Frage von smsn55, 76

Ist mein Arzt durch das Attest von der Schweigepflicht entbunden?

Hallo zusammen,

mein lehrer will aufgrund meiner konzentrationsschwäche eine ärztliche attest, damit ich einen Nachteilsausgleich bekomme. Nun ist meine frage, ob mein lehrer mein arzt anrufen darf, um mehr Informationen über mein Krankheitsbild einholen zu können für den nachteilsausgleich? Und ist mein arzt duch den attest von seine schweigepflicht entbunden ist? Darf er Informationen oder tipps(wie zum beispiel das ich 30 min länger in den klassenarbeiten brauche) weitergeben?

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Antwort
von Negreira, 47

Grunsätzlich ist es so, daß Du NIEMANDEM eine Schweigepflichtsentbindung zu geben brauchst, auch Deinem Lehrer nicht. Er kann das zwar wollen, Du bist dazu aber nicht verpflichtet, dafür haben wrin Datenschutzgesetz.

Du bist z. B. einer Behörde gegenüber auch nicht auskunftspflichtig, also gegenüner einem Sachbearbeiter. Nur dann, wenn Du durch eine Behörde zu einer ärztlichen Untersuchung vorgeladen wirst, solltest und kannst Du Krankheiten offen legen.

Allerdings mußt Du immer abwägen. Wenn es hier um Nachteilsausgleiche geht, gehe ich mal davon aus, daß Dein Lehrer Dir helfen will. Vermutlich wird er auch mit seinen Kollegen darüber sprechen, damit diese die gleichen Infos haben wie er, denn sonst müßtest Du ja jedem Lehrer eine weitere Schweigepflichtsentbindung geben.

Sprich doch mal mit Deinem Arzt. Diese Schweigepflichtsentbindungen kann man ja so und so formulieren. Es muß noch nicht einmal eine Diagnose drinstehen. Der Schüler "Max Meier" ist aufgrund diverser Erkrankungen nicht in der Lage, dem Unterricht zu folgen, z. B. sagt alles aus, es steht aber nichts drin. Außerdem wäre ein Gespräch mit dem Lehrer ratsam, in dem Du ihm Deine Befürchtungen schilderst, wie Du es hier auch getan hast. Lehrer waren, auch wenn man es kaum glaubt, selbst mal jung und verstehen Dich vemutlich sehr gut.

Alles Liebe und viel Erfolgt.

Kommentar von Negreira ,

Ach so, solltest Du eine Entbindung unterschreiben, beschränke sie schriftlich nur auf die in Rede stehende Krankheit, das kannst Du auf dem Formular. Nicht, daß da noch evtl. andere Einschränkungen aufgeführt werden, die Du dort nicht stehen haben willst.

Expertenantwort
von Schuhu, Community-Experte für Schule, 76

Ohne dein Einverständnis (oder das deiner Eltern, je nach Alter) darf der Arzt keine Informationen an den Lehrer geben. Wenn du allerdings den Nachteilsausgleich haben möchtest, muss der Lehrer Bescheid wissen. Wäge ab, was du willst: Dass der Arzt Informationen weitergeben darf oder dass dein Lehrer dir nicht glaubt, dass du benachtreiligt bist.

Kommentar von smsn55 ,

Ich bin volljährig, es geht mir darum, dass mein lehrer mehr infornationen über mein krankheitsbild mitbekommt. ich finde es unangenehm, wenn alle meine lehrer über meinen Krankheit bescheid wissen. Können sie mir auch vlt sagen wie es mit der nachteilsausgleich abläuft? Also was macheb die lehrer ect.

Vielen dank im voraus

Kommentar von Schuhu ,

Für den Nachteilsausgleich musst du ein Attest vorlegen. Darauf muss (wenn ich richtig informiert bin) eine Diagnose stehen. Es muss eine Krankheit genannt sein, die in deinem Bundesland als Behinderung anerkannt ist. Wenn dein Lehrer die Diagnose kennt, braucht er den Arzt nich anzurufen, um sich Informationen über die "Krankheit" zu beschaffen, denn er kann alles im Internet nachlesen.

Kommentar von EgonL ,

Schau bitte mal hier, vielleicht hilft dir das weiter:

http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVBW-2205-1-KM-1999...

Antwort
von Zomak, 65

Nein! Lehrer gehen deine Privatsphäre nicht an. Solange du einen Beweis deines Arztes hast, dass du diese Krankheit wirklich hast, darf er sich nicht darüber informieren, genau so wenig wie er dich nach deiner Krankheit fragen darf, wenn du krank warst!
LG

Antwort
von Royce, 70

Deinen Lehrer hat das nicht zu interessieren. Er ist nicht befugt ein offizielles Attest anzuzweifeln. Da kann er sich auf den Kopf stellen und mit den Zehen wackeln

Antwort
von EgonL, 57

Dein Arzt ist natürlich nicht von der Schweigepflicht entbunden, nur weil er ein Attest ausgestellt hat. 

Dazu müsstest Du deinen Arzt extra von der Schweigepflicht entbinden.

Dann würde auch festgelegt werden wen gegenüber Du ihn "entbindest".

Er könnte doch ein erweitertes Attest anfordern.

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