Arglistiges verschweigen oder reines Unwissen?

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10 Antworten

Wenn der Verkäufer nicht wusste, dass der Wagen diesen Mangel hat, dann hat er einen ganz normalen Gewährleistungsanspruch gegen die Verkäuferin. Er kann sie zur Reparatur auffordern (§ 439 BGB). Verweigert sie die Reparatur ganz oder innerhalb einer bestimmten Frist, kann der Käufer Schadensersatzansprüche gegen sie geltend machen.

Erst wenn im Kaufvetrag Gewährleistungsansprüche gänzlich ausgeschlossen sind stellt sich das Problem des arglistigen Verschweigens überhaupt. Dann wäre der Ausschluss gem. § 444 BGB nämlich unwirksam.

Ein arglistiges Verschweigen liegt bereits dann vor, wenn der Verkäufer damit gerechnet hat, dass die Sache mangelhaft ist. Dies halte ich in Deinem Fall für möglich, allerdings nicht für zwingend. Wenn die Verkäufern jahrelang mit dem defekten Fahrzeug umher gefahren ist, spricht viel dafür Arglist abzulehnen, da für sie das Fahrzeug immer fahrbereit war; andererseits wusste sie, dass mit dem Fahrzeug etwas nicht sitmmt.

Sollte man Arglist annehmen können, dann hat der Käufer auch die Möglichkeit, den Kaufvertrag anzufechten und eine Rückabwicklung des Kaufvertrags zu verlangen (§ 123 Abs. 1 BGB). Daneben käme eine Anzeige wegen Betrugs (§ 263 StGB) in Betracht.

Es wäre daher ratsam, offen und ehrlich mit der Sache umzugehen, was aber natürlich nicht heißt, dass sie sofort eingestehen sollte, dass sie einen Mangel beim Verkauf verschwiegen hat.

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Wenn sie das Klapper nicht als defekt oder störend wahrgenommen hat, fällt die Arglist schon mal weg.

Hat den der Käufer bei dem Kauf nicht mal vorher eine Probefahrt gemacht? Dann hätte im das doch auffallen müssen.

Dann hätte der normal gefragt, was denn das für ein Klappern ist. Dann hätte die Dame wahrheitsgemäß gesagt, daß der schon Ewigkeiten klappert,  und der Käufer hätte entscheiden müssen, ob er das vor dem Kauf nochmal ansieht.

Normal wird ein Auto von privat  wie gesehen´,verkauft und das im Kaufvertrag reingeschrieben.

Hat die Dame  das Auto aber als in einwandfreiem Zustand o.ä. verkauft, wäre das eine zugesicherte Eigenschaft und der Käufer kann auf Nacherfüllung bestehen (auf ihre Kosten)- auch ohne Arglist.

Kommt halt auf den Kaufvertrag an.

Punkto Autos und Geräusche: Meine Mutter ist am Anfang bei jedem komischen Geräusch sofort in die Werkstatt: und meist wurde dann nichts gefunden- nur Kosten entstanden. Irgendwann ging sie dann auch dazu über Geräusche zu ignorieren, wenn die nicht gerade krass waren. Also ist es durchaus glaubhaft, daß die alte Dame das Klappern für harmlos hielt.


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Man kann einem Menschen nur bis vor die Stirn sehen, sagte ein guter Freund von mir immer. Wie will die Verkäuferin glaubhaft machen, dass sie es nicht gewusst hat? Ihre eigene, nach außen kommunizierte Einschätzung war, dass es so gehen kann - irgendwie kompliziert. Ich beneide keinen Richter, darüber eine Entscheidung fällen zu müssen. 

Ich meine, da sie nichts behauptet hat, kann man ihr eigentlich nicht Arglist vorwerfen. Bei meinem Autokauf war das anders: da hat der Verkäufer verschiedene Reparaturen, wie neue Kupplung, Beheben eines Öllecks etc. 
mir per E-Mail zugesichert und angeblich auch ausgeführt - das Auto fuhr sich prima (Samstag nachmittag, keine Werkstatt offen, fremder Ort) - und nach dem Kauf stellte sich heraus, dass all diese zugesicherten und angeblich ausgeführten Reparaturen gar nicht gemacht wurden. Sowas nenne ich (und auch der Anwalt) Arglist, und da  kann man da auch hinterher nicht sagen: ätschbätsch, selber Schuld: hast ja nichts davon bemerkt.

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Es gibt ein neues BGH- Urteil.Danach wird fie alte Frsu zahlen oder nesser den Wagen zurück nehmen

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Naja, bevor man einen Wagen kauft, fährt man ihn eigentlich Probe. Da hätte es der Käufer ja hören müssen und die Frau fragen, was das ist. Wenn er den Wagen trotzdem gekauft hat, ist es allein sein Problem. Wenn man einen Wagen kauft, dann immer gekauft wie gesehen, wenn von privat.

