Frage von d1o2n3u4t5, 82

Architektur studieren?

hallo, ich spiele mit dem Gedanken Architektur zu studieren höre jedoch immer nur negatives über den Berufseinstieg. Hat jemand von euch in diesem Bereich Erfahrungen gesammelt und was sind die Unis oder FHS mit dem besten Ruf national und international? Danke für eure Hilfe !

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ntp13, 10

Architektur ist nichts für dich, wenn du nicht darauf stehst. Im Idealfall machst du ein paar Praktikas davor, hältst Augen auf und guckst den richtigen Architekten auf die Finger.

Sich für Architektur zu entscheiden ist wie eine Heirat, möglichst bis zur Silberhochzeit. Alles andere ist eine Scheinehe. Kein leichtes Studium und kein einfacher Job. Aber wer es mit Liebe und Leidenschaft macht, wird es nicht bereuen. Und ob es bei dir was wird, kannst du nur durch Praktikas festgestellt. Ich würde keinem empfehlen unvorbereitet ein Architekturstudium zu beginnen, kaum mithalten, irgendwie Abschluss schaffen und dann kaum Motivation, Nerven und körperlicher Fitness für den Berufseinstieg zu haben.

Der Unterschied zwischen Studium und Beruf ist extrem. Wer sich während (!) des Studiums nicht genug eingener Erfahrung durch Ferienjobs oder als studentischer Mitarbeiter in einem Planungsbüro sammelt, hat es später absolut nicht leicht. Oder viel Vitamin B.

Die Veränderung um diesen Spagatt zwischen Theorie und Praxis zu verkürzen, wird bald kommen. Da bin ich mir sicher. Ich merke jetzt schon kleine Veränderungen bei den neuen Absolventen, die ich unter Fittiche bekomme. Aber es wird noch dauern. So ein eingefahrener Konstrukt bewegt sich nicht sofort von der Stelle.

Am besten man sucht sich eine Nische, wo man ganz genau weiss das ist sein Ding, man kann es am besten. Brandschutzplanung, oder eine bestimmte Leistungsphase, oder 3d Visualisierungen. Alles schafft man eher nicht, und wird so nie angestellt. Und klar, zeichnen muss man wie ein Bekloppter. Nur wer sich nicht um andere Aufgaben bleibt auch nur ein dabei. Beweist du dich als "Bauzeichner", traut man dir mehr zu. Von allene kommt keiner auf dich zu und fragt, was hättest du denn gern.

Studium ist nicht Schule, man bildet sich in erster Linie selbst aus, hält Augen und Ohren auf, lässt sich von kleinen und großen Ärschen nicht entmutigen und macht fleisig weiter. Vorausgesetzt man hat sich für die Bauwelt entschieden. Dann lass es dir nicht nehmen. Lass die Leute reden. Wichtiger ist das, was du willt. Und wissen tust du nur durch eigene Erfahrung.

Kommentar von ntp13 ,

Danke für den Stern!

Antwort
von lifefree, 5

Du solltest den Beruf lieben, von Dir und Deiner Berufswahl überzeugt sein, fachliches Können vorweisen und persönliche Vorausssetzungen mitbringen wie Durchsetzungsvermögen, Willensstärke,gesundes Selbstbewusstsein,Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, wenn Du in diesem Beruf erfolgreich sein willst.Die Wahl der richtigen Hochschule/Uni käme erst danach.

Antwort
von Huflattich, 14

Ja, habe ich ,

Das Studium war echt super gut -jedoch arbeitsintensiv (wenn man von der Länge des Studiums absieht), die berufliche Erfahrung bescheiden .

Wer mich fragt, dem rate ich vom Beruf tausendprozentig ab, wenn - ja wenn - er nicht für den Beruf "brennt" .

Ansonsten wird man erleben ein Bauzeichner mit höherem Abschluss zu sein. Als Berufseinsteiger weit unterbezahlt - mehrjährige Berufserfahrung sind von Nöten. 

Am Ende steht man dann vielleicht als selbstständiger freischaffender Architekt da , immer mit einem Bein im Gefängnis. Ohne gute Berufshaftpflicht-Versicherung wird man nicht zurechtkommen die, allein schon mindestens schätzungsweise um die 1500 € im Jahr kostet. 

Immer neue Gesetzesvorschriften für Energie effizientes Bauen etc.

Man muss im Golfclub oder Schützenverein sein (von wegen der Aufträge)  

Arbeiten die auf Grund von Planungsfehlern fehlerhaft ausgeführt werden (Pfusch am Bau) Termine die von Handwerksfirmen nicht eingehalten werden, Ärger mit dem Kunden. Oder vielleicht eine Schlafstelle beim Amt ? Auch nicht jedermanns Sache......

