Frage von StrongPassion99, 170

Was für ein Abitur braucht man um Medizin zu studieren bzw. um Arzt zu werden?

Ich habe paar fragen an euch also ich gehe in die 9. Klasse einer Realschule in Hessen. Habe bis jetzt nur eine Fremdsprache (Englisch) Also hier sind meine Fragen: Was für ein Abitur braucht man um Medizin zu studieren bzw. um Arzt zu werden? 

Muss ich eine zweite Sprache lernen um das Abitur mache zu können? Was für ein Durchschnitt brauch ich um ein Abitur machen zu können? Was für ein NC brauche ich um Medizin studieren zu können? Läuft das Abitur genau so ab wie in der Realschule mit den drei Hauptfächern und den ca. 7 Nebenfächern oder wie? Wie läuft das Abitur ab welche Fächer hat man dann? Schreibt man arbeiten wenn ja wie viele und sind sie schwer? Wie läuft später dann das Studium ab? Schreibt man irgendwelche Klausuren wenn ja wie viele und sind sie schwer? Muss ich auch auf irgendeiner weiße ein Praktikum machen? Ich habe auch überlegt mit einer Ausbildung anzufangen dann mein Abitur zu machen und dann zu Studieren um Arzt zu werden wie findet ihr den weg? Ist die Ausbildung nur verschwendete Zeit? Oder ist es besser erst mal die Realschule zu beenden dann das Abitur und dann zu Studiere? Welchen weg findet ihr am sinnvollsten? Könnt mir natürlich auch andere Wege vorschlagen! :) Wenn ihr Erfahrungen gemacht habt könnt ihr sie mit natürlich auch mitteilen oder irgendwelche Tipps oder Rats die ihr mir geben könnt sind gerne erwünscht. :) LG, StrongPassion99

Antwort
von xFeatchx, 85

Guten Abend StrongPassion,

um ein Medizinstudium, welches Voraussetzungen ist um Arzt zu werden, anfangen zu können, brauchst du die allgemeine Hochschulreife (Abitur). Diese kannst du entweder machen, indem du nach der 10. Klasse Realschule auf ein Gymnasium wechselst oder indem du nach der 10. Klasse auf eine Fachoberschule gehst und dort mit einer 2. Fremdsprache die FOS 13 besuchst, um dort dann ebenfalls dein allgemeines Abitur zu machen. (2. Fremdsprache ist für ein Abitur pflicht)

In Deutschland existiert ein Numerus Clausus (Notendurchschnittsgrenze) für ein Medizinstudium. Dieser ist fast überall relativ gleich und richtet sich natürlich nach der Fakultät. Er liegt jedoch meistens bei 1,4 - 1,0 (am häufigsten 1,2). Also ist im Rückschluss ein sehr gutes Abitur verlangt, um sofort angenommen zu werden. Es gibt aber weiterhin noch Listen, in die man sich eintragen kann (sogenannte Wartelisten).

Hier ist eine Website mit einer Warteliste und die durchschnittliche Wartezeit mit einer bestimmten Abiturnote. (z.B. müsste man derzeit mit einer Abiturnote von 3,3 circa 7 Jahre auf einen Studienplatz warten. Man kann diese Zeit natürlich durch FSJ und derartigem stark verkürzen, kostet aber sehr viel Zeit und in dieser Zeit, die du zum verkürzen oder verbessern deiner Chancen nutzt wirst du nur sehr wenig Geld verdienen)

http://www.target-medizin.de/bewerbung/nc-uebersicht-medizin.html


Medizin ist dann ein Studium, indem du Staatsexamen schreiben wirst und keinen Bachelor oder Masterabschluss hast. Der Doktortitel wird dir durch Promotion verliehen und ist für einen Arzt in Deutschland keine Pflicht. Jedoch bekommst du nach der ganzen Ausbildung dann deine Approbation (Zulassung zum Ausüben deines Berufs als Arzt). Wie ein Studium genau abläuft könnte ich jetzt auch schreiben, aber da das meinen Beitrag zu sehr in die Länge ziehen würde, verweise ich dich einfach mal auf diese Website:

http://www.medizinus.info/2014/02/15/medizinstudium-ablauf/

Während des Medizinstudiums wirst du sehr viel Praxis haben, da man in der enormen Zeit (bis zu 10-12 Jahre) natürlich nicht nur Theorie macht. Dazu gehören Obduktionen und natürlich live beim Alltag in Klinken und Krankenhäusern dabei zu sein und vieles mehr.


