Da auch geistig hochstehende Männer wie Th. Storm und G. Keller Atheisten waren, sollte man sich doch einmal fragen, ob die Gottesleugnung wirklich so absurd ist, zumal auch der Buddhismus eigentlich ein Atheismus ist. Zwischen Christentum und Atheismus besteht m.E. ein Missverständnis. Deshalb schimpfen oder lachen sie auch gerne übereinander. Die Christen glauben an den großen Anfang, und der ist nur durch das Wirken eines Schöpfergottes denkbar. Die Atheisten können von einem Anfang gar nicht ausgehen; andernfalls müssten sie behaupten, die grandiose Natur mit Einschluss aller hochkomplizierten Organismen (z.B. der Mensch, sein Gehirn, sein Auge) seien durch zufällig zusammengebackene Moleküle entstanden. Über solche Behauptungen lachen die Christen gerne. Nein, die Atheisten lehnen einen Anfang ab, sie sagen, alles war schon immer da, die Materie, das Leben, die Naturgesetze, seit Ewigkeiten war das schon so. Da müssten die Christen ihnen eigentlich Recht geben, denn auch nach ihrer Auffassung war Gott schon immer da, und er existiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dann wäre es also egal, ob man Gott oder das Naturgesetz sagt: Das Naturgesetz müsste für die Atheisten der Gott sein. Letztlich wären die Atheisten also auch Gottgläubige, nur benutzen sie einen anderen Namen für Gott. - Diese Auffassung der Atheisten, dass die Naturgesetze, welche das Leben hervorgebracht haben und weiter hervorbringen, seit Ewigkeiten existieren, ist also gar nicht so unsinnig; desgleichen – genau besehen – auch ihre Behauptung, es gebe keinen Gott. Wie will man sich diesen Gott eigentlich vorstellen? Er gilt ja als Schöpfer des Universum. Jeder weiß, dass kein Mensch das Universum mit alle seinen Milchstraßen, Sonnen und Planeten begreifen kann, vor allem, wenn man gesagt bekommt, dass es 100 Milliarden Milchstraßen im Weltall gibt und in einer Milchstraße sollen 100 Milliarden Sonnen existieren. Da setzt bei jedem das Vermögen aus, diese Mega-Dimensionen auch nur annähernd zu „begreifen“. Und Gott, der das alles geschaffen hat, müsste ja noch größer als dieses „Mega- Universum“ sein. Einen solchen Gott zu „begreifen“, ist erst recht unmöglich. Man könnte, da eine Anschauung und Erkenntnis dieses Gottes von vornherein und absolut unmöglich ist, von Gott auch als von einem „Nichts“ sprechen. Gott ist, da für uns unbegreiflich, nicht erkennbar, nicht anschaubar, also auch – für unser Erkenntnisvermögen - nicht vorhanden. Insofern muss man den Atheisten also recht geben. Es gibt keinen Gott! -
Die Atheisten finden sich mit diesem Faktum nun ab. Sie gehen allerdings noch einen Schritt weiter: Sie behaupten nicht nur, dass Gott für unser Erkenntnisvermögen nicht vorhanden ist, sondern dass er auch jenseits unseres Erkenntnisvermögens, also in den „Mega-Dimensionen“ über allen Milchstraßen und Sonnen, tatsächlich nicht vorhanden ist, dass er m.a.W. tatsächlich ein Nichts ist. Den Beweis hierfür können sie aber nicht antreten.
Die Christen sind da natürlich anderer Meinung. Sie sagen: Gott ist zwar für uns, aus den genannten Gründen, nicht erkennbar, insofern also ist er ein „Nichts“; aber er ist auf jeden Fall jenseits aller Milchstraßensysteme vorhanden; mehr noch, er ist für den Menschen auch erreichbar, und zwar durch Jesus, Gottes Sohn. In Jesus ist das (uns eigentlich nicht erkennbare) Göttliche für uns Menschen sichtbar und „begreifbar“ geworden. Es tritt uns mit den göttlichen Prinzipien „Nächstenliebe“, „Mitmenschlichkeit“ entgegen. Da diese göttlichen Eigenschaften auf dieser Welt nichts gelten, musste der Repräsentant dieser „Göttlichkeit“, eben Jesus, den irdischen Gegebenheiten, als da wären: Macht, Gewalt, Hass, Verrat, Heimtücke etc. (zunächst) unterliegen. Durch die Kreuzigung und die Auferstehung hat Jesus aber das Irdische, von ihm Sünde genannt, als Märtyrer besiegt. Das ist die christliche Lehre. – Ich bekenne mich zwar zum Christentum, habe aber mit der Auferstehungslehre meine Schwierigkeiten. Es genügte doch, dass Jesus für die göttlichen Prinzipien „Nächstenliebe“, „Mitmenschlichkeit“, „tätiges Mitleid“ in den Tod gegangen ist und dass er damit, als Märtyrer, eine Verbindung zwischen dem Reich Gottes, wo diese Prinzipien gelten, und der dunklen irdischen Welt hergestellt hat. Die Auferstehung könnte man dann als Allegorie für diesen Triumph des Göttlichen über das verwerfliche Irdische ansehen. Und dass diese christlichen Lehren bis zum heutigen Tag ihre Kraft behalten haben, sollte auch einem Atheisten zu denken geben.
Du kannst Gott in den Naturwissenschaften deshalb nicht finden, weil dort ausdrücklich nicht nach ihm oder dergleichen gesucht wird. Wissenschaft beschränkt sich auf logisch oder experimentell beweisbare oder widerlegbare Dinge. Insbesondere müssen alle Experimente wiederholbar sein. Selbst wenn Gott persönlich zu einem Experiment erscheinen und dieses eigenhändig durch Wunder beeinflussen würde, dann wäre das Experiment ungültig und zählt nicht in der Wissenschaft.
Wenn Du das was früher göttlich war ganz leicht mit den Naturwissenschaften erklären kannst, dann hast Du sicher schon einen Nobelpreis.
Guter Kommentar!