Frage von lupae, 123

Arzt und Psychologin nehmen mich nicht ernst - was tun?

Hallo liebe Community! Vor kurzem bin ich zu unserem Schularzt gegangen, weils mir nicht so gut ging, sowohl physisch (Knöchel im Sportunterricht geprellt) als auch psychisch.
Ich verletze mich seit 4 Jahren selbst und habe ständig Angst. Ich bin mittlerweile  fast 17 und will nicht, dass das so weitergeht. Deshalb hab ich dem Schularzt davon erzählt, und er hat meine Nummer einer Schulpsychologin weitergegeben, aber auch erst, nachdem ich ihn ein paar Mal nach Hilfe gefragt habe.
Ich habe mit der Psychologin gestern zum ersten Mal telefonisch Kontakt gehabt (sprich: sie angerufen) und ihr von allem erzählt. Sie meinte, dass ich Anfang nächster Woche ein Gespräch mit ihr habe, aber hat auch gesagt, dass sie mir das nicht so wirklich glauben kann und dass sie mich nicht wirklich ernst nehmen kann, weil sie schon viele solcher Fälle gehabt hat. Als sie das gesagt hat, war ich logischerweise total geschockt.
Als sie dann auch noch sagte, dass das wahrscheinlich nur meine Hormone sind und ich drüber hinwegkommen werde, bin ich innerlich explodiert. Ich habe trotzdem nächste Woche ein Gespräch mit ihr, aber ich fürchte, dass das aufs selbe Ergebnis wie beim Telefonieren hinausläuft.
Nein, ich werde nicht mit meiner Mutter darüber reden. Sie weiß nichts davon und darf auch nichts davon wissen. Das Problem ist, dass wir in näherer Umgebung keinen Schulpsychologen o.Ä. haben, und ich will nicht 90€ für eine Stunde bei einem "normalen" zahlen, da ich mir das beim besten Willen nicht leisten kann.
Habt ihr einen Rat für mich? Ich will nicht, dass mein Leben noch weiter den Bach runtergeht.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo lupae,

Schau mal bitte hier:
Schule Arzt

Antwort
von Mikey86, 27

Hi

Also als erstes soll gesagt sein, die angebliche Psychologin ist ne Schande für unseren Beruf!!

Ich kann dir leider keine Ferndiagnose stellen, dafür müsste ich dich persönlich sehen. Aber ich will dir erstmal "Bravo" sagen, das du dennoch soweit bist, und eigenständig merkst, das du dir Hilfe suchen sollst. 

Fakt: die erste Hürde hast du bereits bewältigt.

Betreffend dem Selbstverletzenden Verhaltens deinerseits, solltest du aber tatsächlich etwas unternehmen. 

Du kannst auch einen Termin beim Hausarzt machen, welcher dich dann an einen Psychotherapeuten weiterleiten kann. Durch eine zuweisung eines Fachmediziners, ist die Krankenkasse auch in Österreich verpflichtet, die kosten zu decken.

Du darfst mich auch sehr gerne privat anschreiben. Dann können wir in aller ruhe miteinander sprechen. Ich werde dir gerne zuhören, helfen und gegebenenfalles die notwendigen Anlaufstellen ausfindig machen.

Ich wünsche dir alles liebe und gute

Antwort
von Kunsttier, 19

Um Himmels Willen! Was ist das denn für eine "Psychologin", die ihren Patienten schon am Telefon sagt, dass sie eigentlich keine Ahnung und keine Lust hat! Wie abartig lächerlich und unprofessionell! 

Hör mal, du bist auf keinen Fall verloren, nur weil so eine dämliche Tante keinen Rat für dich hat! Wie in jedem Beruf gibt es auch unter den Psychologen solche, die zuweilen ihre Arbeit weniger gut machen oder sogar völlig unqualifiziert sind. Außerdem sollte dir klar sein, dass nicht jeder Patient zu jedem Psychologen passt. Und da du schon nach diesem einen Telefonat ein schlechtes Gefühl hast, solltest du vielleicht sogar von einem Treffen absehen. Du brauchst dir nicht noch eine Abfuhr unter vier Augen abzuholen! Wenn sie dir nicht helfen kann oder will, dann musst du eben weitersuchen. Verschwende deine Zeit und Energie nicht damit, diese Frau vom Wahrheitsgehalt deiner Aussage überzeugen zu wollen. Ihr seid füreinander einfach ungeeignet. 