Ich würde dir raten dich über FOS und Gymnasium einfach mal zu informieren, was dir da vielleicht besser gefallen würde, denn Voraussetzung ist wie gesagt lediglich ein Abitur und dieses kannst du über beide Wege erreichen.
Das Medizinstudium ist ein Traum, den sich stets viele Leute erfüllen wollen, jedoch brechen ca. 40% aller Studienanfänger das Studium wieder ab, da es sehr viel Stress im Sinne von Lernen mit sich führt. Wenn du in Semesterferien ein bisschen Ruhe brauchst und dir keinen Stress machen willst, ist es das absolut falsche Studium. Auch wenn du dich nicht für Biologie interessierst und schlecht (oder mittelmäßig) in der Schule bist, ist es das falsche für dich. Unter Medizinstudenten herrscht (meiner Erfahrung nach jedenfalls in München) ein enorm hoher Konkurrenzdruck und die sind allesamt unerbittlich. Aber wenn du es jedoch trotzdem machen willst und dir das als Ziel setzt, wünsche ich dir alles Gute!

LG


Kommentar von beamer05 ,

Während des Medizinstudiums wirst du sehr viel Praxis haben, da man in
der enormen Zeit (bis zu 10-12 Jahre) natürlich nicht nur Theorie macht.
Dazu gehören Obduktionen

Sorry, aber da muss man mal korrigieren:

Das Medizinstudium dauert nicht 10-12 Jahre, sondern 12 Semester, d.h. etwas mehr als 6 Jahre.

Und Obduktionen macht man im Studium nicht, sondern -meist in den ersten beiden Semestern- wird eine Leiche "präpariert" um daran die Anatomie zu studieren.

Eine Obduktion ist etwas anderes ;-)

jedoch brechen ca. 40% aller Studienanfänger das Studium wieder ab,

Könntest Du bitte mal erklären, woher deine Angabe der 40% Abbrecher stammt?

Ich kenne Werte von ca. 9 - 10%, damit ist das Medizinstudium unter den Studiengängen mit der GERINGSTEN Abbrecherquote!

http://ranking.zeit.de/che2015/de/fachinfo/36

Kommentar von xFeatchx ,

Das stimmt. Das Medizinstudium an sich dauert nur 12 Semester, jedoch orientieren sich die allermeisten nach dieser Studienzeit noch und machen eine Facharztausbildung. Beispielsweise würde eine Chirurgische Weiterbildung ca. 6 Jahre dauern + weitere 4 Jahre zur Spezialisierung. Wenn du nur Arzt werden willst mit einer Approbation und nicht mehr, dann bist du mit 12 Semestern und 3 Monaten gut bedient, jedoch machen die meisten noch weiter, da man sonst nicht sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat.

Eine Obduktion ist ein Vorgang, bei dem die Todesursache bestimmt wird und wohlmöglich der Sterbevorgang. An dieser Prozedur sind natürlich in Universitätskliniken auch teilweise Studenten beteiligt.


Das mit den 40% war erfahrungsgemäß. In den letzten 10 Jahren ist der Numerus Clausus immer weiter gestiegen von Anfangs ca. 1,6 bis nun ca. 1,2. Damals sind demzufolge auch mehr Studenten durchgefallen und das waren ca. 40% laut der Aussage eines Freundes, der damals in München studiert hat. Ich habe mich gerade auch noch einmal belesen und muss mich dafür entschuldigen. Jedoch wird die Abbrecherquote stets sehr variabel angegeben und hat wohl immer etwas mit der Fakultät und den Studienjahrgängen zu tun. Laut einigen Plattformen liegt die Quote derzeit bei 5 - 15%, doch laut Erfahrungsberichten liegt sie meistens für den betreffenden Jahrgang bei 20 - 25%.

LG


Kommentar von beamer05 ,

Während er FacharztWEITERBILDUNG ist man bereits Arzt und arbeitet auch als solcher mit entsprechendem Gehalt, das hat mit dem Studium nicht mehr viel zu tun (eigentlich gar nichts).

