Frage von deepxpalexblue, 51

Atom - Sternsystem - Galaxie - Universum?

Das Atom mit Kern und Elektronen ist doch wie ein winziges Sonnensystem. Und das ist Teil einer Galaxie. Und die wiederum Teil des Universums. Wovon ist das Universum ein Teil?

Mir ist schon klar, dass man das nicht weiß, aber was würdet ihr euch vorstellen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Grautvornix, 22

von allem- was immer das sein mag.

Antwort
von Merkantil, 16

Hallo deepxpalexblue,

Deine Vorstellung ist reizvoll, und Deine Frage ist verführerisch. Es ist herrlich, irgendwelche phantasievolle Spekulationen anzustellen. Und warum sollte man auch nicht?

Allerdings, wenn man sich als Philosoph oder Naturwissenschaftler solche Fragen stellt, sollte man vorsichtig sein, daß man nicht einfach in Sinnlosigkeiten abgleitet.

Ich meine nicht nur die professionellen Philosophen und Naturwissenschaftler (ich bin keines von beidem, und Du bist noch Schülerin), sondern uns alle; wir sollten uns bei solchen Fragen immer überlegen: Von welcher gedanklichen Basis aus stelle ich meine Frage eigentlich?

Will ich philosophisch denken (Philosophieren heißt erst mal: Die richtigen Fragen stellen), so muß ich mir erst mal überlegen, ob meine Frage Sinn ergibt, oder ob schon allein die Frage in die Irre führt. Kant hat sich mit diesem Thema schon ausführlich auseinandergesetzt („Antinomien des menschlichen Verstandes“), und Wittgenstein war dann nochmal radikaler („Worüber man nicht reden kann, soll man schweigen“).

Kant und Wittgenstein waren der Ansicht, daß viele Überlegungen, die Philosophen im Laufe der Jahrtausende bezüglich Gott und der Unendlichkeit angestellt haben, einfach unsinnig waren, weil ihrer Ansicht nach die Frage falsch gestellt war.

Ein Beispiel aus Deiner Frage:
Du fragst: „Wovon ist das Universum ein Teil?“
Vielleicht ist diese Frage ja gar nicht zulässig. Zumindest wäre als vorhergehender Schritt nötig zu fragen: Ist es denkbar, daß unser Universum auch wiederum nur Teil eines größeren Ganzen ist?

Und je nachdem, wie Deine Antwort ausfällt, kannst Du weiterfragen oder auch nicht.

Will ich naturwissenschaftlich denken (z.B. als Astrophysiker), so muß ich wissen, daß alles, womit ich mich beschäftige, nur Denkmodelle sind, und daß jede wissenschaftliche Erkenntnis nur vorläufig ist.
Ein Physiklehrer in der Schule, den ich sehr verehrt habe, hat uns, als er unsere Klasse übernommen hat, erst mal erklärt: „Wir werden uns jetzt mit Begriffen wie Masse, Energie und Kraft beschäftigen. Niemand kann wissen, was das letztendlich ist. Wir können nur lernen, damit zu rechnen und auf diese Weise gute Voraussagen zu treffen.“

Mir gefällt Deine Vorstellung: „Das Atom mit Kern und Elektronen ist doch wie ein winziges Sonnensystem.“
OnkelSchorsch hat aber darauf hingewiesen, daß es Atommodelle gibt, gemäß derer eine solche Vorstellung blanker Unsinn ist: Daß z.B. der Ort von Elektronen gar nicht mehr feststellbar ist, sondern daß es nur noch Wahrscheinlichkaten darüber gibt, an welchen Orten sie sich befinden. (Das hat er zwar nicht ausdrücklich gesagt, aber implizit gemeint.) Und da kann es durchaus vorkommen, daß sich ein Elektron in einem Bereich des Atoms mit hoher Wahrscheinlichkeit aufhält, in einem anderen Bereich auch, daß aber dazwischen ein Bereich liegt, in dem die Wahrscheinlichkeit null ist. Nur: Wie kommt das Elektron über diesen Graben? Da merkt man: Schon wenn wir uns das Elektron nur als Teilchen vorstellen und diese Lücke als Graben, kommen wir nicht mehr weiter. (Wo der Mars sich befindet, läßt sich dagegen auf Jahrtausende voraus mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr genau bestimmen. Und in den gängigen Modellen weist die Marsbahn keine Lücken auf, die der Mars überspringen müßte.)

