Frage von Nikita1839, 132

Arzt hat falsch diagnostiziert, was hätte sein können?

Mein Pferd musste vor kurzem eingeschläfert werden. Das lag daran, dass der Arzt die Hufrehe übersehen hat, da er beim ersten Besuch in Eile war, und meinte, sie habe nur zu viel Eiweiß zu sich genommen. Da hatte sie die Hufrehe dann schon 3 Wochen länger-unentdeckt-. Auf Grund der späten Behandlung musste sie dann eingeschläfert werden. Die richtige Besitzerin musste auch noch alles selbst bezahlen. Hätte sie Schmerzensgeld etc bekommen, wenn sie den Arzt darauf verklagt hätte? Bzw was wäre überhaupt passiert?

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 25

eine eiweissvergiftung wäre schon schlimm genug gewesen und hätte ebenfalls eine sorgfältigen und intensive behandlung erfordert. und zwar ohne eile.

auch davon kann ein pferd so schwere schäden davontragen, dass es eingeschläfert werden muss.

rehesymptome sollte eigentlich JEDER pferdebesitzer kennen. und einen verdacht gegenüber dem tierarzt auch unbedingt äussern und auf die untersuchung auf rehe bestehen. egal, wie "eilig" der tierarzt es hat.

akute vergiftungen, koliken, geburtsprobleme, rehe und einiges andere gehört in die prioritätenliste eines jeden pferdetierarztes.

verläuft die rehe atypisch, zum beispiel auf der hinterhand, plötzliche widersetzlichkeit beim reiten, einseitige lahmheit etc. wird auch der tierarzt das nicht in jedem fall sofort sicher diagnostizieren. da ist der pferdebesitzer gefragt, der sein tier kennen und beurteilen können sollte, was bei diesem pferd normal ist und was nicht.

die pferdebesitzerin sollte sich mit einem anwalt in verbindung setzen. die erstberatung kostet normalerweise um die 30 euro.

ich hoffe, das pferd ist obduziert worden, ansonsten sieht es mit der beweislage nicht gut aus.

Antwort
von Carlosbk, 23

Die Frage ist so speziell, dass sie wohl nur von einem Fachmann beantwortet werden kann. Frag deinen Anwalt - wenn du einen hast oder die Rechtschutzversicherung. Die haben i.d.R. auch Fachleute, die sich auskennen. Ansonsten wäre noch Rechtsberatung z.B. im Rathaus oder bei der VerbraucherZentrale möglich.

Antwort
von sukueh, 37

Solche Fragen kann euch am zuverlässigsten ein Anwalt beantworten. Wobei ich nicht glaube, das man in so einem Fall auf Schmerzensgeld klagen kann. Schadenersatz vielleicht, wenn man dem Arzt einen Behandlungsfehler nachweisen könnte, was aber sicher nicht einfach sein dürfte.

Wann wurde denn die Hufrehe entdeckt und was hat der Arzt bei seinem ersten Besuch als Maßnahme gemacht? 

Kommentar von Nikita1839 ,

Die Hufrehe wurden insg. nach 4 Wochen entdeckt, bei seinem ersten Besuch hat er, nachdem er meinte sie esse zu viel Eiweiß, nichts weiter gemacht ausser zu sagen, das sie weniger Gras essen soll

Kommentar von sukueh ,

Wo gibt es denn jetzt noch so viel Gras dass man davon zu viel Eiweiß bekommen kann? Der TA wurde doch sicher wegen Verdacht auf Hufrehe geholt, dann lass ich mich mit sowas nicht abspeisen. Wenn das der selbe tierarzt war, der bei der kolik schon nicht kam, hätte ich eh nen anderen gerufen. Die Hufrehe muss ja deutlich sichtbar gewesen sein, wenn es so schlimm war.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 40

Ich fürchte, da kann man nichts machen. Außer den TA zu wechseln.

