Frage von Teresa999, 81

Architekturstudium von den Eltern ausgeredet?

Hallo,

bei mir ist es so, dass ich Architektur studieren will, seit ich in der 6. Klasse bin (jetzt 11.). Langsam geht es ja aufs Abi zu und ich bin momentan sehr hin- und hergerissen. Ich habe in der Branche Architektur zwei Praktika absolviert in unterschiedlichen Bereichen (Sanierung bzw. Wohnungsbau) und fand beide spitze. Da dachte ich es ist klar, was ich mal machen werde.

Meine Eltern finden das aber nicht gut. Meine Mutter arbeitet als Sekretärin in einem Architekturbüro und erzählt mir jeden Tag aufs neue, dass man in der Branche nichts verdient und zu viele Leute da sind, bald an Immobilien und Platz alles ausgeschöpft ist etc. (nichts was ich nicht schon wusste :D)

Naja, die in den Architekturbüros selbst haben mich auch nicht unbedingt unterstützt. Sogar die Berufsberaterin, bei der ich mal war, hat gesagt, dass Bauingenieurwesen die bessere Wahl wäre. Aber da fehlt mir dieser kreative Aspekt.

  1. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Ich habe nämlich auch Angst, dass wenn ich nächstes Jahr zum studieren gehe, dass meine Eltern mich nicht (auch finanziell) unterstützen würden, falls ich das wirklich durchziehen würde.

  2. Kennt jemand gute Berufswahltests im Internet? Habe schon viele gemacht, will aber trotzdem noch weitere machen. Aber bitte nur kostenlose!

Danke!

Antwort
von DieRaumagentur, Business, 32

Hallo Teresa, 

die Chance Arbeitslos zu sein ist wesentlich höher, wenn man einen Beruf ausüben soll, den man nicht mag, weil mach nicht das gemacht hat, was man liebt. 

Jeder, der seinen Beruf als Passion sieht wird sicher nicht Senkrechtstarter, aber kontinuierlich erfolgreicher - und vor allem: glücklich! Es gibt eine riesige Menge erfolgreicher Planer da draußen, und es gibt keinen Grund, warum du das nicht auch werden solltest. Selbst bei mir hat es geklappt ^^

"Studiere Wirtschaft" heisst es. Frag doch mal, warum so viele Wirtschaftsstudenten am Ende hinter einem Schalter einer Bank sitzen und nicht erfolgreiche Investmentbanker geworden sind? Jeder beruf hat viele Gesichter und auch viele, die es nicht geschafft haben. Und fragt man mal genauer nach, sind die, die es nicht geschafft haben meist auch die, die eigentlich etwas anderes hätten machen wollen. 

Und nur weil Bauingenieurwesen auch etwas mit "Bau" im Namen hat ist es bei weitem nicht das gleiche wie Architektur. 

Merke: wenn jemand sagt, daß es nicht geht, dann ist das seine Meinung, nicht deine. Folge deinen Träumen, nur dann kannst du sie auch erreichen. 

Finanziell sind deine Eltern verpflichtet, dich zu unterstützen, aber der häusliche Frieden wird über das finanzielle Interesse gestellt, so daß du auch staatliche Finanzierungshilfe finden wirst. Wen du während des Studiums weiterhin das Leuchten in den Augen hast, dann wird auch der letzte, der nur darauf wartet sagen zu können "ich hab's doch gesagt" dein größter Fan werden. Zeit ist der Schlüssel. 

"Plakos" bietet ein paar gute Tests im Web...

Viel Erfolg, Frau Kollegin in Spé ;) 

Kommentar von Teresa999 ,

Dankeschön!!! Eine Super antwortet, die mich zum Lächeln gebracht hat! :)

Kommentar von DieRaumagentur ,

Das freut mich sehr :) 

Und wenn du mal etwas moralische oder fachliche Unterstützung zu dem Thema brauchst, dann frag mich gern wieder hier, oder nutze einfach die Kontaktmöglichkeiten auf meiner HP (über mein Profil hier oder bei Houzz http://raumagentur_artefakt.houzz.de

Antwort
von lifefree, 13

Ich kann die Bedenken Deiner Eltern einerseits verstehen. Aber demnach dürfte niemand mehr Architekt , Schauspieler, Designer , Fotograf u.a. werden wollen.Es gibt auch in den vermeintlich wirtschaftlich sichereren Berufen  heutzutage keine Sicherheit mehr für eine gute Bezahlung oder einen sicheren Arbeitsplatz.Die Zeiten haben sich geändert. M.E. sollte jeder  den Beruf wählen, zu dem er sich berufen fühlt und für den er geignet ist.Neigung und Eignung für den ausgewählten Beruf sollten vorhanden sein. Ein falsch gewählter Beruf kann  später zu Erfolglosigkeit oder Krankheit führen.Man kann nach dem Architekturstudium auch die Beamtenlaufbahn anstreben, dann hätte man wahrscheinlich Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, bei - vor allem im Alter - guter Bezahlung und guter Rente. Dafür sollte man sich aber geeignet fühlen.Arbeiten musst Du in Deinem Beruf, nicht Deine Eltern.Also muss es auch Deine Entscheidung sein.

