Ich hatte im Juli eine schwere Campylobacter-Enteritis; das Laborergebnis mit dem Keimnachweis kam Freitags um die Mittagszeit, abends bekam meine Hausärztin die Blutwerte vom Freitag morgen. Ich hatte völlig erniedrigte Kalium- und Natrium Werte, das CRP lag bei 409 (normal bis ca 8)!! Anstatt mich in die Klinik einzuweisen, hat sie mir ein "schönes Wochenende" gewünscht. Mittlerweile weiß ich, dass ich da schon in Lebensgefahr war und eine Einweisung in die Klinik absolut nötig gewesen wäre. Sonntag abends habe ich mich SELBST in die Klinik eingewiesen, weil mein Kreislauf völlig im Eimer war. Montag lag ich im OP--> perforierter Darm, 4-Quadranten-Peritonitis und Sepsis; bekam einen künstlichen Ausgang für 9 Wochen....
Kann ich meine Hausärztin wegen Fahrlässigkeit und evtl unterlassener Hilfeleistung haftbar machen??
Ich finde Deine Aufstellung der Gesichtspunkte sehr zutreffend, denn "Rache nehmen" ist sicher kein Ansatz, der Gutes bringen kann. Allerdings gibt es Zielsetzungen, die für weiter Patienten wichtig sind (siehe meinen Antwort-Beitrag: der Erziehungseffekt). Und die Gefahr, dass ein Arzt wegen eines einzigen und relativ "alltäglichen" Fehlers drakonisch bestraft wird, ist außerordentlich gering. Da müsste er schon "Mehrfachtäter" sein.
Ich bin mir sicher, dass die Ärztin genau weiß, was sie getan bzw in meinem Fall nicht getan hat. Ein Gespräch brachte mich nämlich nicht zum Ziel; auf meine Fragen ist sie gar nicht eingegangen. Womöglich um bloß kein Geständnis abzugeben......