Arbeitszeugnis/ sind da geheime Botschaften drin?

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9 Antworten

'Geheim' sind die Botschaften nicht wirklich.
Es gibt so etwas wie 'übliche Formulierungen', die sich herausgebildet haben, weil in einem Arbeitszeugnis rechtlich gesehen keine negativen Aussagen getätigt werden dürfen.

So legt z.B. die Formulierung: 'Er war sehr gesellig im Umgang mit den Kollegen" nahe, dass jemand (bei Betriebsfeiern z.B.) gerne "über die Stränge geschlagen" hat, etwa indem er ordentlich Alkohol getrunken hat.

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Das Zeugnis scheint durchaus OK zu sein. Der erste Blick auf die Schlussformel, in welchem das Bedauern über deinen Austritt ausgedrückt wird, lässt auf ein durchaus positives Zeugnis schließen.

Wenn ich hier eine Schulnote vergeben müsste, würde diese zwischen 2-3 liegen.

Siehe hier:

http://www.zeugnisdeutsch.de/arbeitszeugnis/geheimcodes.php

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Das ist nicht zu gut, das ist ne solide Zwei. 

Google mal nach "Zeugniscode". Geheime Botschaften ist zuviel gesagt, aber es gibt bestimmte Formulierungen, die durchaus andere Dinge meinen als man im Normalfall denken könnte.

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'stets zu unserer vollen Zufriedenheit' = 2 (also recht gut)

'hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen' = 1 - 2

Diese Seite lohnt sich:

https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitszeugnis#Zeugniscode

Auch keine schlechte Seite:

http://karrierebibel.de/arbeitszeugnis-formulierungen-bewertung/

 Vor allem auf die Kleinigkeiten achten! Mir persönlich erscheint das Zeugnis recht gut. Aber ich bin darin auch nicht geübt. Daher die Links. Da kannst Du es selbst beurteilen.


 

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Kommentar von scharrvogel
07.11.2016, 15:44

das zeugnis ist eine 3-4

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Ja, es ist richtig, dass in Arbeitszeugnissen Botschaften versteckt sind.

Dieses hat damit zu tun, dass in einem Arbeitszeugniss nichts negatives geschrieben werden darf.

Wenn du z.B. gerne viel Alkohol (Alkoholiker) währest, würde "Herr XYZ trug zur Heiterkeit bei", oder wenn Du regelmäßig zu spät kommen würdest "Herr XYZ war stehts bemüht, pünklich zu sein".

Das waren jetzt nur Beispiele.

Ich kann dich aber beruhigen, in deinem Arbeitszeugniss kann ich keine "versteckte" Botschaft entdecken. Sieht alles Supi aus ;-)

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Geheim ist da nichts. Etwas Schlechtes darf nicht drin stehen, selbst beim dämlichsten Faulenzer nicht.

Also gibt es ein paar nette Formulierungen und der nächste Arbeitgeber weiß genau, was gemeint ist.

Beispiel: "Er hat sich immer bemüht, die Aufgaben zu erfüllen" => eine glatte 6 (ungenügend), denn bemühen heißt noch lange nicht, dass er es auch geschafft hat.

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Auch wenn es nicht zu gut ist, sind da immer geheime Botschaften drin.

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das war mal, in der unguten alten Zeit, als die Personaler keine andere Möglichkeiten sahen, vor einem Ekelpaket zu warnen.

Da stand dann zb drin: "Der fröhliche, launige Mitarbeiter sorgte auch am Arbeitsplatz stets für ein entspanntes Arbeitsklima"

oder

"Herr N.N. erledigte alle ihm übertragenen Aufgaben stets zu seiner vollsten Zufriedenheit"

"im Rahmen seiner Möglichkeiten bemühte sich Herr N.N. stets, seinen Aufgaben gerecht zu werden".

Dein Arbeitszeugnis enthält keine geheimen Botschaften; es ist ein anständiges Zeugnis. Personaler heute, die einem eins auswischen wollen, machen das von Kollege zu Kollege übers Telefon oder Email.

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Diesen "GeheimCode" gibt es tatsächlich. Rührt daher, dass man laut Gesetz keine negativen Einträge in ein Arbeitszeugnis einbauen darf. Daher werden die Fähigkeiten etc. mit verschiedenen Methoden umschrieben. Das sind dann oft Kleinigkeiten und das beste und bekannteste Beispiel ist:

Hr. X führte seine Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit aus
Hr. X führte seine Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit aus
Hr. X führte seine Aufgaben stets zufriedenstellend aus.
Hr. X war stets bemüht seine Aufgaben zu erfüllen
(...)

In Summe ist dein Arbeitszeugnis ganz gut. Würde es im Schulnotensystem für ne gute 2 sehen.

Wichtig, gerade im Handel ist, dass deine Ehrlichkeit erwähnt wurde (Stichwort Umgang mit Geld). Und dass die Vorgesetzten vor den Mitarbeitern erwähnt wurden (Andersrum hieße, dass du Stress mit dem Chef hattest).

Die Frage ist aber immer: versteht derjenige, der deine Bewerbung ist auch den "GeheimCode"?
Und noch viel wichtiger: ein großer Prozentsatz an Arbeitszeugnissen wird heutzutage nachgebessert, wenn nicht gar richterlich angeordnet nachgebessert. Daher geben viele Arbeitgeber gar nicht so viel auf Arbeitszeugnisse, weil man nicht immer glauben kann was da steht.

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Kommentar von PeterSchu
07.11.2016, 16:33

Was du beschreibst, ist kein Geheimcode. Wenn ein Zeugnis aussagt, dass eine Leistung (nur) zufriedenstellend ist, dann ist das doch wohl deutlich genug.

Ebenso ist es falsch, dass nichts Negatives im Zeugnis stehen darf. Es heißt nur, dass ein Zeugnis den Arbeitnehmer in seinem berufliche Fortkommen nicht ungerechtfertigt benachteilen darf.

Dein "Gesetz" müsstest du uns also mal nennen. Ich halte mich da an die Gewerbeordnung §109:

"(2) Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen."

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