astronomie wo?

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2 Antworten

Hallo karina345,

der "Astronom" ist heute eigentlich immer ein Astrophysiker. - Also ein Physiker, der sich als Spezialgebiet eben die Physik der Objekte im Weltall ausgesucht hat.

Der Astrophysiker verbringt nicht sein Berufsleben damit, nachts am Teleskop zu sitzen und tolle Beobachtungen zu machen. Der Astrophysiker ist ein Schreibtischtäter, der mit vielen physikalischen Formeln und Herleitungen arbeitet und oft auch programmiert. Komplexe Hypothesen werden in mathematisch formulierte Modelle gegossen, diese werden in Programme umgesetzt und die Szenarios dann am Computer/Großrechner simuliert. Die Ergebnisse der Simulationen werden dann mit systematisch gewonnenen Beobachtungsdaten verglichen.

Um Astrophysiker zu werden brauchst Du also Begeisterung für mathematische Formeln und komplexe mathematische Zusammenhänge, analytisches Denkvermögen, kreatives Transferdenken, Abstraktionsvermögen, ausdauernde Konzentrationsfähigkeit, Geduld, Kooperationsbereitschaft, gute Programmier- und Englischkenntnisse.

Der Weg zum Astrophysiker führt über Abitur oder (seltener) Fachabitur zum Studium der (allgemeinen) Physik, zuerst zum Bachelor, dann zum Master of Science. Im Masterstudiengang wählt man als Wahlfach die Astrophysik und schreibt seine Masterarbeit im Wahlfach. Das gesamte Studium dauert 5 - 6 Jahre. Wer in der Forschung arbeiten will, der braucht aber zwingend danach eine Promotion in Astrophysik zum Dr. rer. nat., was noch mal 3 - 5 Jahre dauert. Man sollte das Physikstudium nicht unterschätzen: Das ist ein langer und nicht einfacher Studiengang, in dem die Anforderungen an die Studenten vor allem in den Übungen so hoch sind, dass Viele das Handtuch werfen.

Stellen sind rar, in aller Regel nur an den Universitäten selbst - und im Verhältnis zu Posten von Dr. rer. nat. in der freien Wirtschaft schlecht bezahlt. Das Problem ist vor allem, dass es kaum Festanstellung gibt, sondern immer nur Zeitstellen - also z.B. ein Forschungsprojekt für die Dauer von 2 Jahren finanziert wird. Danach wird neu geprüft, ob die Förderung noch lohnend erscheint. Das erzeugt hohen Veröffentlichungsdruck und finanzielle Unsicherheit, für den Fall, dass die Zahlungen eingestellt werden. Es kommt durchaus vor, dass Doktoren zwischenzeitlich auf Assistenzgehälter zurückfallen an der Uni. Echte Forschung macht man aus Leidenschaft und Interesse - nicht wegen des Geldes.

Als Physiker kommt der Astrophysiker aber meist auch in der freien Wirtschaft unter, bevorzugt als Programmierer. Die Gehälter solcher Softwareentwickler sind recht ansehlich.

Grüße

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Astronomie ist ein unglaublich großes Feld, da gibt es nicht den einen Weg.
In der Regel spricht man aber meist von Astrophysikern. Und auch wenn es hier wiederum diverse Untergruppierungen gibt, ist wohl hier in erster Linie ein Physik Grundstudium anzuraten. Entsprechende Spezialisierungen folgen dann später.
Frag doch einfach mal Deinen Physiklehrer! Oder schau mal, ob es in Deiner Nähe eine Sternwarte gibt, da treffen sich regelmäßig Astronomiefans, die sicher auch den ein oder anderen Tipp für Dich haben.

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