Gerade von einer älteren Frau kann man ja nicht verlangen, daß sie sich mit der Technik eines Autos auskennt. Also ist das auf keinen Fall eine arglistig Täuschung und sie muss auf keinen Fall für die Reparatur aufkommen. 

Ist jetzt nur von einem Laien, nicht von einem Fachanwalt.

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Kommentar von Silo123
13.10.2016, 10:23

Es kommt hier auf die Art des Kaufvertrages an.

Aber von Arglist würde ich hier auch nicht reden.

Bei einem Kaufvertrag: "wie gesehen", könnte sie nur bei Arglist belangt werden.

Aber es kommt hier echt auf den Kaufvertrag an.

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Klappern nicht wahrgenommen. Jahrelang alles i.o. Gekauft wie gesehen. Selber schuld. Der alten Frau sollte man ihre Ruhe lassen. Sonst werden immer ältere Menschen abgezockt.

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Ich glaube bei Privatverkäufen gilt grundsätzlich gekauft wie gesehen.

Viele Werkstätten o.Ä. bieten auch extra Services an, wo man mit einem Auto, dass man kaufen möchte, einen Schnellcheck machen lassen kann um eben so etwas zu vermeiden. 

Ein Händler muss normalerweise auf bestimmte Teile eine Garantie geben, aber ich denke von Privatpersonen hat man da keine Chancen irgendetwas einzuklagen. 

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Kommentar von soga57
13.10.2016, 10:05

...ausser eben wenn der Verkäufer wusste, dass das Getriebe defekt war und es dem Käufer verschwiegen hat. Nur muss der Käufer das beweisen und das ist fast unmöglich.

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Kommentar von kaytie1
13.10.2016, 10:06

Das hätte ich jetzt auch gesagt. Wenn sie es nicht weiß hat sie es im guten Glauben das alles funktioniert verkauft.

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Kommentar von coding24
13.10.2016, 10:09

Auch Privatkäufe unterliegen gewissen Regelungen. Das ist genau der Punkt - ich darf keinen Defekt, von dem ich weiß, verschweigen.

Wenn ich weiß, dass das Getriebe klappert und dass das nicht normal ist kann ich nicht antworten, dass mit dem Auto alles in Ordnung wäre. Dort habe ich als Käufer dann Ansprüche gegenüber dem Verkäufer!

Und genau aus diesem Grund wird der Threadersteller diese Frage stellen ;)

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Kommentar von AalFred2
13.10.2016, 12:57

Ich glaube bei Privatverkäufen gilt grundsätzlich gekauft wie gesehen.

Du irsst. Grundsätzlich gibt es auch da die Sachmänhelhaftung.

Ein Händler muss normalerweise auf bestimmte Teile eine Garantie geben

Nö, muss er nicht. Niemand muss Garantie geben.

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Arglistig täuschen kann man jemanden nur, wenn man den Vorsatz dazu hat. Das sehe ich hier nicht.

Für die Reparaturkosten muss sie möglicherweise dennoch aufkommen, denn dass bei Privatverkäufen "gekauft wie gesehen" und der Ausschluss der Gewährleistung automatisch gilt, ist zwar eine weit verbreitete Annahme, aber leider komplett falsch.

Grundsätzlich gilt auch bei Privatverkäufen die gesetzliche Gewährleistung, d.h. der Verkäufer schuldet dem Käufer, dass die verkaufte Sache mangelfrei ist.

Anders als bei gewerblichen Verkäufen kann diese Gewährleistung bei Privatverkäufen ausgeschlossen werden. Dies ist aber nicht automatisch der Fall, sondern muss ausdrücklich vereinbart werden.

Je nach dem, was im Kaufvertrag vereinbart wurde, kann es also sein, dass sie für die Kosten aufkommen muss oder nicht.

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Kommentar von Gummibusch
13.10.2016, 10:53

Schwierig würde es noch wenn das ganze mündlich ohne Zeugen abgewickelt würde.Theoretisch würde eigentlich schon die mündliche Äusserung über ein Ausschließen einer Garantie genügen, selbst wenn der Begriff nicht ganz korrekt gewählt wäre. 

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Die Frage ist, wie kam das Auto mit klapperndem Getriebe durch den TÜV. Wenn dort etwas klappert, kann ich mir nicht vorstellen, dass das lange gut geht.

Kaufe ich ein Auto, mache ich auch eine Probefahrt. Dort muss das auffallen. Wird der Schaden im Kaufvertrag nicht dokumentiert, darf man den Schaden selber bezahlen. Immerhin sollte man sich ja das Auto angesehen haben.

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Naja, ob die Werkstatt...gut, lassen wir das lieber^^

Es ist nur schon seltsam, daß ein bereits jahrelang vorkommendes Geräusch plötzlich ein ernstes Problem sein soll, ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Gab es einen Kaufvertrag oder hat die Frau wenigstens gesagt, daß sie keine Gewährleistung übernimmt?

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