Frage von MrKnife, 63

Atomkraftwerke Uran bald nicht mehr vorhanden?

Uran ist ja das zeug, das die Energie erzeugt. Ich hab in einem englischen Artikel gelesen, dass es uran bald nicht mehr geben wird. Ich habe in deutschen Artikel nichts darüber gefunden und wollte fragen ob das wirklich stimmt? Wenn ja, gibt es dann bald keine atomkraftwerke und wie wird dann Strom erzeugt?

Antwort
von heatherbeetle, 1

Naja, es gibt definitiv genug andere Wege Energie zu erzeugen. 

Alle Fossilen Energieträger haben nur noch begrenzte Reichweite https://www.kernenergie.ch/de/uran-und-radioaktivitaet/rohstoff-uran-vorkommen-a...

Aktuell reicht das Uran noch für ca. 60 Jahre. 

Mach dir mal Gedanken zu erneuerbaren Energien ;)

Antwort
von exxonvaldez, 40

So einfach ist das nicht.

Viele Spaltprodukte des Urans können ebenfalls für Brennstäbe verwendet werden. Wenn das Uuran wirklich alle ist hängt also wesentlich davon ab, wie gut es recycled wird.

Auch aus Plutonium kann man Energie gewinnen.

Übrigens gibt es sogar in der Asche von Kohlekraftwerken genug radioaktives Material um daraus Brennstäbe zu bauen.

Kommentar von mgausmann ,

Noch besser: Thorium

Kommentar von Bodaway ,

komisch warum das dann nicht passiert, sehr seltsam... vielleicht weil es nicht sinnvoll ist.

Antwort
von NuklearTV, 18

Weltweit gibt es 1647 Lagerstätten mit rund 48.087.912 Tonnen Uran - und das sind nur die bekannten und teilweise unerkundeten Lagerstätten, es gibt noch viel Mehr. 99 Lagerstätten der genannten Menge fördern aktuell Uran. Es geht dabei lediglich um diese Vorkommen. Nach IAEA und OECD kann man mit diesen sicheren Reserven mit Reaktoren der Generation III noch 219 Jahre überdauern. Statistisch aber, das heißt mit unserer aktuellen Konstellation, sind es 153 Jahre.

Alleine die möglichen Reserven machen jedoch noch mal bis zu 233 zusätzliche Jahre aus. Mit der Wiederaufbereitung und dem EInsatz von modernen schnellen Reaktoren, könnte die Reichweite stark ausweiten mit einem gesicherten Betrieb die nächsten 37485 Jahre bzw. mit den möglichen Reserven 57085 Jahre. Grund hierfür ist, dass nicht aufgebrauchtes Spaltmaterial, neu gewonnenes Spaltmaterial und Stoffe, die zum Brüten dienen, eingesetzt werden können und die Energieausbeute effizienter stattfindet als in unseren traditionellen thermischen Reaktoren.

Hinsichtlich der Tatsache, dass es sich bei den 153 nur um die sicheren Reserven handelt, ein Großteil noch gar nicht ausgelotet ist, was machbar ist, sind solche Projektionen von wegen "Uran wird knapp" eher versuchte Medienkampagne als objektive Berichterstattung über die Situation.

Siehe dazu auch: http://de.nucleopedia.org/wiki/Uranbergbau

Kommentar von Bodaway ,

ziemlich objektive quelle, NICHT! Uranbergbau ist übrigens noch schlimmer als Braunkohle abbau, so umwelt und energiemäßig

Kommentar von NuklearTV ,

Wenn du also internationale Organisationen wie die IAEA und OECD nicht als objektiv bezeichnest, dann scheint Dir auch nicht mehr zu helfen zu sein.... Zeigt ja schon Dein Kommentar, in dem viele Mängel und Ideologie steckt.

Antwort
von Bodaway, 15

es gigbt Menschen, die an die Sinnhauftigkeit von Wideraufbereitung von Uran, und damit an die Unendlichkeit von Atomstrom glauben.
Tatsächlich gibt es Wiederaufbereitungsanlagen. (WAA),
- 4 bzw 6 Stück. welweit: Davon sind drei (Sellfafield, La hague, Majak) bekannt für diverse Sicherheitsmängel, GAUs, vielfältige Formen von Explosionen sowie einen leichtsinnigen Umgang mit radioaktiv kontaminierten Materialien, u.a. Wasser. In allen lagert übrigens auch deutscher Atommüll. (nach Majak wird so weit ich weiß aber nichts mehr gefahren, da es dagegen vielfältige Proteste gab)

Das Ganze ist nicht nur deshalb so umstritten, weil bei der Wiederaufbereitung nicht nur wiederverwertbares (so fern eins Atomkraftwerke als VerWERTung bezeichnen kann) Uran entsteht, sondern auch Atomwaffenfähiges Plutonium. Wo eine Wiederaufbereitung möglich ist, ist auch der Bau von Atomwaffen möglich. 

Erst mal können auch aller aller höchstens 10% des "abgebrannten" Uran wiederverwendet werden -actually weit aus weniger, eher so 1%.  (nach auwändigen neuen anreicheungsprozessen).

Es ist außerdem kein Kreislauf, sondern etwas wobei hochradioaktive Abfälle entstehen. (u,a, wasser)

WAA werden auch verwendet, um das Volumen von Atommüll zu reduzieren, jedoch entstehen bei den Verfahren große Menge radioaktivkontaminierten Wassers, dessen Entsorgung aufwändig, teuer und sicherheitsmäßig nahezu unmöglich ist. Wie groß die Probleme damit sind kann leicht an dem "havarierten" KKW Fukushima daiichi nachvollzogen werden, oder eben bei der weniger prominenten WAA La Hague in Nordfrankreich bei der 500 000 000 liter radioaktives Wasser in die Umwelt geleitet werden, jährlich. Das sind pro Monat  fast 42 000 000, pro tag 1 350 000.


