Frage von DieAnnaa, 85

Argumente für Gott widerlegen?

Kann mit jemand bei der Widerlegung folgender Argumente helfen?

  • Durch Gott wird der Mensch in die eigentümliche Stellung zwischen Gott und der Welt gebracht.
  • Das Menschsein des Menschen gründet in Gott, deshalb ist Gott nicht mehr wegzudenken.
  • Gott gedenkt dem Menschen und nimmt sich seiner an. Dies ist Voraussetzung dass der Mensch an Gott denken kann und an ihn Glauben kann. Der Mensch spricht nicht von sich aus mit Gott, er wurde von Gott angesprochen

Vielen Dank und LG!

Antwort
von Andrastor, 71

1.) Nicht der Gott hat den Menschen zwischen sich und die Welt gesetzt, der Mensch hat Gott als außerweltliches Wesen erschaffen. Der Mensch hat sich seine Position selbst zu verdanken, indem er ein unerreichbares, unverstehbares und unerklärbares Wesen geschaffen hat, dass über ihm und der Welt steht.

2.) Das Menschsein gründet in keinster Weise in Gott, denn ansonsten wären alle Menschen die nicht an Gott glauben oder ihn nie kennengelernt haben, keine Menschen.

Nehmen wir die Naturvölker zum Beispiel. Diese glauben nach wie vor an Naturgeister und Tiere, nicht aber an Gott. Sind sie deswegen weniger Mensch als Gläubige? Wohl kaum.

Ebenfalls würden alle Kovertierer und Nicht-Gläubige ihren Menschlichkeits-Status verlieren, was ebenfalls nicht der Fall ist.

3.) Es gibt keinerlei außerbiblischen Beweise dass Gott jemals mit den Menschen in Kontakt getreten wäre. Gebete können von Milchkannen genauso erfüllt werden und Gefühle entstehen im Kopf und können sich eingeredet werden.

Der Mensch spricht tatsächlich nicht von sich aus zu Gott, er wird dazu in den meisten Fällen verleitet oder gezwungen und zwar von seinem Umfelt. Mein erstes Gebet sprach ich im Kindergarten, angeführt von der Betreuerin und in einer ganzen Gruppe.

Gott spricht niemanden an, denn es gibt ihn nicht.

Antwort
von Hamburger02, 58

Prinzipiell sind alle diese Argumente Zirkjelschlüsse, die innerhalb der Logik strikt abgelehnt werden, was Religiöse aber nicht weiters interessiert.

Diese Argumente funktionieren nur dann, wenn man die Existenz von Gott von vornherein als gegeben annimmt. Am deutlichsten wird das im Argument an. Da wird vorausgesetzt, dass Gott existiert und sich um die Menschen kümmert. Das ist eine Behauptung ohne jeglichen Beleg, die von der Realität sogar eher widerlegt wird, wenn man z.B. an den Holocaust denkt. Aus der Voraussetzung, Gott gäbe es, lässt sich leicht herleiten, dass es Gott gibt.

Konkreter zum 1. Argument: Hier wird ein Problem mit Gott gelöst, das man ohne Gott gar nicht hätte. Sowas nennt man einen Strohmann abbrennen. Dass es sich auch hier um einen Zirkelschluss handelt, sagte ich bereits.

zum 2. Argument: Auch hier wird Gott vorausgesetzt. Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch nicht von Gott geschaffen wurde sondern sich im Laufe der Evolution entwickelt hat, braucht man auch keinen Gott mehr, um die Schöpfung durch Gott zu erklären. Dann reichen die Erklenntnisse der Naturwissenschaften aus.

Die Voraussetzung des 3. Arguments finde ich einfach nur aburd. Wenn man sich die Realität anguckt, gibt es da keine transzendente Kraft, die sich unser annimmt. Jeder Versuch, da irgendeine Wirkung nachzuweisen, dass es Gläubigen, Religiösen oder Betenden in irgendeiner Weise besser ginge als Atheisten, ist zum Scheitern verurteilt. 


Anders Beispiel für die Anwendung von Zierkelschlüssen:

Es gibt ein Spaghettimonster, das alle Nudelsiebe der Welt erschaffen hat. Ich habe ein Nudelsieb zu Hause und da das nur von einem Spaghettimonster stammen kann, ist das Sieb der Beweis für die Existenz des Spaghettimonsters.


Antwort
von ThomasAral, 76

1. wie soll man das widerlegen ... ist einfach so:  ansonsten wirds echt wirr. "Per Anhalter Durch die Galaxis" gibt da eine Idee oder auch der Hinduismus. Aber ob das damit gemeint ist ... ich weiss nicht ?

