Wieselchen1 am 26.03.2008 um 0:57 Uhr
Ich frage mich das schon länger. Wenn nun jemand eine Art Aspirin für die Seele entwickeln würde. Eine Art Schmerztablette gegen seelischen Schmerz.
Würde der den Nobelpreis bekommen oder gehört der gesteinigt?
Ich persönlich hege diesbezüglich sehr ambivalente Gefühle...

Hallo Tanzwiesel, Deine Frage ist sicherlich sehr interessant. Da Du aber keine Hilfe oder Rat zu einem konkreten Problem benötigst, gehört sie in unser Forum. Vielen Dank für Dein Verständnis und viele Grüße, Ted vom gutefrage.net-Support

Oh, Tanzwiesel, es gibt doch schon eine Art Aspirin für die Seele. Es wirkt allerdings anders.
Aspirin übertönt oder betäubt den Schmerz. Es beseitigt aber nicht die Ursache.
Alkohol oder andere Drogen betäuben den Seelenschmerz ebenfalls, auch sie beseitigen nicht die Ursache.
Mitgefühl beseitigt zwar auch nicht den Seelenschmerz, hilft aber dem Patienten mehr als ein Betäubungsmittel. ( Kommt Patient eigentlich von dem Wort geduldig? )
Mitgefühl heisst, ich weiss, dass es dir schlecht geht, ich fühle mit dir, verstehe deine Situation.
Es unterscheidet sich existenziell vom Mitleid.
Mitgefühl nimmt den anderen in den Arm, tröstet, zeigt ihm, dass er nicht allein ist. Es sagt: Ja weine, lass deinen Schmerz heraus, hier kannst du weinen, fluchen, schreien, verzweifelt sein ... Niemand lacht dich dafür aus. Du brauchst dich dafür nicht zu schämen. Sei einfach du, sei der verletzte Mensch, der zusammengebrochene Mensch, der zutiefst in der Seele verzweifelte Mensch.
Mitgefühl heisst: es ist jemand da, der mir dir fühlt.
Dafür gibt es keinen Nobelpreis ( vielleicht doch? - Mutter Teresa? )
Vielleicht wird der Mitfühlende gesteinigt, aber ich glaube, dass das nur körperliches Ende bedeutet. Die Selle lebt weiter...
Wir bräuchten viel mehr Mitgefühl, mehr Verständnis füreinander. Es wird kommen, noch ist es nicht soweit -
mehr will ich an dieser Stelle nicht dazu sagen
Danke für deine Frage

Ich glaube, dieser Schmerz macht das Mensch-Sein zu einem großen Maße auch aus... Es gehört wohl einfach dazu, durch gewisse Erfahrungen hindurchzugehen, sie aushalten zu müssen. Genau das führt uns ja zu den Erkenntissen, die wir brauchen, um unsere Identität zu finden. Nur durch "Leichtigkeit" in einem Leben würden uns viele Facetten unseres Wesens doch verborgen bleiben... Die "Linderung" des "Seelenschmerzes" -durch äüßere Einflüsse- kann etwas Gutes sein; aber sobald die Grenze zu einer "Betäubung" des Empfindens führt, könnte ich es schon wieder nicht gutheißen. (eine kluge und nachdenklich stimmende Frage, Wiesel...)
Luise am 26. März 2008 01:10 Und eine ebensolche Antwort. Danke Mia. DH
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:10 Du hast es verstanden, Mia. Ich danke dir.
Marah am 26. März 2008 01:11 DH-so sehe ich das auch!
Raimund1 am 26. März 2008 01:11 DH