Gemäß einigen Modellen, die aus Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie abgeleitet sind, ist das Universum zwar unbegrenzt, aber nicht unendlich. Nach solchen Modellen wäre es dann nur unsinnig zu fragen: Was ist dahinter? Ein Dahinter gibt es nicht. Wenn ein Lichtstrahl losgeschickt wird und immer geradeaus fliegt, kommt er nach vielen Milliarden von Jahren wieder an der Stelle an, wo er gestartet ist (falls ihm in dieser Zeit kein Hindernis in die Quere gekommen ist).
Wo willst Du an einem solchen Universum nun „anbauen“? Manche Leute suchen in den schwarzen Löchern, andere in einer höheren Dimension (Einstein geht ja von einem 4dimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum aus), noch andere versuchen, hinter das Geheimnis der Antimaterie zu kommen, und wiederum andere meinen, daß so, wie unser Universum beim sogenannten Urknall entstanden ist (gemäß bestimmten Theorien), könnten ja noch viele Universen quasi aus dem Nichts durch einen vergleichbaren Urknall entstanden sein.
Das sind alles faszinierende Gedanken, passend zu Science-Fiction-Romanen. Als Wissenschaftler muß man sich aber an das halten, was die Theorien beinhalten, und nachrechnen, ob das zu den vorliegenden Meßergebnissen paßt. Falls nicht, muß man eben eine neue Theorie aufstellen, die aber so beschaffen sein muß, daß man auch sie wieder durch Nachrechnen überprüfen kann.
Alles andere hat aus der Wissenschaft draußen zu bleiben.

Theologisch sieht es wieder anders aus (das erspare ich Dir und mir nun).

Ich will Dir aber jetzt nicht den Spaß verderben: Du weißt ja selber, daß es sich bei Deiner Frage nur um haltlose Spekulationen handelt vor dem Hintergrund der Ehrfurcht vor den Dimensionen unseres Universums (sowohl was die Größe des gesamten Kosmos als auch die Winzigkeit seiner der kleinsten Bestandteile angeht).

Manche Leute werden vor diesem Hintergrund religiös (nach dem Motto: „Da muß es doch noch was dahinter geben“), andere halten gerade Religiosität für eine haltlose Spekulation, weil sie den Eindruck haben, daß eine Gottesvorstellung noch weniger Logik enthält, als wenn man diese Dimensionen einfach so hinnimmt, wie sie sind.

Grüße von Merkantil

Antwort
von Rosenblad, 11

Wir sprechen hier von mathematischen Modellen - danach wäre "unser" "Spinwebuniversum" Teil eines "Multiuniversum".

Linde und Vanchurin (siehe: Andrei Linde /Vitaly Vanchurin “How many universes are in the multiverse?) errechneten drei mögliche Zahlenwerte: einmal die Zahl von 1010 hoch 10 hoch 7 möglichen Universen als Ergebnis inflationärer „aufgeblasener“ Quantenmodelle; dann die Anzahl von 10hoch10 hoch 375 geometrisch möglichen Universen und die mögliche beobachtbare Anzahl 10 hoch 10 hoch 16 Universen als anthropologische Größe.-
Dabei können auch solche Universen in Stringgeometrien „versteckt“ sein oder als sog. „Taschenuniversen“ auftreten – siehe vertiefend: Andrei Linde /Vitaly Vanchurin /Sergei Winitzki „Stationary Measure in the Multiverse“ In: Department of Physics, Stanford University,oder  Matthew C. Johnson/ Jean-Luc Lehners „Cycles in the Multiverse“

Antwort
von RobertMcGee, 17

Das Universum ist per Definition das Ganze, das alles Andere enthält. Dementsprechend gibt es auch kein "außerhalb des Universums", denn alles, was existiert, ob für uns wahrnehmbar/erreichbar/nachweisbar/vorstellbar oder nicht, ist Teil des Ganzen - eben des Universums.