2. nein, auch hochentwickelte tiere wie z.B. Affen entwickeln ähnliche menschliche mensch-sein verhaltensweisen. wenn es in gott gründen würde, würde das die christliche,jüdische und islamische religion total auf den kopf stellen.

3. das ist zu abgehoben --- das geht nur wenn man sich ein genaues bild von gott macht. da das ja nicht erlaubt ist, ist die aussage nicht zu bestätigen, aber auch nicht abzulehnen.  Beispiel: Krankheit von einem Mensch,  warum wird er krank, warum nimmt sich Gott nur rein zufällig irgendwelchen an. So darf man nicht fragen. Und was nun zuerst da war "Die Henne oder das Ei" --- ist auch nur zu belegen oder zu bestätigen, wenn man weitere Voraussetzungen macht die nicht zulässig sind ohne den eigentlichen Grundgedanken der Aussage zu verfälschen.  Beim Ei kann man einfach sagen Dinosaurier haben auch Eier gelegt ... bööööööp ... unzulässig.

Antwort
von Eselspur, 59

Ich glaube an Gott - und dieser Glaube ist mir wichtig.

Aber nicht alles was über Gott gesagt wird, ist ein Argument bzw. kann es grundsätzlich bewiesen oder widerlegt werden. Die von dir aufgeschriebenen Sätze machen nur in einem christlichen Kontext Sinn. Aber einfach beweisbar oder widerlegbar sind sie nicht.

Antwort
von Viktor1, 50

Hallo,

das sind keine Argumente "für Gott" (was meinst damit, daß er IST oder daß man ihn braucht) sondern fromme Glaubensaussagen. Wo liegt dein Handlungsbedarf, da gegen zu halten ?

Gruß Viktor

Antwort
von ShmuelRotkraut, 78

Das sind keine Argumente. Diese Argumentation (Zumindest der erste Satz, der Rest ist stumpfsinniges Gefasel) basiert auf der Annahme, dass Gott existiert - Das ist nicht bewiesen.

Antwort
von Nadelwald75, 64

Hallo DieAnnaa,

Gegenfrage: Woher stammen diese Sätze, und in welchem Zusammenhang stehen sie?

Definition laut Wikipedia: Ein Argument ...... ist eine Aussage, die zur Begründung einer anderen Aussage gebraucht wird .......Argumente können andere Menschen von der Wahrheit oder Falschheit einer Behauptung überzeugen.

Deine zitierten Sätze sind also keine Argumente für die Existenz Gottes, sondern Thesen für eine bestimmte Sichtweise, die bereits voraussetzt, dass Gott existiert. Sie stellen sozusagen die Sichtweise der Schöpfungstexte aus Gen 1 und 2 in moderner Sprache dar: Während das Alte Testament eine Geschichte erzählt, drückt sich der abendländisch-westliche Mensch lieber in Thesen aus.

Wie jemand das Verhältnis zwischen Gott und Mensch sieht, kann man nicht widerlegen. Man kann höchsten seine eigene Sichtweise daneben stellen und die begründen.

(Übrigens, rein grammatisch: Gott gedenkt des Menschen ....(Genitiv!)

Antwort
von nutzer131, 67
Durch Gott wird der Mensch in die eigentümliche Stellung zwischen Gott und der Welt gebracht.

Das ist kein Argument für irgendwas, sondern nur eine Behauptung.

Das Menschsein des Menschen gründet in Gott, deshalb ist Gott nicht mehr wegzudenken.

Das ist eine Frage nach der Definition des Wortes Menschsein. So wie ich das Wort Menschsein benutze gründet es nicht in Gott, sondern beschreibt einfach das was der Mensch ist, ganz ohne die Existenz eines Gottes anzunehmen. Möchte man es aber so definieren, dass es "in Gott gründet", dann wäre danach erst mal zu beweisen, dass das Menschsein überhaupt auf den Menschen zutrifft.

Es ist also eine sinnfreie Definition dieses Wortes, weil es nichts beschreibt was man beobachtet hat, sondern etwas von dem nicht belegt ist, ob es auf den Menschen zutrifft.

Gott gedenkt dem Menschen und nimmt sich seiner an. Dies ist Voraussetzung dass der Mensch an Gott denken kann und an ihn Glauben kann.