Der seelische Schmerz ist doch manchmal das Einzige, was einem zeigt das man noch lebt, oder? Sonst würde man ja den ganzen Tag so vor sich hin dümpeln...Ich würde den Erfinder nen Tritt in den Popo geben. (steinigen is ein bischen hart). Schau Dir mal jemanden an der mit Tranqilizern vollgepumpt ist- das kommt dabei raus wenn Du nichts mehr fühlst. Schlimme Sache!
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:14 Danke Marah. Ich schrieb ja schon, dass ich diesbezüglich sehr ambivalent fühle. Ich denke, dass die, die sich gerade wünschen, dass der Schmerz endlich vergeht, sehr dankbar wären. Aber im Großen und Ganzen kann es nicht richtig sein, denn nur so können wir stärker werden, nicht wahr?
Marah am 26. März 2008 01:23 Richtig! Aber ich bin auch ne kleine Lusche, was Schmerzen angeht...ein bißchen Lindern ist in manchen Momenten auch O.K. Ein bißchen Beruhigungsmittel um eine Beerdigung zu überstehen, hat mir noch nicht geschadet. Aber ich würde meine seelischen Bruchlandungen auf garkeinen Fall missen wollen. ;-D Das Leben ist einfach spannend und irgendwann kommt sowieso der große Tunnel mit dem Licht am Ende- da hat man dann seine schmerzfreie Zone. :-D ...ziemlich ulkig eigentlich...
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:28 Das hat mit Lusche nix zu tun. Wenn man so klar wie du zu differenzieren weiß, und auch gerne den Schmerz annimmt, den einem das Leben manchmal zufügt, dann bist du mit Sicherheit härter im Nehmen als solche, die auf Verdrängung setzen.
Marah am 26. März 2008 01:38 Ja, obwohl ich auch glaube das Verdrängung nur verzögert. Als mein Freund mit nem Schlaganfall im Krankenhaus lag, habe ich verdrängt um zu funktionieren-diesen Effekt kennen wahrscheinlich die meisten, die solche Situationen erlebt haben. Nachher habe ich länger gebraucht, als mein Freund um diese Situation zu verarbeiten. Das ist sehr interessant wie die menschliche Seele sich repariert und schlimme Erlebnisse in emotionale Vorteile umwandelt-da könnte man stundenlang drüber quatschen...:-)
Wieselchen1 am 26. März 2008 08:13 Ja, da stimme ich dir voll und ganz zu. Mir kommt die Seele immer so vor wie ein Haus. Es schützt, und beinhaltet alles, was dich ausmacht. Alles das, was man nicht bearbeitet, einfach beiseite schiebt, müllt dieses Haus zu, bis halt irgendwann nichts mehr geht. Und dann muss der große Frühjahresputz gemacht werden, und man stellt fest, dass durch das ständige Verdrängen auch Schäden am Fundament entstanden sind, die nun mühsam repariert werden müssen....
Marah am 26. März 2008 09:00 Das ist ein sehr schönes Bild, finde ich! LG

Ich glaube, das darf es nicht geben, alle Menschen würden jeglichen Realitätssinn und jegliche Bodenhaftung verlieren. Für mich nicht. Gefühle braucht man, absolute Trauer, himmelhochjauchzende Freude und alles dazwischen. Bloß auf Hass, Neid und Boshaftigkeit sollte man verzichten, dagegen wäre dein Medikament wieder gut. Ohne schlechte Nebenwirkungen.
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:11 Danke Luise, da mussten erst Frauen an den Start, um die Frage richtig zu deuten...
sender am 26. März 2008 01:13 Klar. Ist ja auch von 'ner Frau geschrieben... duck
sender am 26. März 2008 01:11 Ich bin neidisch auf Deine klaren Ansichten. Bin ich schlecht? ;-)
Luise am 26. März 2008 01:14 Du doch nicht. Frech+Lustig+Böse+Lieb+schlau=Sender
sender am 26. März 2008 01:20 sich geschmeichelt fühl
(Streiche Frech+Böse) => Luise.
Raimund1 am 26. März 2008 01:21 ohne Hass keine Liebe
Ohne Neid keine Gunst
Ohne Boshaftigkeit kein Gut-Sein
wir leben einfach in einer dualen Welt, auch wenn ich deinen Wunsch so sehr nachvollziehen kann und deiner Spannweite von himmelhochjauchzend bis dunkeltiefschwarze Trauer vorbehaltlos unterschreibe
Luise am 26. März 2008 01:22 @Sender: frech und böse im lustigen Sinn kann bleiben, sonst wird es bei uns beiden gestrichen. ;-))
Luise am 26. März 2008 01:33 @Raimund:
Ich brauche keinen Hass um zu lieben,
Neid ist das Gefühl, dass man es selber nicht so weit bringen kann
Und für Boshaftigkeit habe ich nichts über. Der Übergang von Sticheln zur Boshaftigkeit ist dann, wenn es nicht mehr lustig gemeint ist, sondern böse.
Ich glaube, darauf könnte die Welt wirklich verzichten, mag der Spruch auch noch so alt sein.