Ich habe vor über 25 J. mein med. Studium abgeschlossen (später allerdings noch ein wenig weiter studiert), und auch "damals" war "bei uns" die Abbrecherquote deutlich unter 20% (wenn auch Viele das Studium nicht in der Regelstudienzeit abgeschlossen haben, sondern ein paar Semester mehr brauchten)

Die von Dir ursprünglich genannte Abbrecherquote spukt seltsamer Weise häufig herum, vll. haben ja einige (angehende?) Medizinerkollegen den Wunsch, die Anstrengungen des Studiums damit ein wenig "aufzuwerten" und zu betonen??   ;-)

Antwort
von joachimbaum, 68

mein Sohn studiert auch Medizin und ihm gefällt es sehr. Deswegen versuche ich dir hier mal alles zu beantworten, was ich weiß:

du brauchst ein richtiges Abitur. WG oder TG Abitur reichen nicht aus. Normalerweise muss man den Nachweis einer zweiten Fremdsprache erbringen. Kommt aufs Bundesland an. Ich glaube mit einem guten Realschulabluss kannst du immer aufs Gymnasium wechseln. NC liegt leider bei 1,0. je besser desto besser. Du kannst aber an einem Medizinertest teilnehmen. Wie ein Abitur abläuft kommt auch auf das Bundesland an. Im Studium musst du Pflichtpraktika machen und natürlich lernen. Aber wenn du wirklich Arzt werden willst wird dir das größtenteils Spaß machen :)

Ich würde sagen du sprichst mal mit deinem Lehrer. Die helfen dir bestimmt. und dann machst du direkt dein Abi. Eine Ausbildung kannst du danach ja immernoch machen.

Hoffenltich hilft dir das ein bisschen und du findest deinen Weg!

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Abitur, 40

Erstmal brauchst Du ein normales Abitur, Fachabitur (Fachhochschulreife) reicht nicht !

Mit einem Durchschnitt von 3,0 und jeweils in den Hauptfächern sowie in den übrigen Fächern kannst Du dich i.d.R. für die gymnasiale Oberstufe qualifizieren.

Sonst kannst Du auch erst eine Berufsausbildung machen und danach das normale Abitur im Berufsschulbereich oder auf einem Erwachsensenkolleg. Die Berufsausbildung machst Du dann zweckmässigerweisse im Gesundheitsbereich.

FOS etc. fällt völlig flach, da Du mit einem Fachabitur für Medizin nichts anfangen kannst !

In der Regel musst Du aber nach dem Abitur noch einige Jährchen warten, in denen Du nichts studieren darfst, bist Du an einen Medizinstudienplatz kommst.

Antwort
von maryberry97, 55

Also zu den Fragen mit dem Studium kann ich dir leider nicht viel sagen. 

Deine Fragen kann man eigentlich nicht genau beantworten, da es von Bundesland zu Bundesland anders ist. Ich sage es mal wie es in Rlp ist. Das Abi läuft so

Kommentar von maryberry97 ,

Sorry zu früh abgeschickt. 

Das Abi läuft hier so, dass du 3 Hauptfächer hast, die du frei wählen kannst. Die Nebenfächer muss man dann je nach Hauptfach-Kombination wählen (Deutsch, Mathe, Geschi sind Pflicht). Da kann man mehr oder weniger haben, kommt auf die Kombi und Freiwillige Fächer an. Für das Abi brauchst du theoretisch gar keine Fremdsprache, die kann man alle abwählen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube bei Medizin würde Latein hilfreich sein. 

Kursarbeiten schreiben wir in Lks 2 im Hj und in Gks 1 im Hj. Die Kursarbeiten steigern sich halt. In der 11 ist es noch einfach, aber dann muss man schon was mehr lernen. Wie die gewertet werden dürfte von der Schule abhängig sein. Ich würde dir raten, direkt nach der 10 aufs Gymnasium zu gehen, da du dann im Lernen drin bist. Nach dem Abi kannst du dann ja eine Ausbildung machen und danach Studieren.

Antwort
von egglo2, 50

Hier findest du nahezu ale Infos

http://www.medizin-studieren.eu/

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