Hallo Heywood,
so einfach ist das leider nicht. Zwar sind die Abbaugebiete natürlich sowieso schon geschädigt, aber nicht in dem Maße, wie es der Atommüll zusätzlich tun würde. In den Erzen ist ja hauptsächlich schwach radioaktives Uran und Thorium, während der Atommüll auß hochradioaktivem Uran,Plutonium und weiteren Spaltungsprodukten besteht.
Radioaktivität ist also nicht gleich Radioaktivität, sondern unterscheidet sich zum Teil erheblich in Stärke und Lebensdauer. So gibt es beispielsweise sogar schwach radioaktive Schlüsselanhänger, welche im Dunkeln leuchten, in vielen Gimmickshops zu kaufen. Dem gegenüber stehen radioaktive Stoffe, deren Strahlung so hart und deren Halbwertszeit so lang ist, dass sie die betreffenden Gegenden für Äonen unbewohnbar machen.
Sinnvoll wäre es also nur, das Zeug so weit wie möglich abzureichern, bzw. gezielt in nicht radioaktive Stoffe umzuwandeln. Zweitere Möglichkeit wird aber aufgrund der Kosten bisher nicht umgesetzt.
Außerdem vergisst du auch den geopolitischen Aspekt: In solch armen Ländern ist die Korruption sehr hoch und möglicherweise gelangen dadurch die Materialien in die falschen Hände.
Schöne Grüße.
Stimmt schon. Aber was ist mit verseuchten Gebieten wie den amerikanischen atomsprengkörpertestgebieten, Tchernobil oder den Sowjietischen Atomtestgebieten (Kasachstan, wenn ich mich nicht irre). Dort könnte man es doch lagern, oder nicht?
Kurz und knapp: nein. Der radioaktive Fallout den Atomwaffen produzieren hat nur kurz- und mittelfristige Halbwertszeiten. Der größte Teil ist bereits nach ein paar Monaten verschwunden. Von dem Rest, der darüber hinaus existiert macht wiederum das bekannte Caesium-137 den Großteil aus, welches eine Halbwertszeit von ca. 30 Jahren hat. Das bedeutet im Endeffekt, dass nach nur 120 Jahren bereits mehr als 90% des Fallouts weg sind.
Der Kernbrennstoff hingegen hat Halbwertszeiten von mehreren zehntausend Jahren, was wiederum bedeutet, dass man ganz locker vom Hocker mit 100.000+ Jahren bis zum mehr oder weniger zufriedenstellendem Ergebnis rechnen kann. Darüber hinaus ist das Zeug ja bereits gespalten, was heißt, dass es als Material für eine Atombombe ( die man ja unterirdisch durchaus zünden könnte) nicht geeignet ist.
Vielen Dank.