Dass das eine Voraussetzung ist, ist wieder einfach nur eine Behauptung. Angenommen sie gilt, dann folgt daraus auch, dass der Weihnachtsmann existiert, denn es gibt ja Menschen die tatsächlich an ihn glauben bzw. denken. Das ist ja nur dann möglich wenn sich der Weihnachtsmann den Menschen annimmt, also muss er existieren.

Man sieht also wie absurd diese Behauptung ist.

Antwort
von omikron, 62

Da gibt's keine Gegenargumente.

Kommentar von earnest ,

DAS war jetzt aber Realsatire - oder etwa nicht?

Kommentar von ShmuelRotkraut ,

Einspruch, euer Ehren!

Antwort
von ListigerIvan, 84

kann man nicht.
auf der anderen seite gibts allerdings auch keinen beleg für einen gott.
beides ist reiner glaube - und was einer glaubt und was nicht kann man nicht beweisen. lediglich anderer meinung sein.

Antwort
von Douky2003, 85

Auch Philosophie?

Kommentar von DieAnnaa ,

ja!

Antwort
von XxShidokunxX, 66

Guck mal die ersten 20 Minuten von Zeitgeist auf YouTube. Dann siehst du weshalb die Menschen von heute an Gott bzw. an Jesus glauben.
Natürlich gibt es einen sehr alten Glauben, der hat aber mit dem heutigen nichts mehr zu tun.

Antwort
von earnest, 75

Das sind alles keine Argumente für die Existenz Gottes, denn: In den genannten Punkten wird die Existenz Gottes vorausgesetzt. 

Das ist keine saubere "Beweisführung". 

Kein Wunder, denn: Die Existenz Gottes läßt sich nicht beweisen. 

Gruß, earnest

Kommentar von omikron ,

Der Urknall lässt sich auch nicht beweisen und trotzdem glauben viele daran.

Die Sache ist die, dass es neben eindeutig beweisbaren Dingen auch solche gibt, die sich nicht eindeutig beweisen lassen. Nicht nur bei kosmischen Fragen, auch bei Gerichtsverhandlungen kommt das öfters vor. Dann helfen Indizien, die von Kongruenzargumenten gestützt werden, die der Annahme größere Wahrscheinlichkeit verleihen, ohne damit einen eindeutigen Beweis zu erbringen. - So lässt sich in der Tat die Existenz Gottes nicht beweisen, aber sie doch als ziemlich wahrscheinlich annehmen.

Kommentar von earnest ,

 Wärest du Anwalt und würdest du so vor Gericht argumentieren: Der Richter würde dich wohl auslachen. Und deine Anwaltsfirma würde dir kündigen.

Was "Indizien" betrifft: Da behaupte ich doch einfach mal das Gegenteil.

Aber halten wir fest: Die Existenz Gottes ist nicht beweisbar.

Kommentar von omikron ,

Halten wir ferner fest: dass Gott nicht existiert ist ebenfalls nicht beweisbar.

Kommentar von Hamburger02 ,

Und dass das Spaghettimonster nicht existiert, lässt sich auch nicht beweisen, also existiert es. Gott und Spaghettimonster gehören also in dieselbe Kategorie.

Kommentar von earnest ,

So ist es, omikron.

Dann sind wir uns also einig, daß für das rosa Einhorn auf Wolke Sieben und Gott das Gleiche gilt: Beide sind nicht beweisbar.

Kommentar von roboboy ,

Der Urknall lässt sich auch nicht beweisen und trotzdem glauben viele daran.

Um hier noch mal von der Wissenschaftlichen Seite reinzugrätschen: 

Es gibt genau keinen Hinweis auf Gott. Genauso gibt es keinen Hinweis darauf, dass er nicht existiert. Das sind Fakten, da müssen wir nicht drüber streiten. 

Beim Urknall verhält sich das anders. 

So wurde schon mit Radioteleskopen nachgewiesen, dass es die kosmologische Inflation gibt. Das beschreibt eine überlichtschnelle Expansion des Universums, direkt nach dem besagten Ereignis. Dies geht über die kosmische Hintergrundstrahlung. Für diese Expansion muss es einen Auslöser gegeben haben, welcher natürlich noch nicht endgültig bewiesen wurde, aber es gibt etliche Hinweise und Indizen dafür. Beziehungsweise der Beweis mit Gravitationswellen, der eigentlich schon reichen sollte. So kann man dien Urknall nicht mehr auf die Ebene Glauben setzten, sondern eher einen Steinwurf entfernt von Bewiesen. 

http://www.derwesten.de/politik/forscher-finden-echo-des-urknalls-id9133594.html

LG

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