Uran an sich, wird vielleicht noch so 50 Jahre oder so halten, ohne uran keine atomkraftwerke.

Ob die Energiebilanz von KKW positiv ist, ist auch eine frage (transportwege von uran, abbau, aufbereitung, sicherheit, bla)

wie in zukunft energie erzeugt wird.... hoffentlich mit dem was da ist, sonne wind, meinetwegen auch wasser ;)

Kommentar von NuklearTV ,

Es zeigt, dass Sie sich damit nicht beschäftigt haben. Die Zahlen stimmen auch nicht. Informieren Sie sich doch mal über die verschiedenen Prozesse: http://de.nucleopedia.org/wiki/Wiederaufbereitung

Kommentar von Bodaway ,

entschuldigung, aber ich vertraue nicht auf Zahlen von Lobbyisten, sondern lieber denen von neutralen Wissenschaftler*innen.
Was Nucleopedia dazu berechtigt alleinigen wahrheitsanspruch zu erheben ist mir ein rätsel.
Es kann und darf niemand die radioaktive Verseuchung um waa leugnen und in Kauf nehmen!

Kommentar von Maymouna ,

dem stimme ich bedingungslos zu. Nucleopedia ist keine gute quelle.

Antwort
von Myrine, 35

Auf Wikipedia steht, dass die Uranvorkommen noch 20-200 Jahre reichen werden. Schon an dem riesen Unterschied in den angegebenen Zeiträumen sieht man, dass es sich nur um Schätzungen handeln kann. Niemand weiß schließlich genau wie viel Uran noch wo auf der Erde lagert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Uran#Abbau

Antwort
von HeymM, 35

"Und wie wird dann Strom erzeugt?"
Sind Atom- und Braunkohlekraftwerke die einzigen Energielieferanten? Nein.

Schon mal was von Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen, Gezeitenkraftwerken, Biogasanlagen oder geothermische Anlagen gehört?

Hoffentlich wird Uran bald der Vergangenheit angehören. Aber nach aktuellem Stand sind wir davon noch meilenweit entfernt.

Kommentar von NuklearTV ,

Schon mal mit der Physik des Stromnetzes befasst? Nein? Dann wird es allerhöchste Eisenbahn!

Kommentar von HeymM ,

Ja habe ich. Und jetzt?

Kommentar von exxonvaldez ,

Mit Zufallsstrom (Sonne, Wind, usw.) kann ein Stromnetz nicht stabil laufen.

Man braucht vor allem Kraftwerke, die spitzenlastfähig sind, d.h. sehr schnell sehr viel Strom liefern können.

Kommentar von HeymM ,

Aber natürlich können sie das. Das Frauenhoferinstitut hat das schon längst nachgewiesen. Um hohe Anteile an Strom aus erneuerbaren Energien an der Versorgung zu ermöglichen, können verschiedene Maßnahmen einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. Studien, beispielsweise der Fraunhofer IWES im Auftrag des BEE (Dezember 2009) belegen, dass so eine zuverlässige Stromversorgung möglich ist. Zu diesen Maßnahmen zählen z. B. die Verstetigung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, der Ausbau der Stromnetze, die Schaffung intelligenter Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen, sowie der (Aus)bau von Stromspeichern. Während manche Maßnahmen wie beispielsweise der Ausbau der Stromnetze bereits bei vergleichsweise niedrigen Anteilen von fluktuierenden Erzeugern sinnvoll sind, sind andere Mittel wie z. B. der Bau von Speicherkraftwerken zwecks Vermeidung von unnötigen Energieverlusten und Kosten erst bei hohen Anteilen geboten. Notwendig ist auch ein Mix verschiedener regenerativer Energiequellen, da sich verschiedene erneuerbare Energien gegenseitig ergänzen. Beispielsweise existiert in Deutschland für die Photovoltaik ein Potential von mehr als 1000 GW, womit sich pro Jahr rund 1000 TWh elektrischer Energie produzieren ließen; deutlich mehr als der derzeitige deutsche Strombedarf. Da damit jedoch insbesondere in den Mittagsstunden sonniger Tage große Überschüsse produziert würden und enorme Speicherkapazitäten aufgebaut werden müssten, ist ein solch starker Ausbau nur einer Technologie nicht sinnvoll und die Kombination mit anderen erneuerbaren Energien erheblich zweckmäßiger. Über die größten Potentiale zur Stromerzeugung verfügen in Deutschland die Windenergie und die Photovoltaik, mit deutlichem Abstand folgt die Biomasse. Übrigens habe ich den Artikel aus Wikipedia.

Antwort
von OlliBjoern, 28

Es gibt ziemlich viel Uran, an vielen Stellen in der Welt. Viele Lagerstätten sind noch nicht mal erschlossen. Die derzeit größten in Betrieb befindlichen Lagerstätten liegen in Australien, Namibia und Kanada.

https://de.wikipedia.org/wiki/Uranlagerst%C3%A4tte

Die beiden größten (noch nicht erschlossenen) Lagerstätten liegen in Marokko. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass das Uran auf absehbare Weise knapp würde.

Antwort
von GuenterLeipzig, 22

Wie jeder Stoff ist auch das Vorkommen an Uran endlich bzw. mit so hohem Erschließungsaufwand verbunden, dass eine Förderung nicht retabel abbildbar ist.

Die Uranvorkommen sind nach meinem Kenntnisstand im Gesamtenergiemix als vernachlässigbar einzustufen.

Günter

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