Das schließt sämtliche sogenannte "Paralleluniversen", Dimensionen und andere Existenzebenen, die es möglicherweise geben könnte, mit ein.

Antwort
von ele777, 21

Es gibt verschiedene Theorien dazu. Wie Paralleluniversen, viele Universen, die wiederum Teil eines großen Ganzen sind oder auch, dass sich das Universum ganz spontan selbst erschaffen hat und es nichts vor oder nach dem Universum gibt. Das kannst du bei Stephen Hawking nachlesen.

Dann kommt dazu, ob du gläubig bist. Meine persönliche Meinung ist, dass was auch immer noch nach dem Universum ist Gott darüber steht. Aber das ist der Religiöse Teil.

Die Menschen kommen nicht mal aus dem Sonnensystem heraus, mit der heutigen Technik. Da ist es fraglich ob und wann sie es weiter schaffen. Dann, ob es physikalisch überhaupt möglich ist das Universum zu verlassen und das unbeschadet oder auch wo. Die Wissenschaft ist noch nicht soweit. Es ist ja nichtmal unsere Erde komplett erforscht, da liefert das Universum noch viele weitere Fragen, vor allem, da wir da noch nicht hingelangen können und viele Teile nicht mal richtig besuchen können wie Schwarze Löcher oder Sterne. Dann ist es nicht klar wie weit die Wissenschaft mal geht. Wie es mal von der Entwicklung her sein wird.

Hoffe es hat dir etwas geholfen.

Liebe Grüße

Antwort
von teldri, 28

Es gibt genügend Ideen dazu in Literatur und Internet.

Die für den menschlichen Verstand am einfachsten zu erfassende Lösung wäre das Multiversum oder Paralleluniversen.

Aber auch das löst letztendlich nicht das Problem das der menschliche Verstand nicht in der Lage ist sich Unendlichkeit wirklich vorzustellen. Es ist leichter sich darüber keine Gedanken zu machen ;-)

Antwort
von OnkelSchorsch, 24

Nein, das Atom ist nicht wie ein winziges Sonnensystem.

Was du meinst, ist das Rutherfordsche und das Bohrsche Atommodell. Beachte den Wortteil "Modell". Diese Modelle stellen nicht die konkrete Realität dar, sondern es sind Modelle, mit denen man bestimmte verhaltenweisen von Materie und Energie erklären konnte.


Kommentar von deepxpalexblue ,

Ja, das stimmt schon, aber ich meine jetzt in dem Sinne, dass es aus einem Kern und vielen Kleinteilen besteht :)

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Auch das ist so nur ein Modell. Es sind eben nicht wirklich Kern und kleine "Teilchen", sondern eher Wellen oder Aufenthaltswahrschienlichkeiten oder oder oder.

Antwort
von TechnicalRAC, 17

Man kann nur spekulieren. Ich denke das es mehrere Universen gibt. Wiederum muss man dann auch darüber nachdenken was vor den anderen Universen war. Und das ist für die Vorstellungskraft des Menschen einfach zu viel.

Antwort
von theonejr83, 25

Parallel oder Multiversm was danach kommt keine Ahnung. Gott :)

Kommentar von theonejr83 ,

Multiversum

Kommentar von TechnicalRAC ,

Die Frage ist halt: Wie ist dann so ein Übernatürliches Wesen wie Gott entstanden?

Kommentar von theonejr83 ,

Gute Frage. Ich Frage mich wie es zu dem Urknall kam vor 14 Milliarden Jahren. Irgendwas muss ja auch schon dagewesen sein. Einfach so wird es kein Urknall geben können denk ich.

Kommentar von theonejr83 ,

Und wenn es vor dem Urknall tatsächlich einen Gott gab Frage ich mich wo der herkommt/kam. Irgendwas muß aufjedenfall vor dem Urknall existiert haben meiner Meinung nach.

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