Bei allem bleibt die Erkenntnis das natürlich  jeder Beruf seine Tücken hat. Wer sagt "Architekt ist mein Beruf ohne wenn und aber"  o.k. Ich kann nur von mir ausgehen und sagen - ich würde es nicht wieder tun. .

Jeder kann für sich ja das Gegenteil beweisen .

Antwort
von Michel2015,

Architekturstudenten sind eine Art Büroschreck, wir machen immer Wetten, wie lange die das bei uns aushalten. Wenn man will dass sie einen Burnout bekommen, gibt man ihnen eine Rechenaufgabe, wie z.b. Die Fläche einer Etage ermitteln. Dann ist das Ende eingeläutet.

Ihr labert von National und International und seit kaum in der Lage den Weg mit dem Bus ins Büro zu finden.

Handwerker hassen Euch und auf Baustellen muss man aufpassen, dass Ihr Euch nicht im Keller verirrt.

Ich rate jedem der Architrekt werden will, macht erstmal eine Handwerksausbildung, das verhindet, das die Handwerker mit Steinchen nach Euch werfen oder Euch irgendwo lebendig einmauern.

Sorry, das ist mal der Baustellenjargon.

Antwort
von Glencairn2, 18

Ja, man hört ja immer sowas wie "Architekten gibt es wie Sand am Meer"... aber wenn es das ist, was Du machen möchtest, solltest Du es tun!

Wenn man etwas macht, das einem Spaß macht, wird man auch i.d.R. richtig gut darin - aber gerade Studierende, die etwas ziemlich Theoretisches (also im Studium theoretisch) wie Architektur studieren, das später viel Praxis beinhaltet, sollten schon während des Studiums bzw. sich in den Ferien um Praktika bemühen.

Ansonsten ist der Arbeitseinstieg ja generell nicht so einfach... ;)

Kommentar von Huflattich ,

Ansonsten ist der Arbeitseinstieg ja generell nicht so einfach... ;)

Jedoch ins besonders heute als Beruf einsteigender Bachelor oder Master of Arts  - Architektur  


Antwort
von ElCastor, 13

Meiner Meinung nach sollte man nicht nach Berufsaussichten studieren, sonder dass was einem wirklich Spaß macht. Wenn es bei dir Architektur ist - Go for it! 
Alle die sich mühsam BWL reinziehen um später mal dick Kohle zu verdienen haben vermutlich wenig Spaß am Leben ;) (nixs gegen BWL ich studiere selbst Wirtschaftswissenschaften)

Liebe Grüße und viel Erfolg im Studium!

Kommentar von Huflattich ,

Wer sich keine Gedanken macht, was er mit seinem Beruf nachher anfangen soll, der kann es gleich lassen - aber das weiß man immer erst nach dem man es selbst erlebt hat .

Antwort
von KearneyZzyzwicz, 15

Ich habe nur schon oft gehört, dass das Studium ziemlich fordernd ist, weil ständig irgendwelche Sachen abgegeben werden müssen, mehr als in vielen anderen Studiengängen... aber da muss man eben durch - wenn es einen interessiert und man Bock drauf hat, wird es auch nicht so schlimm sein!

Kommentar von Huflattich ,

.......und das dicke Ende kommt zum Schluss......

Antwort
von SocialCat, 21

Fakt ist, dass du wenig verdienst, es sei denn du bist selbstständig. Je prestigeträchtiger das Büro, desto weniger wird gezahlt. 

Mein Freund kommt in einem sehr bekannten Büro mit einer 38 Stundenwoche auf 2100 Euro brutto.

Ich finde, für so ein langes und anstrengendes Studium ist das keine faire Entlohnung. 

Antwort
von Tannibi, 12

Was hörst du denn Negatives darüber?

Kommentar von d1o2n3u4t5 ,

das es viel zu viele Architekten gibt:/ und deshalb viele arbeitslos sind:/

Kommentar von Tannibi ,

Ja klar, die Berufschancen sind nahe bei Null, schließlich
wird praktisch alles "von der Stange" gebaut. Man muss da wohl
irgendwie ins Luxus-Segment reinkommen.

Kommentar von Comment0815 ,

Bei Privathäusern hast du wohl recht. Aber es gibt sehr viele andere Gebäude, die von Architekten gebaut/umgebaut werden. Vor allem öffentliche Gebäude oder Firmengebäude.

Kommentar von Huflattich ,

Aber es gibt sehr viele andere Gebäude, die von Architekten gebaut/umgebaut werden. Vor allem öffentliche Gebäude oder Firmengebäude.

Selbst Architekt ? Oder nur gehört ? Komm erst mal an diese Aufträge......

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community