Frage von EliasundSchule, 38

Armut und Reichtum in Indien-Fragestellung (Problemfrage)?

Ich geh in die 11.Klasse eines Gymnasiums und belege zurzeit einen Seminarkurs. Wir haben das Thema Indien-ein Land der Gegensätze. Passend dazu mussten wir ein Unterthema finden, worüber ich meine Seminararbeit schreiben werde. Ich habe mich für das Unterthema Armut und Reichtum in Indien entschieden. Nur muss ich jetzt für meine Seminararbeit eine Fragestellung (Problemfrage) finden. Hätte jemand vielleich Vorschläge für eine Fragestellung (Problemfrage) passend zu dem Thema Armut und Reichtum in Indien? Wäre sehr hilfreich. Ich bitte schnell um eine Antwort. Danke schonmal im voraus:)

Antwort
von safur, 27

Sowas wie..

Kastensystem - Fluch und Segen - Wo Grenzen niemals enden.

Worüber möchtest du denn in etwa schreiben, vielleicht fällt mir dann mehr ein.

Kommentar von EliasundSchule ,

Also erstmal danke, dass du geantwortet hast:)

 Ich möchte in meiner Seminararbeit hauptsächlich den Kontrast/die Kluft zwischen Armut und Reichtum in Indien hervorbringen. Natürlich kommen dann Unterthemen wie Ursachen (z.B Kinderarbeit) und Folgen dazu, aber ich glaube, dass es nicht so relevant für die Fragestellung ist. In der Fragestellung soll etwas mit dem Kontrast/der Kluft zwischen Armut und Reichtum und mit den Wohlstandsdifferenzen in Indien vorkommen. 

Ich hoffe mit diesen Informationen kannst du mir einen weiter Vorschlag machen:)

Kommentar von safur ,

Ich glaube ich verstehe grundsätzlich schon was du meinst. Man muss bei so einer These allerdings vom globalen auf einen eindeutigen Aspekt hindeuten.

Bsp.:
Wohlstandsgesellschaft in Deutschland - Werden unsere Kinder immer dicker?

Du schreibst erst etwas allgemeines und beziehst dich dann auf einen gewissen Aspekt.

In deinem Beispiel, wie definierst du denn Armut und Reichtum? In Indien hast du Armut in der Bildung, dem Verständnis, der Modernen, der berufl. Möglichkeiten, ..
In Indien hast du einen Reichtum an Akzeptanz, ein interessantes Verkehrssystem, ein improvisiertes und akzeptierendes Leben. Selbst in diesen Aussagen sind teilweise schon Widersprüche, da man sie klar abgrenzen muss. Du brauchst normalerweise keine Angst haben durch das Slum mit einem teuren Anzug zu laufen. Niemand wird dir etwas tun, man wird dich akzeptieren. Die gleiche Nummer um 23Uhr nachts ist etwas anderes. Man wird sich eher fragen, weshalb ist der Mensch so doof und kommt genau an diesen Ort?

Ein Taxifahrer in Delhi verdient ca. 80€/Monat mit drei Kindern + Frau. Wenn du dir mal die Mieten ansiehst wirst du merken, das kann gar nicht funktionieren. Ein echt günstiges Zimmer ohne AC, mit Strom, kostet so 30€. Nun musst du auch noch sehen wo ist das und wir sprechen hier von nur einem Zimmer. Weiterhin kommt es auf die Wasserversorgung an. Bei so günstigen Unterkünften kommt meist der Government-Truck und beliefert deinen Tank mit zwei Kategorien von Wasser.
Trinkwasser / Waschwasser :-)

Ich glaube ich würde mich auf eine Seite stellen und aufzeigen warum das auch etwas gutes hat.

Bsp.: Armut in Indien - Fluch und Segen
Wir reisen nach Bihar, gehen auf's Land. Du wirst Kinder (4 Jahre) sehen die Steine klopfen. Die Eltern schicken sie nicht in die Schule. Die Kinder wollen auch nicht. Sie unterstützen ihre Familie. Sie sind das so gewöhnt, haben es so gelernt. Nehmen wir an du kommst nun und schließt den Steinbruch, weil du den Kindern helfen möchtest. Du machst die Situation nur schlimmer. Die Familie kann nun die Kinder nicht mehr ernähren. Entweder gibt man das Kind ab oder schickt es nach Delhi zur Zwangsprostitution. Das Kind wird das machen, es hilft immerhin der Familie. So zieht sich das durch.. leider.

