Frage von RatGesucht99, 75

Arbeitszeugnis, nach der Probezeit nicht übernommen. Wie würdet ihr es bewerten?

Hallo Zusammen!

Ich habe vor kurzem mein Arbeitszeugnis erhalten und bin sehr enttäuscht darüber. Mir kommt es so vor als wäre die Gesamtnote recht schlecht! Ich würde es gerne korrigieren lassen. Ich schilder euch einmal wie es zum Ende gekommen ist: Zwei Wochen vor meinem Ende der Probezeit hatte ich ein Gespräch, indem mir gesagt wurde, dass ich nicht übernommen werde. Als Grund wurde mir genannt, dass ich mich nicht so entwickelt habe wie sie es erhofft hatten. Problem hierbei war: Die Leitung hatte falsch verstanden was ich studiert hatte, Sie war davon überzeugt, dass ich etwas mit Informatik studiert hatte(also das Wissen eines Informatikers habe). Dies ist jedoch nicht der Fall, ich habe Medienwissenschaft studiert und konnte so den Anforderungen meiner Leitung nicht gerecht werden. Obwohl ich stets mit bestem Wissen und Gewissen an meinen Aufgaben gearbeitet habe, war es anscheinend nie gut genug,

Nun zu meinem Zeugnis. Ich finde es unfair, dass ich in dieser Situation so schlecht bewertet wurde! Wie gesagt, ich würde es gerne korrigieren lassen nur weiß ich nicht wie genau und wie man verschiedene Formulierungen besser verfassen könnte.

Hier meine Fragen:

  1. was bedeutet das Kürzel "db" nach dem Datum?
  2. Die Formulierung "jederzeit sehr zuverlässig und zu unserer Zufriedenheit" wirkt für mich sehr schlecht. Zwar weiß ich nicht wie man "jederzeit sehr zuverlässig" bewerten kann aber "zu unserer Zufriedenheit" ist ja die Note 4. Wie könnte man den Satz anders formulieren, sodass es auch zur Situation (nicht übernommen nach der Probezeit) passt. Es darf ja nicht zu gut sein...
  3. Am Ende fehlt der Grund des Ausscheidens. Ein Bekannter meinte, dass das beim Personaler nicht gut ankommt. Es macht den Anschein, als wäre man im Schlechten auseinandergegangen. Stimmt das? Weil eigentlich fand ich es ganz gut, dass nicht erwähnt wurde, dass ich nicht nach der Probezeit übernommen wurde. Muss der Grund in das Zeugnis rein? Und wenn ja, wie kann man das am besten formulieren. Problem ist ja auch noch dass mein letzter Tag am 7.10.2015 war, was ja Mitten im Monat ist. Das macht ja auch einen schlechten Eindruck. Das lag jedoch daran, dass ich erst am 15. angefangen habe und dann noch Urlaubstage und Überstunden offen hatte. Wie kann man das gut erklären und das Ausscheiden nach der Probezeit "schön" umschreiben???

Habt ihr noch Tipps für mich, wie man das Zeugnis verbessern kann? Ich wollte nämlich einen Brief an meine ehemailige Vorgesetzte aufsetzen und einen Widerspruch einlegen. Dann müsste ich jedoch direkt auch Formulierungsvorschläge mitschicken und was alles korrigiert werden müsste.

Ich hoffe habe euch jetzt nicht überfordert :-D Vielen Dank im Voraus!!

Gruß

Antwort
von rotreginak02, 49

Hallo RatGesucht99,

 Ich finde es unfair, dass ich in dieser Situation so schlecht bewertet wurde!

Das Problem bei Arbeitszeugnissen ist, dass es zwar wohlwollend geschrieben sein muss, aber dennoch der Arbeitgeber verpflichtet ist, den AN wahrhaftig zu beurteilen....deshalb kann nicht jeder AN ein gutes Zeugnis bekommen, wenn die Leistung nach Meinung des AG nicht gut, sondern, wie deinem Zeugnis zu entnehmen, eher befriedigend bis ausreichend war. Ein Recht auf ein gutes Zeugnis hat man nicht.

