Brigitta am 28.11.2007 um 7:57 Uhr
Ich möchte wissen, was halten Atheisten von Weihnachten?

Ich finde es optisch ansprechend und die vorgegaukelte Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung amüsant.

Wenn ein Atheist in Deutschland lebt, dann
wird er ja zwangsweise ab Oktober mit Weihnachtsmusik berieselt,
die weihnachtliche Gartenbeleuchtung der Nachbarn scheint in sein Schlafzimmer,
er bekommt Weihnachten einige arbeitsfreie Tage,
wenn der Betriebsrat das so festgelegt hat, dann muss er für die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr vorarbeiten,
etliche Familienmitglieder erwarten Geschenke,
etliche Freunde und Bekannte erwarten freundliche Postkarten oder Briefe,
bei Einladungen in den Weihnachtstagen dudelt überall im Hause "Jingle Bells",
wenn er grosses Pech hat, dann beginnen die Gastgeber irgendwann "im trauten Kreise" Weihnachtslieder zu singen,
er muss Neffen und Nichte reichlich loben, die mehr schlecht als recht auf der Blockflöte ihre mässig entwickelte Musikalität demonstrieren,
"normale" Gespräche werden häufig abgewürgt mit dem Kommentar "Heute ist Weihnachten, da wollen wir doch darüber mal nicht reden".
Was soll der arme Atheist unter diesen Voraussetzungen schon von Weihnachten halten?

Machen wir es kurz: Weihnachten = keine Erfindung der Christen, Weihnachten = Erfindung von Heiden (älteres Fest). Damit verliert Weihnachten (oder hatte ihn nie) den Anspruch nur ein christliches Fest zu sein. Wenn man eine funktionierende Familie und/oder eine funktionierende Beziehung hat feiert man Weihnachten, damit man einmal im Jahr alle beisammen hat. Für die Depressiven ist Weihnachten der perfekte Zeitpunkt in Selbstmitleid zu baden und einen Hilfeschrei auszustoßen, indem sie vom Dach einer Hundehütte springen oder sich quer die Handgelenke anzuritzen und sich in einer Badewanne voller Eis eine Nierenentzündung zu holen. Für den Rest der Welt ist Weihnachten entweder nervig oder wie bei mir vollkommen bedeutungslos. Man hat frei, die Läden sind ausnahmsweise mal gefüllt und man steht nicht vor einem leeren Regal und verflucht den Ar..., der das letzte Paket Putenfilet genommen hat. Ansonsten gibt es Tee mit Apfel-Zimt-Geschmack.

Wenn nicht schon immer ab Anfang September dieser elendige Konsum- und Spendenterror losgehen würde, dann wäre das Fest als solches auch für einen Atheisten ganz schön..aber so verliert es Jahr für Jahr mehr an seiner Ursprünglichkeit..und wenn ich dann noch die ganze Amerikanisierung des Festes mit dazu sehe..ich weiß nicht so recht...
öhm... Weihnachten? Ach ja, stimmt, ja, die Christen haben sich ja des Julfestes bemächtigt und fragen doch jetzt glatt, warum irgendwer auf der Welt sich darüber freut, daß zur Wintersonnwende die Tage wieder länger werden.
Die Frage muß doch umgekehrt lauten: warum feiern die Christen das heidnische Wintersonnwendfest noch immer? Im nahen Ohsten hat doch die Sonnwende schließlich fast keine Bedeutung. Es gibt nicht die dunklen, kalten Tage, nicht die Winterstürme, nicht die Sehnsucht nach der Rückkehr des Lichtes.
Nein, die Wintersonnwende ist ein Brauch aus den hohen Breiten, nur dort ist ein solches Fest tatsächlich möglich. Alle Symbolik spricht dafür: die Tanne (wachsen in Palästina jetzt große Tannenwälder?), die Lichter, der Zeitpunkt, der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten, ja meinst Du, der fährt durch die judäische Wüste? Der Schlitten ist übrigens dem Germanischen Gott Donar bzw. Thor, dem Donnergott, entliehen.
Also: warum feiern die Christen ein heidnisches Fest? Welche Bedeutung hat das für sie?
pj
Herania am 28. November 2007 09:38 DH - die Antwort gefällt mir -.
NUN: Weihnachten wird bereits seit dem "ökumenischen Konzil" im Jahr 381 am 25. Dezember gefeiert. In der Tat wurde es - zwecks Christianisierung - an die Wintersonnenwende der nördlichen Erdhalbkugel angepaßt. Der Grund findet sich vielleicht im 1. Kapitel des Johannesevangeliums (falls man denn als Atheist in der Lage ist, die Stelle auch zu finden...): "Das Licht kam in die Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen." Jesus als das wahre Licht muß ja geradezu das Dunkel wenden. - Ein bißchen Symbolik hat noch niemandem geschadet! Und in Ermangelung der Kenntnis des tatsächlichen Geburtstages Jesu wurde dieses Fest halt einfach festgelegt.
Der Weihnachtsmann ist zutiefst unchristlich - darüber brauchen wir nicht zu reden. Ob der nun auf dem Schlitten kommt oder auf einem Rentier ist daher auch ohne Bedeutung. Christen feiern nicht den Weihnachtsmann, sondern sie feiern Christi Geburt. An Weihnachten, das auf der nördlichen Erdhalbkugel in den Winter fällt (je weiter nördlich, desto mehr Winter...).
Ob Christ oder nicht, ich glaube, dass die Werte, die Weihnachten verkörpern soll für jeden erstrebenswert sind. Die negativen Aspekte teile ich leider auch:-(
Worum geht es denn genau an Weihnachten? Geschenke, gutes Essen in Hülle und Fülle? Eigentlich nicht wirklich!!
Ich freu mich einfach ein paar Tage frei zu haben und gemütlich in geselliger Runde die Tage zu verbringen! Von mir aus, könnte das Fest auch ausfallen, wichtig ist für mich nur, dass ich trotzdem ein paar freie Tage habe!
Die freien Tage, DAS isses!
DH

Die Frage an sich ist schon falsch, denn die Atheisten von Coca-Cola haben in den späten 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts Santa Claus erfunden. Pate stand hier der frühchristliche Bischof von Myra (der eigentliche Nicolaus) und angeblich ein dicklicher, knollnasiger Fahrer des Getränkeherstellers. Alle Legenden miteinander verwurstet (incl. der Geschenke der heiligen drei Könige) und das Transportmittel des heutigen Konsumterrors war fertig. Und heute wird er als schon immer gegenwärtig nicht mehr hinterfragt. - Aber seien wir doch mal ehrlich, Spass macht es trotzdem (wenn man es nicht übertreibt). ;-)
Schöne freie Tage.. und das Wissen das Christus Ende September geboren ist.Und am 25. eigentlich die Sonne wieder tgl.zunimmt darum das Fest. (früher Wiedergeburt der Sonne)

Auch Atheisten und Religionskritiker mögen Bratäpfel, Marzipankartoffeln, Gänsebraten und Kerzen. Das war's für mich aber auch schon. Menschen die mir etwas wert sind kann ich das ganz Jahr beschenken. Verwandte, mit denen ich mich verbunden fühle, dürfen mich immer besuchen. Es gibt für mich und meine Familie keinen Konsumstress und es geht uns sehr gut dabei.

Weihnachten hat man frei und kann die Seit für die Familie nutzen. Ansonsten gehts bei Weihnachten um Geschenke.