Antwort
von summerblue85, 8

Leider ist es wirklich so, dass die Arbeitsbedingungen von Architekten sehr schlecht sind. Als Angestellte verdienst du weniger als eine Kindergärtnerin (und wenn du streikst interessiert das leider keinen ;-) ). Noch dazu sind unbezahlte Überstunden und befristete Arbeitsverträge sehr verbreitet. Wenn du vor hast eine Familie zu gründen, solltest du etwas anderes studieren oder brauchst einen Partner, der dich mit finanziert. Wenn du jede Woche mit Freuden 50 Stunden und mehr in (leider oft alles andere als kreative) Projekte stecken willst, wirst du sicher über die Runden kommen. Architektur ist ein sehr schönes und vielseitiges Studium. Der Beruf leider weniger. Der kreative Anteil ist im Joballtag auch sehr überschaubar. Der Großteil der Arbeit ist Schreibkram, Baustelle, Firmen auf die Nerven gehen, Telefonieren, Protokolle schreiben, Mails beantworten usw. Geld verdienen nur wenige, die selbst ein Büro gründen, dafür aber auf den Großteil ihrer Freizeit verzichten müssen. Als Angestellte kannst du das echt vergessen und musst dir viel gefallen lassen.

Antwort
von 02210, 37

Ich würde mich auf Grund der sicherlich auch gerechtfertigten Kritikpunkte auch mit Alternativen beschäftigen, mal in andere Richtungen recherchieren. Aber: wenn du danach immer noch feststellst, dass es Architektur sein soll, dann mach das. Du machst dich nicht glücklich, wenn du dir von anderen deine Träume ausreden lässt.

Es werden zwar gerne Prognosen erstellt, aber es kann dir niemand sicher sagen, wie die Berufswelt in 10 Jahren aussieht.

Schau mal hier rein:

https://www.gutefrage.net/frage/architekturstudium---empfehlenswert?foundIn=rela...

Antwort
von floborox, 16

Nicht zu vergessen: das Architekturstudium ist ein eher breit angelegtes Studium. Viele Absolventen arbeiten später erfolgreich in anderen Bereichen. Weil man das, was man im Architekturstudium lernt auch für sehr vieles andere verwenden kann (Konzeptionelles Herangehen, Kreatives Denken, Organisatorisches Handeln, Argumentieren, Präsentieren, Kommunizieren, technisches Verständnis etc.) . Als Architektin hast Du gute Chancen, nicht viel Geld zu verdienen, aber vielleicht doch, oder eben in einem anderen Bereich. Daher würde ich auch eher zur Universität als zur Fachhochschule raten, weil das Studium dann etwas weniger fachspezifisch angelegt ist.

Kommentar von ArchitektinA ,

Bis auf deinem Tipp zu Uni vs. FH kann ich deinen Kommentar unterschreiben. Es gibt auch FH's, an denen man breitgefächert Architektur studieren kann. Die Erfahrung habe ich selbst gemacht.

Antwort
von metbaer, 39

Hm, so wie Du dich beschreibst, bist Du kein Hans-Guck-In-Die-Luft, sondern hast dich schon intensiv mit dem Berufsfeld auseinander gesetzt - eine gute Voraussetzung! 

Ich halte es immer für gut, wenn man seinen Interessen folgt. Es gibt viele Menschen, die einem erzählen wollen, was alles nicht geht und was man nicht kann - wozu auf die hören? Was nützt es dir, einen Beruf zu erlernen, der zwar deinen Eltern passt, den Du aber nicht leiden kannst? Am Ende wirst Du 40 oder mehr Jahre in dem Beruf verbringen und DIR muss es Spaß machen. Du bist auch derjenige, der durch eine Ausbildung oder ein Studium muss und auch dafür brauchst DU die Motivation und das Engagement und nicht deine Eltern. 

Noch hast Du ja etwas Zeit und kannst dich umgucken. Wenn Du aber feststellst, dass es Architekt sein soll - dann ist das halt so und dann zieh es durch! ;)

Kommentar von Teresa999 ,

Danke für die Antwort! Aber was ist denn, wenn meine Mutter Recht hat und ich am Schluss wirklich arbeitslos bin? Dann war das ganze Studium und die Kosten dafür umsonst...

Kommentar von Kristall08 ,

Ja und? Das kann dir auch in jedem anderen Studiengang passieren.

Antwort
von xxxxgnoomxxxx, 24

Architektur ist ein anständiges Fach.

Arbeitslos wirst Du vermutlich nicht, so lange es die Zivilisation gibt, wird gebaut, abgerissen und gebaut werden.

Je mehr Spaß einem etwas macht, desto besser wird man darin. Je besser man in etwas ist, desto mehr verdient man. So muss man denken.

Antwort
von AssassineConno2, 7

Wenn man was verdienen will muss man halt besser sein als andere :D und der Architekt scheint immerhin genug zu verdienen um deine Mum zu bezahlen :D

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