Frage von MayaMausi, 76

Astigmatismus bzw. Hornhautverkrümmung... Hilft oder verschlechtert eine Brille meine Sehkraft?

Hallo, Seit einigen Monaten ist mir aufgefallen, dass ich aus der Ferne nicht mehr so gut sehe. Ich kann vieles identifizieren, aber es ist leicht verschwommen. Auch wenn Menschen auf mich zukommen, sehe ich sie zwar, aber erst ab einer bestimmten Nähe sehe ich sie so richtig deutlich und scharf. Ich war dann Anfang letzter Woche zum ersten Mal beim Optiker. Bei den Tests kam heraus, dass ich Astigmatismus (eine Hornhautverkrümmung) habe, - 1.25! Sie sagte das sei schon ein mittlerer Grad und ich solle eine Brille tragen und zwar immer. Da ich durch meine Sonnenbrillen weiss, dass ich mit Brillen auf Dauer nicht klarkomme und auch kein Fan von Kontaktlinsen bin, habe ich mich dazu entschieden, sie nur ab und zu zu tragen. Beim arbeiten, am Computer, beim lesen, Fernsehen... Ich kam ja ohne noch einigermassen klar, ich sah halt nicht ganz klar und deutlich, aber ich laufe nicht gegen die Wand und Autofahren ist auch garkein Problem. Freunde sagten mir, das sei immerhin besser als sie garnicht zu tragen, weil sich die Augen so, während ich die Brille ab und zu trage ,,entlasten" können. Mir war nicht bewusst, dass ich auch von nahem nicht ganz perfekt sehe, das ist mir erst jetzt aufgefallen, seit ich die Brille habe, dass es eben noch klarer geht.

Und nun zu den Problemchen : Mit der Brille sehe ich eindeutig besser, aber meine Augen fühlen sich schwerer und müder an als sonst (ich trage sie seit 5 Tagen, den halben Tag), ausserdem wird mir beim laufen damit ganz leicht schwindlig. Ich merke auch, dass ich besser sehe, wenn ich oben durch die Brille schaue, wenn ich nach unten sehe ist es komisch, dabei sind es doch angeblich Gleichmässige Brillengläser, wenn ich das richtig verstanden habe.

Und nun meine grösste Sorge : Ich habe eingewilligt, die Brille ab und zu zu tragen, um meine Augen zu entlasten und damit der Astigmatismus Grad (-1.25) nicht schlimmer wird. Aber wie ich schon sagte, fühlen meine Augen sich schwerer an UND wenn ich die Brille absetze sehe ich schlechter als vorher. Ich weiss dass es angeblich 15-20 Minuten dauert bis die Augen sich wieder an ihre normale eigene Sehkraft gewöhnen, aber ich hab seit 3 Stunden keine Brille mehr auf und sehe immernoch sehr schlecht. Da habe ich vorher, bevor ich die Brille hatte, besser gesehen. Leicht verschwommen, aber besser als jetzt ohne Brille. Und nun mache ich mir Sorgen und frage mich, ob die Brille das ganze eventuell sogar verschlimmert, soll heissen, dass die Augen sich an die Brille gewöhnen und ich deswegen, wenn ich ohne rumlaufe, immer schlechter sehen werde. Ist das möglich?

Meine Frage ist nun :

Ab und zu die Brille tragen?

(PC, lesen, Arbeit, TV...wobei ich dabei vorher keine Probleme hatte, mir fällt erst mit Brille auf, dass ich damit eben noch besser sehe. Mir war nur bewusst, dass ich mit der Ferne Probleme habe)

Oder lieber versuchen ohne klarzukommen?

(Damit die Augen weiter trainiert werden)

Ich bin übrigens 29 Jahre alt.

Ich danke euch!

Expertenantwort
von euphonium, Community-Experte für Brille, 47

Hallo MayaMausi  

Und nun mache ich mir Sorgen und frage mich, ob die Brille das ganze eventuell sogar verschlimmert, soll heissen, dass die Augen sich an die Brille gewöhnen und ich deswegen, wenn ich ohne rumlaufe, immer schlechter sehen werde. Ist das möglich?

Diese Frage kann ganz einfach mit einem klaren NEIN beantwortet werden.

Es ist für mich immerwieder umwerfend, was den Brillen alles für Möglichkeiten zugeschrieben werden.
Dabei können Brillen eigentlich nur eines, alle Strahlen, die uns erreichen in ihrer Richtung verändern. Brillen verschlechtern keine Augen, Brillen verbessern keine Augen. Brillen korrigieren nur die verschiedensten Baufehler der Augen, sie versetzen ihre(n) Träger(in) genau in den Zustand, in dem andere Menschen von Natur aus sind. Das bedeutet, das beste ist, Du setzt die Brille morgens auf und nimmst sie abends herunter.
Stell Dir mal folgendes vor: Du hast keine Hornhautverkrümmung, bist rechtsichtig, also brauchst wirklich keine Brille. In welchen Situationen kämst Du auf die Idee, Dir eine Brille auf die Nase zu setzen, mit der Du schlechter siehst. Blöde Frage wirst Du jetzt sagen, aber genau das machst Du, sobald Du die Brille absetzt.

Wenn Du nur eine Hornhautverkrümmung hast, dann siehst Du von ganz Nah bis unendlich nicht deutlich. Alles was Du betrachtest bekommt einen Schatten, mehr oder weniger stark ausgeprägt. Dieser Schatten verschwindet sobald Du die (richtig ausgemssene und angepaßte) Brille trägst. Bis das Gehirn diese neuen Impulse verarbeitet hat, können gerade Linien aber auch der Boden schräg erscheinen. Das legt sich.

Mein Rat, trag die Brille ständig, damit tust Du Deinem Gehirn und Deinen Augen das Beste.

Kommentar von MayaMausi ,

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Daraus schließe ich aber, es schadet meinen Augen nicht, wenn ich sie ab und zu absetze, ja? Also es macht die Werte nicht schlechter?

Was mich jetzt nur besorgt, ist dass ich vor der ganzen Sache (Optiker Besuch und Brille) problemlos ohne auf dem Handy und so lesen konnte. Jetzt hab ich da Probleme, obwohl ich die Brille schon vor Stunden abgenommen habe. Das macht mir Angst und das will ich auch nicht. 

Kommentar von euphonium ,

Wie ich schon geschrieben habe, wirst Du Deinen Augen durch gelgentliches Absetzen nicht schaden. Ich lese z.B. abendsw im Bett immer ohne Brille, weil es angenehmer ist.

Das macht mir Angst und das will ich auch nicht.

Jetzt geh einfach zum Optiker, erkläre ihm all das, was Du hier geschrieben hast und mach Dich nicht selbst verrückt.

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