Frage von SmartOrange, 57

Arrogante gute Freundin?

Hallo, ich habe eine Freundin in der Schule, die eigentlich die gleichen Interessen hat und den gleichen Berufsweg anstrebt wie ich.
Ich habe relativ gute Noten, sie hat gut Noten. Ich will Medizin studieren, sie will Medizin studieren.

Ein Beispiel: wir hatten mal die Biologie Klausur wiederbekommen. Ich hatte diesmal nur 10. Punkte (ich konnte nicht lernen, da ein Familienmitglied verstorben ist) und sie hatte 15 Punkte. Mit dem Tod des Familienmitgliedes habe ich ihr nicht erzählt.

Sie fragte mich daraufhin "Und? Welche Note"?" Ich "10 Punkte"
Sie "10 Punkte sind doch super!"
Habe sie nach ihrer Note und sie meinte, es wären 15.

Ein anderes mal hatten wir eine mündliche Klausur in englisch.
Wir wurden separat in ein Zimmer aufgerufen.
Nach der mündlichen Klausur meinte meine Lehrerin, dass es bei mir nicht besser laufen könnte und es "die beste" mündliche Klausur bis jetzt war.
In einer Unterhaltung meinte mal diese Freundin zu einer anderen "Ich war so gut in der Klausur. Warum hat die Lehrer nicht einfach sagen können, dass ich die Beste war?"

An einem anderen Tag fragte ich sie "Und wie stehst du jetzt in Chemie?"
Sie meinte "13 Punkte und du?"
Ich "Auch zurzeit 13 Punkte"

Daraufhin verzog sie das Gesicht (weil sie nicht erwartet hatte, dass wir gleich gut sind"

Was soll denn dieser Konkurrenzkampf, wie gehe ich damit um?

Abitur 2016.

Antwort
von Pescatori,

Ich finde es gut, wenn Dir die  Rivalitätsgefühle zwischen Euch zum Problem
werden. Ich vermute, dass sie Eure Freundschaft ernsthaft  gefährden können.

Aber zunächst kommt mir in den Sinn, dass ihr Euch als Abiturientinnen so verhaltet, wie ihr es gelernt habt: 

Ihr seid sehr leistungsorientiert, strebt das prestigeträchtige Studium der  Medizin an, lebt in einem Milieu, in dem sich der Wert des Menschen an seinen Zeugnissen ablesen lässt. (?)

Echte Freundschaft durchbricht allerdings diese radikale Leistungsorientierung.

Ich vermute, dass Euch  „weiche Werte“ wie mitmenschliche Solidarität, Hilfsbereitschaft, Einfühlungsbereitschaft viel bedeuten und dass (hoffentlich)  Eure Wahl des Medizinstudiums entscheidend auch von dem Motiv des Helfen-Wollens bestimmt wird.

Die Leistungsrivalität zwischen Euch bietet doch nun die Chance, Euch über lebensbestimmende Wertorientierungen klar zu werden: 

Wollt ihr vorrangig siegen oder verstehen?

Diese Überlegungen mögen Dir weit hergeholt erscheinen. Aber wenn die hier angesprochene Problematik für Euch gegenstandslos wäre, hättet ihr keine Rivalitätsprobleme.

Ich wünsche Euch eine gute, tragfähige Freundschaft und  mitfühlende Freude bei Eurem Medizinstudium.

Antwort
von pingu72, 28

Ich würde mir garnichts daraus machen. Es gibt immer Leute die besser sein wollen (oder denken sie wären es...). Das sollte aber nicht dein Problem sein. Wenn es dich so stört redet einfach nicht mehr über eure Noten. Es geht sie schließlich nichts an. Dann sollte der "Konkurrenzkampf" erledigt sein.

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