilsvermittlung durch die Apostel auf Erden. Da Sakramente stets eine sichtbare Seite haben, können sie auch nur im Bereich des Sichtbaren vollzogen werden. Die Wirkung der Sakramente als wesentliche Elemente der Heilsvermittlung ist für Lebende und Tote gleich."

Und an anderer Stelle heißt es:

"Bereits in der Gemeinde zu Korinth wurden Lebende für Tote getauft (1Kor 15,29). Diese Praxis setzt sich fort in den Gottesdiensten für

Entschlafene, die der Stammapostel und die Bezirksapostel durchführen: In ihnen empfangen zwei Amtsträger für die Verstorbenen die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung und das Heilige Abendmahl. Die Sakramente werden in der gleichen Weise vollzogen, wie dies ansonsten geschieht."

Liebe Grüße

Björn

Antwort
von dandy100, 22

Das ist eine neuapostolische Sitte - in den katholischen und evangelischen Kirchen betet man auch für die Verstorbenen, aber man lädt sie nicht auf dem Friedhof dazu ein: Man geht nämlich nicht davon aus, dass sie sich dort aufhalten, sondern in der Ewigkeit bei Gott - auf dem Friedhof liegt nur der tote Körper, den man aus Respekt vor dem Verstorbenen ehrt

Antwort
von Gestiefelte, 19

Bin evangelisch und habe noch nie davon gehört.

Bei uns ist Trauer-Andacht oder auch Gottesdienst, meist in der Kapelle. Dann geht man hinter dem Sarg her zum Grab, oder zum Auto, wenn es eine Urnenbestattung werden soll.

Danach gibts noch Kaffee und Kuchen oder so.

Kommentar von dandy100 ,

Der oder die Fragestellerin meinte -  glaube ich-  gar keine Beerdigung, sondern ganz allgemein eine Einladung aller Toten zum Gottesdienst - zumindest steht da nichts von einer Beerdigung

Kommentar von Gestiefelte ,

Ah. Dann hab ich davon noch weniger gehört.

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