Frage von sunglasslion, 80

Arbeitszeugnis Schlusssatz so in Ordung?

Hallo Zusammen, ich habe mir ein Zwischenzeugnis von meinem Arbeitgeber ausstellen lassen. Dieses habe ich von einem Profi prüfen lassen und alles in allem komme ich auf einen Schnitt von 1,6 also ein relativ gutes Zeugnis.

Als Schlusssatz habe ich aber folgenden:


< Wir danken Herrn XXX für die stets gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit und seinen beständigen Einsatz und hoffen, dass er noch viele weitere Jahre erfolgreich in unserem Unternehmen tätig ist. Für die Zukunft wünschen wir Ihm auch weiterhin alles erdenklich Gute und viel Glück">


Der Profi hat die Formulierung "Glück" schlecht bewertet.

Was sagt ihr dazu? Soll ich mich wegen der Formulierung beschweren oder kann man das so lassen?

Vielen Dank für eure Antworten

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 57

Was willst Du Dich beschweren?

Dein AG  lobt die Zusammenarbeit und Deinen Einsatz und möchte dass Du noch lange im Unternehmen bleibst. Wenn Du wegen diesem einen Wort jetzt rumnörgelst kann der AG den Schlusssatz streichen.

Da es kein Recht auf die Schlussformel gibt, solltest Du über die in Deinem Zeugnis mehr als zufrieden sein und nicht wegen einem Wort ein neues Zeugnis verlangen. Das kann ein Eigentor werden und Du kannst dann nichts dagegen tun.

Kommentar von sunglasslion ,

Vielen Dank für deine Antwort. Mich hat nur verunsichert, dass der Profi sagte, dass es ein Codewort sein könnte und ich war jedoch  auch der Meinung, dass es im Zusammenhang eigentlich gut ist.

Kommentar von PeterSchu ,

Kennt dein Profi den §109 der Gewerbeordnung?

"(2) Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf
keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen."

Auf deutsch gesagt, Codewörter sind nicht zulässig. Wenn man dir viel Glück wünscht, dann wäre vielleicht "viel Erfolg" etwas besser gewesen, aber es dürfte sicher nicht das Gegenteil gemeint sein.

Kommentar von DarthMario72 ,

Kennt dein Profi den §109 der Gewerbeordnung?

Kennt den auch der Verfasser des Zeugnisses? Das würde ich mich in dem Fall schon eher fragen...

Kommentar von Hexle2 ,

Egal wer den § 109 GeWO kennt oder auch nicht. Ich würde das Zwischenzeugnis lassen wie es ist.

Kommentar von Zeugnisberatung ,

Trotz des §109 GWO gibt es eine Vielzahl von Codewörtern, die in Arbeitszeugnissen auch verwendung finden. Hierzu gehört auch das Wort "Glück". Es suggeriert womöglich, dass Ihr berufliches Fortkommen von Glück und nicht von Können abhängt.)

Da der Satz auch einen Schreibfehler enthält ("Ihm" muss klein geschrieben werden) würde ich das Zeugnis doch reklamieren und bei der Gelegenheit, um eine Abänderung des Schlusssatzes bitten. (Vernünftig vorgebracht und begründet, wird Ihnen Ihr Arbeitgeber dies sicherlich nicht verübeln.) Wichtig ist, dass man Ihnen 'weiterhin viel Erfolg' wünscht. Denn eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und Einsatz bedeuten nicht, dass unter dem Strich auch was dabei heraus kam.

Antwort
von DonCredo, 43

Hi! Nicht jeder ist erfahren in der Verwendung von Zeugniscodes und wenn ihr doch insgesamt auf die gute Bewertung kommt, warum sollte er gerade mit dem letzten Wort noch was anderes sagen wollen? Nein, ich denke, er wollte da zum Ausdruck bringen, dass Du gerne bleiben sollst er Dir aber im anderen Fall auch persönlich nur Gutes wünscht. Kannst froh sein über so ein Zeugnis. Gruss Don

Kommentar von Hideaway ,

wenn ihr doch insgesamt auf die gute Bewertung kommt

Genau das wissen wir aber nicht, wenn wir nicht das gesamte Zeugnis kennen.

Kommentar von DonCredo ,

.... natürlich wissen wir das nicht, hat der Fragesteller aber so dargestellt ... es ging ihm/ihr ja nur um das letzte Wort, Rest war geklärt. Gruss

Antwort
von DarthMario72, 45

Ohne den Rest des Zeugnisses zu kennen, kann man nicht beurteilen, ob der Satz zum Zeugnis "passt". Ohnehin kann man einzelne, aus dem Zusammenhang gerissene Sätze nicht seriös bewerten.

Für die Zukunft wünschen wir Ihm auch weiterhin alles erdenklich Gute und viel Glück

Ein solcher Satz gehört eher in ein Schlusszeugnis als in ein Zwischenzeugnis. Aber ich gebe deinem "Profi" Recht, dass das Wort "Glück" absolut nicht in ein gutes Zeugnis passt. Für mich heißt das mit anderen Worten "Glück hat er/sie auch dringend nötig." Stattdessen wäre die deutlich bessere und passendere Formulierung "...alles Gute und weiterhin (viel) Erfolg."

Aber: Viele Chefs fühlen sich auf den Schlips getreten, wenn man an einem sonst guten Zeugnis herumnörgelt. Wenn du planst, bei deiner Firma zu bleiben und das Zeugnis nicht unbedingt für Bewerbungen brauchst, lass es auf sich beruhen und achte stattdessen darauf, dass die Formulierung im Schlusszeugnis anders ist.

Antwort
von Amtsschimmel25, 6

Ist auch so. Es bedeutet soviel wie: Er verfügte über mäßiges bis gar kein Fachwissen und größere Fehler oder Schäden für den AG blieben nur durch Glück aus.

Ein guter Arbeitnehmer braucht kein Glück, da er mit Fachwissen und Kompetenz seine Arbeit erledigt.

Antwort
von Hideaway, 24

Lieber #sunglasslion, den Ausführungen von DarthMario72 kann ich mich nur anschließen.

Es wäre sehr hilfreich für eine Bewertung, wenn du das gesamte Zeugnis im Wortlaut von der Überschrift bis zum Datum hier einstellen würdest. So, mit nur einem Satz, bleibt doch immer ein großes Maß an Unsicherheit, wie das denn nun gemeint ist. Und damit ist dir ja nun gar nicht geholfen.

Antwort
von Appelmus, 38

Kann sowohl ein Codewort sein, kann aber auch vom Arbeitgeber als gut gemeinte und freundliche Aussage gewertet werden. Nicht immer ist das böse gemeint und nicht immer sollte man versuchen, hinter jedem Wort etwas böses zu erahnen.

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