Wenn Du Psychopharmaka ohne Nebenwirkungen meinst, so unter dem Motto " heute ist nicht mein Tag " , sollte der Erfinder mit seinem Nobelpreis erschlagen werden; das wäre der Anfang vom endgültigen Ende jeder " Seele "....
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:18 Unser praktisch denkender Strick... ;-) Danke für diese tolle Antwort.
strick4a am 26. März 2008 01:35 Auf eine klare Frage eine klare Antwort, Romane bekommen nur von mir bevorzugte Damen, seeehr ausführlich und mit viiielen romantischen Umschreibungen....:-))
lalala??? Hab ich da was nicht mitgekriegt? Naja, das ist natürlich die beste Lösung gegen Seelenschmerz.
Also ich bin froh, dass es zumindest Alkohol gibt, darin kann man vieles ertränken. Aber auf Dauer ist das natürlich keine Lösung. Wenn man beständig Kopfschmerzen hat, dann soll man ja auch nach den Ursachen forschen und nicht nur die Symptome mit vielen Schmerzmitteln bekämpfen.
Wieselchen1 am 26. März 2008 08:15 Tja, da weiß ich ja nun Bescheid, dass ich nicht zu deinen bevorzugten Damen gehöre. Forumfrage: Ist das jetzt gut oder schlecht....
strick4a am 26. März 2008 08:38 Ach Wieselchen, in meinem Erwachsenenleben gab es doch nur 1 bevorzugte Dame, und die romantischen Romane haben sich zur Korrespondenz über mein Einkommen entwickelt, aber es geht auch noch wortgewaltiger, in meinem Tagebuch z.B......:-)
Wieselchen1 am 26. März 2008 15:36 Na, dann halt mal dein Tagebuch gut unter Verschluss. Bevor dir da noch einer einen Strick draus dreht :-p
Moin, Moin Tanzwiesel. Mit Deiner Frage hast Du diese Seite wieder belebt. Wenn man sowas mehrfach durchleben muß, hat man noch nicht herausgefunden, was die Seele mitteilen möchte. Mir hat es immer geholfen, wenn ich mir Zeit gelassen habe und positiv nach vorne geschaut habe. Ein Schmerzmittel gegen seelische Probleme würden nur die Erkenntnisse, was für mich nicht richtig läuft, unterdrücken. Ähnlich läuft es beim Alkohol und anderen Drogen, man möchte nicht dort hinschauen, wo es nötig ist, weil man Angst hat, was zu finden. Die Seele wohnt im Herzen und nicht im Kopf, was viele Menschen glauben. Hört man in sich herein, wird man eine Antwort finden. Es ist die Liebe, die unsere Seele beruhigen kann, das Beste Schmerzmittel der Welt. Schau Dich um, wo es Liebe gibt, es ist oft eine Minderheit, die sich beherzt auch für andere Menschen einsetzt ohne zu fragen, was bekomme ich dafür. Wenn eine Liebe zerbricht, glauben wir oft, wir werden nicht mehr geliebt. Manchmal sind es einfach nur unterschiedliche Lebensweisen, die nicht mehr zusammenpassen. Wir sollten uns nicht für einen Partner verbiegen, sondern so bleiben, wie wir geschaffen sind, dann ziehen wir auch solche passenden Menschen an. Sei Du selbst, und lebe aus Deinem Herzen, dann brauchst Du nicht länger suchen, weil Du gefunden wirst. Danke für die tolle Frage und Deine Offenheit, bleib so, denn das ist gut so. Liebe Grüße Nordi
Wieselchen1 am 26. März 2008 06:55 Nordi, ich stimme dir völlig zu. DH für deine Antwort.
Wolpertinger am 26. März 2008 19:58 Auch dir ein dickes DH

