Frage von LinLina, 95

Arktische Eisfläche. Veränderung und Folgen?

Wie Verändert sich die arktische Eisfläche und was sind die Folgen davon?

Expertenantwort
von realfacepalm, Community-Experte für Klima, 14
Zuerst einmal die Grundlagen: zu welcher Jahreszeit, und mit was für einem Maß betrachtest Du die Eisfläche?

Jahreszeit
:
Die Polkappen haben durch die weiße und stark reflektierende Oberfläche eine hohe Rückstrahlfähigkeit (Albedo). Dadurch wird im arktischen Sommer am Polartag eine Menge an Sonneneinstrahlung direkt wieder reflektiert. Überaschenderweise ist die Sonneneinstrahlung im Sommer in der Arktis global am stärksten - sogar stärker als in tropischen Gebieten.

Daher wird bei einem Abschmelzen des arktischen Meereises im Sommer eine Menge an Sonneneinstrahlung nicht mehr reflektiert, und das arktische Meer zusätzlich aufheizen. Meerwasser hat eine sehr niedrige Albedo. Diese Erwärmung führt dann zu noch mehr Eisverlust, usw. Das ist die Eis-Albedo-Rückkopplung. http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Eis-Albedo-Rückkopplung

Im Winter scheint dagegen in der Polarnacht keine Sonne - die Ausdehnung des Eises ist dann also nicht so wichtig, vor allem als Startpunkt für die Schmelzsaison im Sommer.

Zweitens das Maß
:

Die Menge an Eis kann man auf verschiedenen Weise messen: die Meereisfläche (Sea Ice Area), und die Meereisausdehnung (Sea Ice Extent). Mit Ausdehnung Extent ist dabei die Fläche gemeint, von der mindestens 15% mit Eis bedeckt ist. Extent wird am häufigsten verwendet, da am wichtigsten für die Schifffahrt. Als drittes Maß gibt es noch das Volumen des Meereises.

IST-Zustand der letzten Jahre seit Beginn der Satellitenmessungen 1979:

Das Meereisvolumen im Sommer ist bereits zeitweise um mehr als 75% zurückgegangen.(!) , von etwa 16 tausend km³(ja, Kubik-Kilometer) auf 3,7 tsd km³ in 2012.  http://psc.apl.uw.edu/research/projects/arctic-sea-ice-volume-anomaly/

Die arktische Meereisausdehnung (extent) im Sommer hat sich bereits um über 50% reduziert, von über 7 Millionen km² auf unter 3,5 Millionen km² in 2012 http://nsidc.org/arcticseaicenews/charctic-interactive-sea-ice-graph/ (einfach seitlich rechts am Graph auf das blaue Dreieck nach unten
klicken, und dann auf „show all“.)

oder als Karte2 http://igloo.atmos.uiuc.edu/cgi-bin/test/print.sh?fm=09&fd=15&fy=1980&am...

(dort allerdings mit 30% Meereiskonzentration)

Folgen global:


Meeresspiegelanstieg
: Direkt führt das Abschmelzen nicht zu einem Meeresspiegelanstieg - archimedisches Prinzip.

Globale Erwärmung
: Durch die oben beschriebene Eis-Albedo-Rückkopplug erwärmt sich die Arktis etwa dreimal stärker als der globale Durchschnitt. Diese positive Rückkopplung verstärkt insgesamt auch die globale Erwärmung.

Grönländischer Eisschild und Gletscher/Festlandeis in der Umgebung der Arktis
: Deren Schmelze wird deutlich verstärkt durch die größere Erwärmung der Arktis http://www.arctic.noaa.gov/report13/greenland\_ice\_sheet.html ; und deren Schmelze führt dann durchaus zu einem deutlichen Meeresspiegelanstieg!

Betroffene Tiere: https://www.gutefrage.net/frage/haette-ein-paar-fragen-zur-arktis-und-den-klimaw...


Folgen für Deutschland:


Die verringerte Meereisbedeckung in der Arktis hat einen Einfluss auf Wettermuster, die kalte sibirische Luft zu uns bringen. Das macht Kälteeinbrüche wie im Februar 2012 wahrscheinlicher.

Das alles sind nur eine paar Einzelpunkte - die Realität ist wie immer noch vielfältiger und facettenreicher. Fest steht, dass das Meereis weniger wird und das nicht so schöne Auswirkungen hat.


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Da garantiert noch jemand den üblichen Klimawandel-„Skeptiker“ Einwand bringen wird, das die Eisfläche des Meereises in der Antarktis zunehme:

Das tut es vorwiegend im dortigen Winter, wo diese Zunahmen aufgrund der südlichen Polarnacht wenig Auswirkung hat, und diese Zunahme ist auch bei weitem nicht so stark und gleichmäßig wie diese Skeptiker immer tun - einfach mal bei z.B. das Jahr 2011 in der Antarktis anschauen.

