Da wirst Du wenig tun können.
Es gehört zur Krankheit, dass man sich an ihr festklammert und sie nicht wahrhaben möchte.
Selbst dann, wenn man erkannt hat, dass man krank ist, kann man nicht einfach etwas dagegen tun, denn jede Sucht erfüllt einen gewissen "Sinn" i´m Leben des Süchtigen.
Manchmal ist die Sucht das Einzige, das man noch hat, das immer bei einem bleibt und auf das man sich verlassen kann. Sie ist sozusagen, der einzige Freund auf der Welt.
Wenn man die Kontrolle über das Gewicht verliert, ist das so, als würde man die Kontrolle über das letzte Bisschen verlieren, das einem im Leben noch bleibt.
Irgendwann wird die Sucht wichtiger als Familie, Freunde und alles andere.
Du kannst der Kollegin ein Buch schenken "Der goldene Käfig". Das ist sehr verständnisvoll geschrieben.
Ansonsten kannst Du Ihr vielleicht anbieten, dass sie Dich immer anrufen kann, wenn sie jemanden zum Reden braucht, manchmal kann einen ein Anruf und ein Gespräch schon davon abhalten, in einem einsamen Augenblick einen Fressanfall zu bekommen.
Es ist schrecklich, jemandem dabei zusehen zu müssen, wie er leidet, meine Freundin ist daran sogar gestorben, aber wir müssen weg von der Idee, dass man als Kranker etwas "tun kann" oder auch "einfach aufhören kann".
Man kann ´sich nicht endlich mal zusammenreißen und aufhören Krebs zu haben. Und man kann sich auch nicht zusammenreißen und aufhören, Fressanfälle oder ähnliches zu bekommen.
Hallo Klaus,
danke für deine Antwort, sie hat mir trotzdem sehr geholfen. Ich werde, mit deiner erlaubnis den Text mal passend umformulieren und so an die Kollegin weiter leiten, das sie sich mal ein Bild machen kann das man wirklich was dagegen unternehmen kann. Ich hoffe es hilft. Vielen Dank!
Ja gerne. Würd mich freuen, wenns hilft.
Gruß, Klaus