Es gibt dieses Aspirin für die Seele, schon lange nur nicht in Tabletten aus der Apotheke. Das Mittel ist rezeptfrei und wird LIEBE genannt
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:00 Ja schon, aber was ist, wenn die Liebe den Schmerz hervorruft?
america am 26. März 2008 01:01 Liebe ist nur ein Wort, es gibt viele davon und auch Neue
Luise am 26. März 2008 01:02 Ja, aber sie ist so wertvoll, dass man sie nicht kaufen kann.
america am 26. März 2008 01:07 Must sie auch nicht kaufen, verteile den Samen und Du bekommst eine reiche Ernte
Luise am 26. März 2008 01:09 Mach ich schon. Prächtige Ernte.
Wolpertinger am 26. März 2008 19:55 @america, sehr schöne Antwort dickes DH

und was für einen Rat willst Du??
es gibt Psychopharmaka, das ist Aspirin für die Seele ...
aber die Frage gehört sicher nicht hierher
america am 26. März 2008 01:03 und wo gehört sie dann hin?
wer eine antwort möchte muß die frage auf dem marktplatz stellen, hinterm ofen auf der alm wird sie keiner lesen
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:03 Wenn dir die Frage nicht passt, dann ignoriere sie halt.
HerrLich am 26. März 2008 16:42 KrankenPfleger, warum sollte die Frage hier nicht hergehören? Das sehe ich anders als Du. Sie gehört hierher.
Ich halte stark kakaohaltige Schokolade mit Chili und ein Glas Rotwein dazu für eine Super-Seelenpflege!
sender am 26. März 2008 01:37 Ja, die Lindt ist nicht zu verachten...
strick4a am 26. März 2008 01:39 ...DH...
Wieselchen1 am 26. März 2008 07:00 Ja, es tröstet ungemein.... sofern man sich vorher mit seinem Schmerz auseinander gesetzt hat.

Ohne Gegensätze gäbe es keine Empfindungen und keine (Weiter-) Entwicklung derselben...
Wieselchen1 am 26. März 2008 06:58 Auch dir ein DH, denn wenn man den einen Gegensatz betäuben würde, dann könnte man auch den positiven Gegensatz nicht voll auskosten.

Liebe Tanzwiesel! Leider habe ich diese Deine Frage jetzt erst gesehen, und obwohl im Grunde schon alles gesagt wurde, kann ich nicht widerstehen, auch noch meinen Senf dazuzugeben.
Zuallererst: Danke für diese gute und überaus interessante Frage! Im Forum hätte sich die Resonanz sicherlich anders gestaltet, hier vorne erreicht man mehr Leute, und es bleibt wesentlich übersichtlicher.
Zum Thema:
Erstmal ein Spruch, über den es sich lohnt, nachzudenken. Wie fad wär´s Leben auf die Dauer, käm´s immer süß und niemals sauer!
Das beschreibt ganz kurz und eindringlich, daß die schweren Zeiten dazugehören zum Menschsein, ja daß wir ohne sie niemals eine echte Tiefe erreichen können! Tiefgang der Gedanken, Intensität der Gefühle, auch Ausdruck echter Kreativität wird oftmals erst durch seelisches Leid erweckt.
Verzichteten wir darauf, alles würde in Oberflächlichkeit und Belanglosigkeit verplätschern, noch mehr als sowieso schon der Trend ist.
Und ich möchte darauf wetten, daß die einfühlsamen Menschen hier auf GF alle schon durch ihre "Täler der Tränen" gegangen sind, egal welcher Ausprägung. Sie alle sind gestärkt und zum Positiven verändert daraus hervorgegangen.
Ich habe diese Seite mit großem Interesse gelesen, und ziehe den Hut vor all diesen großartigen Antworten! Danke an Euch alle!
Wieselchen1 am 27. März 2008 13:52 Maienblume, danke für deine Antwort. In diesem Falle kann ich aus vollem Herzen dazu sagen: Deine Antwort kommt besser spät als nie! DH!
Wieselchen1 am 31. März 2008 08:23 Habe noch einen schönen Spruch dazu gefunden:
Alle Tage lustig ist gefährlich,
alle Tage traurig ist beschwerlich,
alle Tage glücklich ist unmöglich,
aber eins um's and`re ist erträglich.

Sorry, falls ich auf dem Schlauch stehe, aber ich denke bei deiner Beschreibung an Antidepressiva http://tinyurl.com/yv43cc Lieg ich da falsch?
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:07 Nicht ganz, bitmap. Irgendwie dachte ich mehr an den Schmerz, den eine Trennung herbeiführen kann, an den Schmerz, der einen überfällt, wenn man verraten wird. Eben keine seelische Erkrankung in dem Sinne sondern mehr so ..... nun lösche ich schon zum dritten Mal mein Geschreibsel. Ich lass es besser. Das soll verstehen, wer es verstehen kann.
LG
tanzwiesel
sender am 26. März 2008 01:11 Verrat ist nicht schön. Vertrauenkönnen ist schöner.
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:24 Natürlich ist Vertrauenkönnen besser, Sender. Aber oft endet ein Vertrauen im Verrat, und der tut weh.
sender am 26. März 2008 01:07 Nee, da liegst Du richtig. Ich dachte auch schon an Johanniskraut...

