Frage von Sarkoezy07, 102

Arzt und minderjährige Patientin?

Also ich brache das für mein Sowi Referat. Es geht um das Thema "Jugendrechte" und ich wollte ein etwas ausgefalleneres Beispiel, leider finde ich nicht all zu viel dazu im Internet. Vielleicht kennt sich ja hier jemand aus?

Ist es gesetzlich erlaubt, dass eine Patientin (z.B. 16 Jahre) eine Beziehung mit ihrem Arzt (z.B. 30 Jahre) eingeht? Nehmen wir mal an, die Patientin lernt den Arzt im Krankenhaus kennen, dann wird sie entlassen und die Beziehung beginnt, während sie in der nachstationären Behandlung ist. Irgendwann ist er dann ja nicht mehr ihr Arzt und sie nicht mehr seine Patientin. Wäre es dann erlaubt? Also wenn man die Vorgeschichte beachtet.

Es geht hier nur um das Rechtliche und nicht um die Moral.

Für das Referat müsste ich halt wissen, ob es prinzipiell erlaubt ist und, wenn nicht, welche Konsequenzen das hätte.

Danke im Voraus :-)

Antwort
von Janiela, 52

"Sexuelle Selbstbestimmung" ist das Stichwort. Ja, das wäre legal. Den Rest kannst du mit neuen Stichworten bestimmt selbst recherchieren.

Antwort
von Blacklight030, 67

Du mußt in diesem Fall mal unter "Schutzalter" nachsehen.

Es ist eine durchaus denkbare Zusammenstellung, denn die Patientin war zu keiner Zeit dem Arzt schutzbefohlen im Sinne dieses Gesetzes.

Diese Beziehung wäre vom Gesetz her erst mal erlaubt. Lediglich die Eltern könnten ein Umgangsverbot aussprechen.

Ich sehe weder gesetzlich noch moralisch ein Problem.

Dieses Problem würde übrigens auch nicht bestehen, wenn sich eine Praktikantin verliebt und nach dem Praktikum eine Beziehung mit dem Arzt beginnt...(nur so am Rande)

Kommentar von Kitharea ,

Soweit ich weiß muss man ab 16 nicht mehr die Eltern "fragen" - bzw. wenn der Jugendliche das will darf er ab 16 völlig selbst entscheiden. Schutzbefohlene IMMER ausgenommen.

Kommentar von Blacklight030 ,

Das ist richtig, fragen mußt Du nicht. Wenn die Eltern aber Kenntnis erlangen können sie vom Umgangsbestimmungsrecht Gebrauch machen. Diese beiden Bestandteile des Rechtes haben gar nicht viel miteinander zu tun, greifen dennoch ineinander. Wie soll eine Beziehung funktionieren, die der Gesetzgeber zwar in jeder Hinsicht erlaubt, wenn die Eltern grundsätzlich den Umgang untersagen. Grundsätzlich aber eine Empfehlung an alle Eltern: Stellt Euch nicht der LIEBE Eures Kindes in den Weg, so lange es keinen offensichtlichen Schaden erleidet. Das fällt einem auf die Füße.

Kommentar von Sarkoezy07 ,

Ok, vielen Dank. Ich dachte die ganze Zeit, dass die Patientin schon eine Schutzbefohlende von ihrem Arzt ist.

Kommentar von Blacklight030 ,

Nein, das ist sie in keinem Fall, es sei denn, dass es sich um einen Facharzt im Sinne eines Psychiaters handelt. Hier könnte es wenigstens während des Klinikaufenthaltes etwas "grau" werden. Im Anschluss an die Behandlung aber ganz sicher nicht mehr. Das Alter des Arztes in diesem Fall lässt aber ohnehin nicht vermuten, dass er einen entsprechenden FA hat. 

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