Frage soll sein, helfe ich diesen Menschen wirklich nachhaltig mit meiner Aktion. Ein echt schweres Thema.

Kommentar von EliasundSchule ,

Hmm...ist schon ein großes und schweres Thema:/ Ich steh gerade auf dem Schlauch. Ich bin mir jetzt nicht genau sicher ob ich mich mit dem Thema Armut und Reichtum in Indien beschäftigen soll. Vielleicht ist es ja besser, wenn ich mich auf ein etwas kleineres Thema beschränke wie zum Beispiel Kinderarbeit. Und dazu die Problemfrage Indien-ein Land zwischen Kinderarbeit und Hightech? oder so ähnlich.

Kommentar von EliasundSchule ,

Hättest du vielleicht ne gute Problemfrage zum Thema Kinderarbeit? Es muss auch nicht unbedingt etwas mit Armut und Reichtum zu tun haben. Ich bin halt noch relativ am Anfang meiner Seminararbeit und hab halt deshalb auch nicht so ein richtigen festen Standpunkt

Kommentar von safur ,

Verlorene Kindheit?
Für die Familie!
Tränen der Seele? Ich weiß auch nicht..

Ein Land zwischen Kinderarbeit und Hightech finde ich nicht schlecht. Wo siehst du allerdings Hightech? Meiner Meinung nach geht es oft nicht um Hightech sondern die extreme Bevölkerung noch zu beherrschen / zu beschäftigen. Genau an dem Punkt verlierst du wieder Hightech, weil du unzählige "sinnlose" Stellen schaffen musst.

Hättest du die Steinklopfer-Tätigkeit nicht und ersetzt es durch Maschinen (Hightech) stehen mal eben eine halbe Mio auf der Straße. Wie machst du das als Regierung? Die halbe Mio ist noch eher untertrieben.

Interessantes Konzept kam von Tata als er den Nano entwickeln wollte. Ein Auto für jeden Inder. 1 Lakh INR als Grenze - 1.300€ / Auto.
Er hatte die Vision die Motorradunfälle zu reduzieren, so dass jeder Inder ein kleines Auto mit 4 Sitzen haben kann. Man müsste mal nachsehen was daraus wurde. Das ist Hightech made in India :-)
Anders formuliert, wie hoch muss das Leid / Bedarf sein, dass man überhaupt auf so eine Idee kommt und versucht das zu realisieren?

Näherinnen sind teilweise 15, 16 Jahre alt und arbeiten auch für 90 INR / Tag (1.20€). Sie müssen von dem Lohn auch noch ihr Zimmer mit bezahlen bzw. Essen. Es bleibt praktisch nichts übrig. Es ist aber ein Teufelskreis, würdest du überhaupt nicht arbeiten, kannst du die Familie nicht unterstützen bzw. fällst ihr zur Last.

Man muss dazu sagen in Indien werden Jugendliche deutlich länger als Kind gesehen / behandelt als in Deutschland und aufgrund ihrer Entwicklung sind diese auch deutlich "kindlicher".
Man erwartet eher keine Eigeninitiative sondern folgt der Anordnung des Lehrers / Prof.

So hast du auch ein extremes Bildungsproblem. Die Kinder gehen mit 5 Jahren oft schon fast den ganzen Tag zur Schule. Sie Essen dort mit und entlasten die Familie. Mit 16 bist du normalerweise soweit dich zu spezialisieren. Mit 18 studierst du und mit 20-21 bist du fertig. Ein Bachelor hat allerdings kaum Wert also musst du noch einen Master machen. Es gibt tatsächlich die Regierungsschulen, allerdings sind deine Chanen deutlich schlechter. Es bleibt nur private Kurse und Vorbereitungskurse die wirklich viel Geld kosten. Es ist leider normal geworden, dass man es eben bezahlen muss.

Was dazu kommt die Menschen haben teilweise keine echte Motivation / Idee was sie genau machen wollen. Sie sind hin - und hergerissen. Man macht oft das, was man einem halt sagt. Selbst mit Bachelor kann es dir passieren, dass du "niedere Arbeit" vollziehen wirst.  

Ein Ing. legt auch oft mit 300€/Monat los. Eine "normale" kleine Wohnung in Delhi kostet 200€.

Wenn du nur etwas europ. Standard haben möchtest bist du mit 1.'-1.200€/Monat dabei.

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