Das gibt es schon, es heißt Verdrängung.
Jede Mutter, die zu ihrem Kind mit dem aufgeschlagenen Knie, das weinend zu ihr kommt, sagt, "Das tut doch gar nicht weh.", legt den Grundstein dafür. Wenn sie noch zusätzlich ein Bonbon oder ein Eis als Trost verteilt, umso schlimmer, späteres Suchtverhalten läßt freundlich grüßen: Wenn mir was weh tut, brauche ich etwas Süßes/einen Schnaps/einen Joint.
Sollen wir uns das wirklich wünschen, das Aspirin gegen den körperlichen und den seelischen Schmerz? Ich wünsche es mir nicht.
Gefühle sind dazu da, dass wir sie fühlen, den Schmerz ebenso wie die Freude.
Wieselchen1 am 26. März 2008 01:19 Weise gesprochen, Cyberoma. Denn wie könnten wir die Freude würdigen, wenn wir den Schmerz nicht kennen?
cyberoma am 26. März 2008 01:35 Ich finde deine Frage sehr wichtig, Tanzwiesel, und danke dir dafür.
Ich habe sie als eine Ratgeberfrage aufgefasst und möchte wirklich allen Müttern sagen: zeigt schon euren Kindern, dass man seinen Schmerz fühlen darf: "Jawohl, es tut weh. Ich weiß, wie weh es dir tut. Aber es wird vorbeigehen, man muss es aushalten. So sollst du mit Gefühlen umgehen: akzeptier sie und drück sie nicht weg. Du sollst genau wissen, was du fühlst."
Dann kann man auch die schönen Gefühle besser spüren.
Auf diese Weise können Eltern bei ihren KIndern viel dazu beitragen, dass wir in Zukunft mehr Mitgefühl und mehr Verständnis füreinander aufbringen. Vielleicht gibt es dann sogar ein bißchen weniger Gewalt in der Welt.
Es ist eine ganz wichtige Frage zu so später Stunde, hoffentlich wird sie von vielen gesehen.
Marah am 26. März 2008 01:40 Ich werde mir das merken- für meinen späteren Nachwuchs! Bin total begeistert!
kuntzkids am 26. März 2008 01:42 Ich HASSE diesen Satz! Er impliziert einem Kind: das, was Du fühlst, ist falsch; ich weiß besser, was Dir fehlt / weh tut.
Wieselchen1 am 26. März 2008 06:55 Cyberoma, du sprichst mir aus der Seele. Bei meinen Söhnen habe ich immer darauf geachtet bzw. werde noch darauf achten (der jüngere ist erst drei, der ältere 19), dass sie ihre Gefühle erlauben, sei es Freude, Wut, Hass, Trauer. Es gab keine Lollies zum Trost, und auch dem Tisch wurde nicht schuld gegeben, wenn sich daran der Kopf gestoßen wurde. Selbst Wut auf Mama und Papa war immer zulässig, und zwar ohne schlechtes Gewissen.
Manche Kinder fangen erst an zu weinen, weil die Erwachsenen entsetzt oder beängstigt schauen. Diese entsetzten Gesichter machen einem Kind Angst und es fängt an zu weinen und zwar nur, weil es Angst bekommt, nicht weil es Schmerzen hat.
Wieselchen1 am 26. März 2008 08:20 Schon Muzko, aber selbst dann sollte man den Kindern nicht erklären, dass das nicht weh getan hat, denn woher wollen wir das wissen? Jeder hat ein eigenes Schmerzempfinden und selbst Schreck und Angst können weh tun. Eben seelisch.
Kinder, die weinen, sollte man in den Arm nehmen und weinen lassen. Kinder, die wütend sind, sollte man im Rahmen herumwüten lassen. Kinder, die ärgerlich sind, sollte man schimpfen lassen. Und Kinder, die allein sein wollen, sollte man auch ihre Ruhe lassen.
Kinder haben genau so große und kleine Gefühle wie Erwachsene. Der einzige Unterschied ist, dass wir Erwachsene diese Gefühle nicht ernst nehmen und so den Kindern von klein auf zeigen, dass Gefühle von anderen nichts wert sind, es sei denn, sie sind uns gerade angenehm...
Wolpertinger am 26. März 2008 20:01 Für den gesamten Gedankenaustausch würde ich gerne jeden einen DH gaben.
cyberoma am 26. März 2008 22:38 Danke, Wolpertinger! Wie schön, dass es User gibt, die sich auch noch nach einigen Stunden für die Antworten interessieren.
Wieselchen1 am 29. März 2008 00:37 Ich lese sogar jetzt noch mal nach, ob jemand noch mal was dazu geschrieben hat, Cyberoma ;-)
in den Arm nehm und drück
Wieselchen1 am 26. März 2008 06:57 Muzko, auch dir ein großes Dankeschön. Das ist natürlich eins der schönsten Schmerzmittel der Welt. Glaube aber bitte nicht, dass ich die Frage gestellt habe, weil es mir schlecht geht. Ich sehe halt nur viel Trauer um mich herum und Schmerz, und da ging mir das schon oft so, dass ich mich das fragte.