Als Grund wurde mir genannt, dass ich mich nicht so entwickelt habe wie sie es erhofft hatten.

Das kann man aus den wenigen Zeilen, die deine Arbeitsleistung/-weise beschreiben, auch deutlich herauslesen. Eine Beurteilung deines Arbeitserfolges fehlt hier gänzlich. Das Weglassen deutet darauf hin, dass eben die Arbeit nicht von Erfolg geprägt war.

"..zu unserer Zufriedenheit erledigt"  beschreibt die Gesamtnote deiner Arbeitsleistung, wie du richtig geschildert hast, ist dies ein ausreichend (4).
Deine Arbeitsweise "sie arbeitete selbständig und gewissenhaft." entspricht einem befriedigend (3). Deine Arbeitsbereitschaft "Wir haben sie als interessierte, einsatzbereite.. Mitarbeiterin kennengelernt" entspricht auch einer 3-4, "Interessiert und einsatzbereit" zu sein, wird bei jeder Tätigkeit vorausgesetzt, wenn du nicht mehr als das gezeigt hast und umsetzen konntest, war deine Arbeit nicht von Erfolg gekrönt.

Dein Sozialverhalten ist aber mit (sehr) gut bewertet worden ,-)

Beim Schlusssatz wurde erneut der "Erfolg" weggelassen....

Ich habe ansonsten keine Grammatik- oder Rechtschreibfehler oder sonstige Formfehler erkennen können, die eine Beanstandung rechtfertigen.

Das Datum gehört heutzutage unter das Zeugnis, was das db dahinter bedeutet, weiß ich nicht, vielleicht jemand anderer hier, ich habe bisher in keinem Arbeitszeugnis eine soloche Ergänzung gesehen.

 

Kommentar von Nightstick ,

Grundsätzlich bin ich Deiner Meinung, @rotreginak02.

Ein Diktatzeichen hinter dem Ausstellungsdatum eines Zeugnisses ist unzulässig, weil es darauf hindeutet, dass sich der Zeugnisautor von dem Geschriebenen distanziert.

Dies muss auf jeden Fall reklamiert werden!

Ich würde dies zum Anlass nehmen, noch einmal das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen, "kleine Brötchen zu backen", und ihn bitten, das Zeugnis insgesamt noch etwas positiver zu formulieren, damit es für die berufliche Zukunft etwas brauchbarer ist. Der AG hätte dadurch je keinen Schaden, wobei er natürlich den Grundsatz der Zeugniswahrheit beachten muss. Auch würde ich ruhig den Grund des Ausscheidens mit aufnehmen lassen. Das kann im Berufsleben (einmal) passieren.   

Einen einklagbaren Anspruch auf eine wesentlich besseres Zeugnis sehe ich hier nicht.

Kommentar von rotreginak02 ,

@Nightstick: freu mich über deine Ergänzung mit dem Datum. Und auch den Rest sehe ich genau so. Wie immer hast du gute Tipps für die Fragestellerin ;-)

Kommentar von Hideaway ,

@rotreginak02, wie immer: Eine qualifizierte und brauchbare Antwort. Weiter so!

Kommentar von RatGesucht99 ,

Vielen lieben Dank an euch! Das hat mir auf jeden Fall schon etwas weiter geholfen. Muss mir jetzt nur überlegen, wie ich das jetzt in einem Brief gut zusammenfassen kann.

Kommentar von rotreginak02 ,

@RatGesucht99: sehr gerne und du hattest ein wenig Glück, dass hier diesmal die "Ahnungslosen" keine unqualifizierten Antworten gegeben haben.... Versuch deinen Brief möglichst diplomatisch zu formulieren und als Aufhänger das Datum zu nehmen. Ich wünsche dir in jedem Fall viel Erfolg und bin mir ganz sicher, beim nächsten Job klappt es besser....;-)

Kommentar von RatGesucht99 ,

DANKESCHÖN!!!