Es gibt durchaus Psychologen und Jugendtherapeuten, die über die Krankenkasse abrechnen. Das muss nicht jede Stunde 90,- € kosten. Informiere dich über Praxen in deiner Umgebung. Zur Not musst du eben einen kleinen Reiseweg in Kauf nehmen. 

Damit du aber nicht nochmal eine enttäuschende Antwort bekommst oder nicht ernst genommen wirst, solltest du vielleicht daran arbeiten, deinen Gemütszustand klarer in Worte zu fassen. Selbstfindungsprobleme, Orientierungslosigkeit und Selbstverletzungsversuche sind gar nicht so ungewöhnlich für einen Teenager. Deshalb solltest du genau erklären, was für Ängste du hast (in welchen Situationen) und wie lange du dich schon selbst verletzt und warum. Erzähle, wie du dich im Alltag fühlst, wie du deine Außenwelt wahrnimmst und was du für ein Bild von dir selber hast. Hab keine Angst, die Dinge anzusprechen, die besonders schmerzhaft und unangenehm sind, denn die sind besonders wichtig. Je mehr genaue Informationen du liefern kannst, desto eher wird ein Psychologe feststellen können, dass du nicht einfach nur ein ganz normaler verwirrter Teenager bist, sondern wirklich Hilfe brauchst. 

Kopf hoch und viel Glück! 

Antwort
von sweetmelonxx3, 23

Hey,
Ich hatte auch starke psychische Probleme seit ich 14 war. Das Leben machte für mich keinen Sinn mehr und war dauernd depressiv und es hat meine ganzes Leben, meine ganze Jugend bestimmt und zerstört. Aber ich bewundere dich und bin froh, dass du selbst erkennst, du willst so nicht mehr.
Das ist der beste Weg zur Hilfe , glaub mir.
Für mich war jeder Tag ein Kampf für sehr lange Zeit. Ab dem 19. Lebensjahr ging es für mich bergauf. Es hat sehr viel damit zu tun , dass man erwachsen wird und Situation besser, realistischer bewerten kann und nicht sofort alles hochspielt.
Jetzt bin 21 und ich kann wieder am Leben teilhaben. Tiefe Wunden verschwinden nie denke ich aber jede Vergangenheit ist einzigartig und jede Erfahrung macht dich stärker, schärft dein Verständnis vom Leben und dem Sozialverhalten.
Tipps hast du ja schon von allen bekommen, ich wollte dir nur zeigen, dass wenn es ein Härtefall mit null Einsicht geschafft hat, dann du mit deiner frühen Erkenntnis auch.
LG.

Antwort
von heidemarie510, 43

Ich bin ehrlich gesagt schockiert über diese "Psychologin", mit der Du telefoniert hast. Ich hätte sie gefragt, was sie eigentlich beruflich macht...Die müsste aus dem Verkehr gezogen werden.

Was sollen wir Dir hier raten? Es tut mir so leid für Dich, aber es kann nicht sein, dass Dich kein Arzt ernst nimmt. Wende Dich doch bitte an Deine Mutter/Eltern!

Warum willst Du zu einem Schulpsychologen? Gehe zu einem "normalen". Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten dafür. Schaue im Internet nach, da findest Du niedergelassene Psychologen und Therapeuten in Deinem Wohnort!

Alles Gute!

Kommentar von lupae ,

Ich hab mich schon informiert, ich wohne (leider) in Österreich, da ist das alles anders geregelt...

Kommentar von heidemarie510 ,

Aber ich bitte Dich! Dann gehe zu einem Jugendamt, gibt es das denn in Österreich? Es kann doch nicht sein, dass Du Dich ritzt und alle sagen, kein Problem, das ist nur die Pubertät...unfassbar.

Kommentar von lupae ,

Ans Jugendamt hab ich noch gar nicht gedacht, danke! Ich werde auf jeden Fall, wenn das Gespräch in einer Katastrophe endet, mich dort melden und mich weiter erkundigen.