Hallo lieber Ted vom Support. Das sehe ich aber ganz anders. Ich habe hier eine Frage gestellt, bei der es im Prinzip um den Umgang mit Trauer und Schmerz geht. Der Grundtenor war für mich: Verdrängung oder Zulassen? Zugegebenermassen habe ich in Metaphern geschrieben, aber hauptsächlich deswegen, um meine Frage gleich zu verdeutlichen.
Und entgegen deiner Ansicht, dass hier kein Rat möglich sei, habe ich sehr viele wertvolle Ratschläge und Erkenntnisse von den tollen, einfühlsamen Antworten mitgenommen.
Und: Ja, ich weiß, dass ich meine Stellungnahmen nicht über das "Beantwortenfeld" geben soll, sondern über die Kommentare. Das aber geht ja nicht, weil du meine Frage kommentiert hast, und nicht übers Beantwortenfeld. Es ist mir aber sehr wichtig, das hier bei der Frage klar zu stellen und nicht im Forum, wo dann wieder gleich ein Fass aufgemacht wird, ob dieser oder jener Balken gerecht ist und ob die Frage nicht hätte gelöscht werden müssen....
marialuisa am 27. März 2008 19:49 danke für dieses Statement. Der irrsinnigste Schmarrn darf hier manchmal stehen, sogar manches, das weit unter die Gürtellinie geht, und wenn es dann wirklich mal tief, ehrlich, bewegend und sinnvoll ist, dann kommt nicht selten etwas von hinter den Kulissen. Ich versteh das auch oft nicht!! Vielleicht erklären die uns da mal. Schönen Abend noch......