Antwort
von Hideaway, 39

Problem hierbei war: Die Leitung hatte falsch verstanden was ich studiert hatte, Sie war davon überzeugt, dass ich etwas mit Informatik studiert hatte(also das Wissen eines Informatikers habe). Dies ist jedoch nicht der Fall

Soll das ein Witz sein? Das muss doch schon vor der Einstellung aufgefallen sein. Und du selbst hast erst nach Erreichen der Endstation gemerkt, dass du im völlig falschen Zug gesessen hast?

Ich frage mich auch, weshalb du unter diesen Umständen noch meinst, ein besseres Zeugnis verlangen zu können. Du hast das, was erwartet wurde, nicht erfüllt. Und was genau dir da bevorstand, müsstest du an der Stellenausschreibung und im Bewerbungsgespräch erkannt haben. Punkt.

Kommentar von RatGesucht99 ,

Im Grunde hast du schon recht...in meinem Lebenslauf stand ja was ich studiert habe und auch im Bewerbungsgesprächen habe ich eindeutig gesagt was ich in meinem Studium gemacht habe. Ich wurde dann als Sachbearbeiterin im Bereich Online angestellt. Was ja auch meine "zug" war. Deswegen ist mir das nie aufgefallen, dass sie was anderes von mir erwartet hat. Ich habe meine Aufgaben immer mit besten Wissen und Gewissen erledigt. Dann zum Schluss kamen die "genannten" Anforderungen...

Mir war ja von anfang an schon klar wo ich eingesetzt werde...Im Bereich Online. Das es sich dann so entwickelt wusste ich nicht....

Kommentar von Hideaway ,

Ja, irgendwie ahne ich, was du meinst. Tut mir leid, dass es für dich so blöd gelaufen ist. Und die Vorgesetzten sind ja auch nicht ganz unschuldig an der Misere, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Was du erreichen kannst (aber bitte diplomatisch, nicht mit der Brechstange) ist, dass dein Zeugnis noch einmal überarbeitet wird im Hinblick auf die Tätigkeiten, die deinem tatsächlichen Berufsinhalt entsprechen. Das müsste dann doch deutlich besser ausfallen. Ich war übrigens mal ganz zu Anfang in einer ähnlichen Situation und habe es später bis in eine Leitungsfunktion geschafft. Aller Anfang ist schwer und das vergessen die Alteingesessenen gerne mal. Alles Gute für dich!

Kommentar von RatGesucht99 ,

Danke für deine ermuntenden Worte. Finde es auch sehr schade, wie alles abgelaufen ist. Ich versuche einfach mein Glück, vllt gibt mein AG nach und überarbeitet das Zeugnis.

Antwort
von Nightstick, 75

Du hast uns noch in keiner Weise überfordert, weil:

Grundsätzlich kann man ein Arbeitszeugnis nur dann beurteilen, wenn man es vollständig liest - von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum/Unterschrift, denn überall können sich versteckte Hinweise für den potentiellen neuen Arbeitgeber befinden, z.B. in der Reihenfolge der Auflistung der Tätigkeiten.

Insofern rate ich dazu, das Zeugnis noch einmal anonymisiert, jedoch vollständig (!) hier einzustellen - nur dann kann man endgültig sagen, in welcher Form es zu reklamieren ist.

Die bisherigen Textausschnitte lassen so gut wie gar nichts erkennen. Wenn zusätzlich noch Formfehler auftauchen würden, wäre dies gut. Dann hätte man zumindest die Chance, neben der Fehlerkorrektur noch Einiges "nach oben korrigieren“ zu lassen.

Kommentar von RatGesucht99 ,

Sorry, dachte hätte die pdf Datei mit eingefügt! aber ist anscheinend nicht mit hoch gegangen...

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