Kommentar von Nikita1839 ,

Naja für welches Tier denn jetzt^^

Kommentar von Dahika ,

in Zukunft, meine ich.

Antwort
von Boxerfrau, 10

Mhm denke so etwas kann dir ein Anwalt der sich mit Pferden beschäftigt wohl am besten Informationen drüber geben. Ist schwer nachzuweisen. Vorallem verstehe ich nicht, warum man nicht noch einen anderen TA hinzu gezogen hat. Oder einen Schmied. Hufrehe sind eigentlich leicht zu erkennen, selbst als Leihe.

Antwort
von Gothictraum, 36

das solte zwar nicht passieren kann aber, ihr hättet auch einen anderen TA holen können

Kommentar von Nikita1839 ,

Man vertraut aber nunmal auf seinen Arzt, und in der Großstadt hat man Glück wenn ueberhaupt einer kommt.. Bei der Letzten kolik konnte auch keiner kommen

Kommentar von sukueh ,

Selbst in der Großstadt muss ein Tierarzt doch kommen. Gerade bei Pferden kann man doch keine Ferndiagnose machen. Dann suche ich mir einen Tierarzt der kommt wenn ich ihn brauche. Grad im Notfall....

Antwort
von koziac, 61

Jeder macht mal Fehler, auch Ärzte. Aber da muss man sich noch mal bei der Krankenkasse oder bei der Versicherung informieren

Kommentar von Nikita1839 ,

Versicherung war da nicht.. Was ich selbst bis zum Tod nicht wusste

Kommentar von koziac ,

dann sieht es schlecht aus .... Man kann ja auch mal mit dem Arzt reden

Kommentar von sukueh ,

Was für eine Versicherung soll das sein? Ne Krankenkasse in dem Sinn gibt es für Tiere ja nicht. Hier könnte man sich an eine übergeordnete Stelle für Veterinäre wenden. Wenn man für sein Tier keine Krankenversicherung abgeschlossen hat muss man die Kosten selber tragen. Derartige Versicherungen treten aber meines wissens nicht für den Halter ein wenn der Verdacht auf eine falsche Behandlung besteht.

Kommentar von ponyfliege ,

stimmt. das ist zivilrecht.

Antwort
von Daguett, 68

Ich kenn mich mit Pferden zwar nicht aus, aber ich weiß, das eine Futterumstellung bei allen Arten von Hufrehen zu empfehlen ist. Und das sollte sofort geschehen. Der Tierarzt kann im Endeffekt auch nichts dran ändern.

Kommentar von Nikita1839 ,

Ja aber er muss es doch diagnostizieren, sonst weis man ja nichts davon, und er hats eben erst nach insg. 4 Wochen festgestellt und dann wars zu spät, sonst hätte sie die Hufe verloren

Kommentar von Daguett ,

Man kann sich ja auch ne Zweitmeinung einholen, sei es von einem anderen Tierarzt oder auch beim Hufschmied. Außerdem sind die Heilungschancen wie beim Mensch auch vom Grad der Erkrankung abhängig.

Kommentar von ponyfliege ,

ne rehe sollte man ohne tierarzt diagnostizieren können. man braucht dann lediglich noch eine untersuchung mit der bestätigung.

mit einem schnelltest hätte er den blutzucker feststellen können, gegebenenfalls insulin und einen blutverdünner spritzen können. das ist zwar auch nicht doll, kann aber im zweifelsfall dem pferd das leben retten. der zuckerstoffwechsel wird stabilisiert und die nieren werden entlastet.

ein pferd mit akuter rehe hat EXTREMSTE schmerzen. das kannst du feststellen, wenn das pferd erstens nicht komplett ausatmet, bzw. bei jedem zweiten oder dritten ausatmen leicht "nachgrunzt", ganz leise.  dann hat ein pferd so sehr schmerzen, dass ein mensch bereits bei gleichen schmerzen davon bewusstlos werden würde.

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