Und die gesamte Eismasse der Antarktis nimmt ab.


Kommentar von ALEMAN2015 ,

Ich frage mich, wenn sich die Arktis dreimal mehr erwaermt als der Rest, warum es dann ueberhaupt noch Eis am Nordpol gibt.

Und die Eismasse der Antarktis nimmt nicht ab, sondern zu. Wie sollte da auch etwas schmelzen, bei -50 Grad und mehr?

Kommentar von realfacepalm ,

1. dort gibt es schlicht jede Menge Eis - und das Volumen des arktischen Meereises hat sich bereits deutlich reduziert, und das grönländische Eisschild schmilzt immer schneller. Das braucht nunmal jede Menge Wärme.

2. Du bestätigst exakt meinen letzten Punkt. Hier ein guter Beitrag dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=9PUmKHBtnlA

Und -50° (üder weniger) herrschen dort nicht immer und überall: https://de.wikipedia.org/wiki/Antarktika#Temperatur

Antwort
von AstridMusmann, 59

Auf Grund der Klimaerwärmung schmilzt langsam das Packeis und wird dünner. Große Tiere wie der Eisbär können jetzt zeitweise nicht mehr weit genug hinaus um ihre Nahrung zu finden.

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Den Eisbaeren geht es blendend, die Population ist in den letzten Jahren sogar deutlich  angestiegen.

Kommentar von Luftkutscher ,

Quelle? Seriöse Wildbiologen beschreiben die Situation aber völlig anders. 

Kommentar von Luftkutscher ,

EIKE ist aber alles andere als eine seriöse Quelle. Da tummeln sich zu viele Möchtegern-Fachleute, die ständig irgendwelche Beiträge veröffentlichen, die von richtigen Fachleuten in schöner Regelmässigkeit zerpflückt werden. 

Kommentar von AstridMusmann ,

Hallo Luftkutscher, die Quelle meiner Antwort ist das was ich beizeiten selbst gelernt habe da Biologie eines meiner Hobbys ist. Wenn das was ALEMAN2015 sagt stimmt und du meine Antwort anzweifelst kann es ja sein das es heute so ist wie ihr sagt. Aber zu dem Zeitpunkt  als ich mich mit dem Thema befast habe ging es den Eisbären nicht blendend, damals galten sie fast als vom Aussterben bedroht! 

Kommentar von Luftkutscher ,

Ich zweifle Deine Antwort nicht an, sondern eher die Antwort bzw. die Kommentare von ALEMAN2015, da er sich offensichtlich auf unseriöse Quellen bezieht. 

Kommentar von AstridMusmann ,

Nah dann liege ich wohl gar nicht so falsch mit meiner Antwort, Gruß  ASTRID

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Wo ist denn die Quelle fuer deine serioesen Wildbiologen? Sind sie auf der Flucht vor den Eisbaeren?

Kommentar von AstridMusmann ,

Hallo ALEMAN2015 , ich hab doch gesagt zu der Zeit wo ich mich mit dem Thema befast habe ging es den Eisbären nicht blendend, zum entsprechenden Zeitpunkt galten sie als vom aussterben bedroht, es kann ja sein das es heute anders ist.

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Ja, du hast recht, mein Kommentar richtete sich an Luftkutscher.

Antwort
von ALEMAN2015, 8

Hier habe ich noch einen sehr guten Artikel zum Thema Arktiseis gefunden: http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/der-sommer-geht-leider-komm...

Antwort
von Schwoaze, 46

Hausaufgaben?

Kommentar von LinLina ,

Eigene Interesse. Warum?

Kommentar von Schwoaze ,

Da gibt's sicher bessere Auskunftsquellen im net.

Kommentar von LinLina ,

Würdest du links schicken?

Antwort
von ALEMAN2015, 45

Die arktische Eisflaeche ist zwar gegenueber den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts reduziert, aber seit etwa 10 Jahren unveraendert. 

Kommentar von realfacepalm ,

Man wieder eine eindeutig falsche Behauptung - im Gegenteil, die Eisfläche hat in den letzten 10 Jahren (=Anfang 2006 bis Ende 2015) sogar etwas stärker abgemommen als in den Jahrzehnten davor.

http://woodfortrees.org/plot/nsidc-seaice-n/from:1986/to:2016/plot/nsidc-seaice-...

(ausserdem sind 10 Jahre eh zu kurz, um einen Trend mit einer statistisch signifikanten Ausage berechen zu können - das habe ich hier schon soo oft erklärt....)

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Die blaue Linie in deinem Link ist natuerlich falsch positioniert, sie muss waagrecht verlaufen. Hier sieht man es deutlicher: http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/IMAGES/seaice.anomaly.arctic.png

Kommentar von realfacepalm ,

Tut mir leid, aber Mathematik beugt sich nun mal leider nicht Deinem Wunschdenken.

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