Hallo Tanzwiesel. Ohne den "Lows" könnten wir kein "Hoch" wahrnehmen. Wären wir ständig glücklich (was ein menschl. KÖrper z.B. gar nicht lange aushalten würde --> Manie z.B. die Gehirne frisch Verliebter schütten exakt dieselben Hormone aus, wie Gehirne Süchtiger. Diese absolute Verliebtheit stresst den Körper aber sehr stark, er gibt ständig "alles" --> Serotonin, Endorphin, etc, Aufputscher sozusagen u. nach max. 2 Jahren würde man tot zusammenbrechen. Das war jetzt neurologisch erklärt u. nur ein winziger Ausschnitt.. es gibt da noch mehr Erklärungen), also wären wir ständig glücklich, dann wäre uns das irgendwann normal u. gar nicht mehr bewusst, der Körper würde seine Produktion evtl. sogar herunterfahren, Synapsen, also Andockstellen für die ausgeschütteten Hormone würden sich zurückbilden (Sucht --> man würde mehr von dem Wundermittel nehmen wollen!!). Tiefs wollen erkannt u. verarbeitet werden. Wir lernen durch sie eine Menge. Gefühle entstehen zu den Gedanken u. umgekehrt. Gefühle verbinden sich mit Situationen, in denen sie (aus dem limbischen System, unserem Ur-Stammhirn sozusagen, aus dem sich erst später das Kleinhirn entwickelte, dann das Großhirn..)dann sofort abgerufen werden OHNE vom Großhirn (Präfrontalkortex) bewertet zu werden. Oder vor dem Werten u. Analysieren. Wir können in Gefahrensituationen schneller richtig reagieren (man muss nicht jeden Fehler mehrfach machen...in schwirigen Entscheidungssitationen einfach mal mutig auf seinen Bauch hören... oft ist der ganz schlau...). Zum Anderen kann man sein Gehirn lernen zu beherrschen. Gehirn klingt hier steril. Sagen wir lieber seine Gedanken u. somit sein Seelenleben ein wenig mehr beeinflussen. Man kann für sich sorgen, vorausgesetzt man mag sich, denke ich. Und ein wenig liebervoller evtl. unter Zuhilfenahme von Fachwissen, also vom Verstand her, Tiefs in Zukunft weniger extre m werden zu lassen. Doch nötig sind sie, sonst würden wir z.B. unempathische Egoisten werden. -->"Was kümmert mich die Welt, mir geht es soooo gut ohne die!?" Und: wir sind doch süchtig nach gesunden "Hochs", also möchten wir sie erkennen u. besondere Momente genießen u. somit auch wertschätzen können. Ich hoffe, das war lesbar u. nicht doof irgendwie. Einen schönen Abend dir noch. (-:
Wieselchen1 am 31. März 2008 07:40 Gelatine, einen ganz großen Daumen hoch für dich. Es ist sehr schön, dass du dir die Mühe gemacht hast, mir das alles so detailliert auseinanderzusetzen. Eine Anmerkung aber dazu:
Du schreibst, dass man süchtig nach Hochgefühlen werden kann, wenn man ständig glücklich ist. Sind wir aber doch. Wir suchen ständig nach dem Lachen, wir suchen ständig nach dem Glück. Jede Sucht an sich ist doch nur ein Katalysator dafür, die Tiefs auszublenden und in Hochs (zumindest aber in eine starke Betäubung des Tiefs) umzuwandeln, seien es jetzt Rauschmittel, Esssucht, Sport oder andere Möglichkeiten, die den "ultimativen Kick" bringen.

Hallo Zwiesel, daher habe ich auch von g e s u n d e n Süchten geschrieben. Vorletzer Satz oder so. Ich mag meinen ganzen Text nicht mehrmals lesen... s Ja, Träume u. Süchte halten uns am Leben. Sie sind ein Lebenselexier. Ohne dem würden wir uns niemals anstrengen. Die erste (?) Sucht bekommen wir als Babys über die Muttermlich --> Oxytocin, das Treue- u. Bindungshormon, welches uns glücklich macht ist darin enthalten. Es stärkt nicht nur die Bindung u. macht ein Hochgefühl oder angenehmes Gefühl sagen wir mal, es ist eine Belohnung für das anstrengende Trinken an der Mutterbrust. Nach diesem Belohnungsprinzip leben wir alle. ((-: Danke dir u. einen angenehmen TAg noch.
Wieselchen1 am 31. März 2008 07:56 Hallo Gelatine, danke für die schnelle Antwort. Aber erstens: Bitte nenne mich nicht Zwiesel, das ist ein deutscher Kurort :(
Entweder Tanzwiesel, Wiesel oder TW. Damit kann ich leben ;-)
Und zweitens: Unter den Antworten siehst du noch Buttons (Inhalt beanstanden), (Mail-Nachricht bei Kommentar erhalten) und (Antwort kommentieren). Wenn du also noch auf eine Antwort oder einen Kommentar antworten willst, dann solltest du den Button (Antwort kommentieren) benutzen. Sonst verliert deine Antwort schnell den Zusammenhang zum eigentlichen Kommentar.
LG
tanzwiesel
Gelatine am 31. März 2008 08:05 Hallo Wiesel, ich danke dir vielmals. Und es war ein freud'scher Vertipper mit dem Zwiesel..... Ich kenn da jemanden... sagt mir wieder etwas über mich aus. s Danke für den Tipp, ich sah die Kommentarmöglichkeit leider etwas später..... schäm Einen angenehmen Tag Dir. Mit bestem GRuß GElatine
Danke für die schöne Antwort. DH
...das ist schon wieder so eine Antwort, die mir zeigt, was es hier für wunderbare Menschen gibt. Genau deshalb bin ich hier. Das meine ich so.
Soll noch einer sagen, Männer könnten nicht mitfühlen. DH.
Ich danke dir für diese tolle Antwort!
Von mir DH!
Gänsehautfeeling - DH für Raimund