Antwort
von 2015Lala, 23

Diese Psychologin scheint nicht gerade gut zu sein.
Du bist doch sicherlich Krankenversichert und im normal Fall zahlt die Krankenkasse dann auch die Kosten für einen Psychologen, also eigentlich müsstest du dir einen Aussuchen dürfen und es muss ja auch kein Schulpsychologe sein.
Wie lange dauert es denn noch bis du 18 bist? Weil wenn du 18 bist musst du deinen Eltern nichts mehr davon erzählen, aber ob du mit 17 einfach so zu einem Psychologen gehen kannst ohne das es deine Eltern mitbekommen ist fragwürdig. Wurden deine Eltern nicht eh schon von der Schule informiert, dass du einen Termin bei einer Schulpsychologin hast?
MfG und alles gute.

Kommentar von lupae ,

In ca einem Jahr bin ich 18. Meine Eltern wurden auf meinen Wunsch hin nicht verständigt, weswegen ich auch extrem erleichtert bin. Wie bereits in einem Kommentar erwähnt, zu meiner Mutter habe ich eine schlechte Beziehung und mein Vater wohnt im Moment im Ausland.

Kommentar von 2015Lala ,

Wann kommt denn dein Vater wieder? Dauert das noch lange? Wende dich dann einfach mal an einen von die gewählten Psychologen oder auch an mehrere und Frage nach wie es ist. Vielleicht kann dir ja irgendwie einer helfen. Ansonsten musst du dich notfalls ans Jugendamt wenden, welches ja in Deutschland meiner Meinung nach nicht gerade toll ist, aber vielleicht ist das in Österreich anderes.

Antwort
von Woropa, 7

Wenn du vom Arzt eine Überweisung zu einem Psychologen bekommst, dann musst du da nichts bezahlen. Da hat dir wohl irgendjemand Unsinn erzählt. Oder das war ein Privatpatient, der dir das erzählt hat. Der muss das zwar bezahlen, bekommt das Geld aber später von seiner Krankenkasse wieder. Du hast das Recht auf freie Arztwahl. Wenn du das Gefühl hast, das die Schulpsychologin dir nicht glaubt oder dich nicht ernst nimmt, dann musst du auch nicht mit ihr reden.

Antwort
von Shae69, 43

Auf jeden Fall hast du schon mal den richtigen Schritt gemacht und erkannt: Ich will das so nicht mehr. Aber wenn du etwas ändern willst, fängt das im Kopf an und endet in Taten. Also versuch' dich selbst zu motivieren, dein Denken zu ändern etc. Die Schulpsychologin hat ja auch nicht wirklich unrecht damit, dass vieles von der Pubertät kommt.

Kommentar von lupae ,

Ich hab ihr auch Teile aus meiner Vergangenheit und die Gründe dafür gesagt, aber sie ist trotzdem der Meinung, dass das an den Hormonen liegt und meine Vergangenheit keine Rolle spielt.

Kommentar von Shae69 ,

Oh man, ich kenne das. Der Schulpsychologe an meiner Schule hat zu mir gesagt, dass er "überfordert sei". Da dachte ich auch nur wtf... Ich würde die gute Dame ruhig mal kritisieren und von ihr verlangen, dass sie dich ernst nimmt, immerhin ist das ihr Job und sie wird dafür bezahlt!

Kommentar von 2015Lala ,

Ich habe auch mal Jahrelang auf einen Schulpsychologen gewartet. Dann habe ich auf die Weiterführende Schule gewechselt und hatte nie einen Termin bei dem Schulpsychologen.

Antwort
von Konsti99999, 42

"Meine Mutter darf nichts davon wissen" <- Da liegt der Fehler. Wofür sind Mütter deiner Meinung denn da, ausser dem Kind zu helfen? Gebären und ernähren des wars?

Kommentar von lupae ,

Sie hat mir damals nicht geholfen, als sie mich beim selbstverletzen erwischt hat, sondern mich einfach bluten lassen und gefragt, was der sch*** soll. Außerdem habe ich - seit sie sich von meinem Vater getrennt hat - eine schlechte Beziehung zu ihr. Ich kann ihr nichts mehr anvertrauen. Mein Vater kennt meine Probleme, lebt aber im Moment wegen seinem Beruf im Ausland.

Kommentar von heidemarie510 ,

Was sind das für Mütter..Hilfe!!! Gehe allein zu einem Therapeuten!

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