Frage von GuFra91, 284

Arbeitszeugnis gut, mittel oder schlecht?

Guten Tag, vor kurzem habe ich mein Arbeitszeugnis bekommen. Es handelte sich um eine Tätigkeit im Verkauf. ich tippe mal den Inhalt hier ab:


(Aufgaben, die genannt wurden bzw. im Betrieb angefallen sind, das übliche halt)

Herr... ist ein engagierter Mitarbeiter, der seine Aufgaben mit vollem Einsatz durchführte und mit großer Zuverlässigkeit und Genauigkeit arbeitete. In allen Situationen erzielte er gute Arbeitsergebnisse. Herr... war immer ein belastbarer Mitarbeiter, seine Arbeitsqualität war auch bei wechselnden Anforderungen immer gut. Das Verhalten von Herr ... gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei. Gerne bestätigen wir Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit.

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er stets zu unserer Zufriedenheit.

Das Arbeitsverhältnis mit Herr... endete am 18.03.2016.

Für seine Dienste danken wir Herrn..., für seine berufliche wie persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg.


Mein Eindruck dazu: Hätte besser sein können.

Frage 1: was heißt "(immer) gut"? Klingt das nicht ein bisschen ironisch oder zweideutig? Oder erfüllt das Wort "gut" hier seine tatsächliche Bedeutung?

Frage 2: "Herr... war immer ein belastbarer Mitarbeiter, seine Arbeitsqualität war auch bei wechselnden Anforderungen immer gut." Ich denke, dass da mit gemeint ist, dass ich langsam war und noch besser hätte arbeiten können, richtig? Und was könnte mit "auch bei wechselnden Anforderungen immer gut." gemeint sein?

Frage 3: "Das Verhalten von Herr... gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei." Stimmt es, dass, sollte der Vorgesetzte NICHT an erster Stelle sein, da dann was mit ihm hätte im Busch, also Unstimmigkeiten, sein müssen (ja, etwas blöd formuliert die Frage)? Und da HIER das Wort "stets" fehlt möchte ich gerne wissen, ob das irgendwie von Bedeutung in diesem Zusammenhang ist?

Frage 4: "Gerne bestätigen wir Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit." Ich habe gehört, dass, wenn man im Verkauf (= Geld = Kassiertätigkeiten) arbeitet z.B. die Ehrlichkeit (oder generell alle 3?) NICHT angegeben ist, man möglicherweise auf einen Betrug oder Diebstahl hinaus möchte (was bei mir allerdings nicht der Fall war), richtig? Wird das also generell beim Arbeitszeugnis vom Verkauf so im Zeugnis geschrieben und die Reihenfolge der 3 Punkte haben nichts zu sagen, oder? (Anders als bei Frage 3)

Ich musste leider kurz vor Ende der Probezeit entlassen werden, weil wir zu viel Personal waren. Meine Kollegen bezeugten, dass ich gut war. Mein Vorgesetzter meinte: "Dass Sie gekündigt werden heißt ja nicht, dass Sie schlecht gearbeitet haben. Wir waren einfach zu viel Personal." (Mein alter Vorgesetzter fand es sehr schade, dass ich gehen musste, wie ich erfuhr).

Antwort
von DarthMario72, 189

Zeugnisse kann man nur dann richtig beurteilen, wenn man sie im Zusammenhang liest, also vollständig von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum. Überall dort können Informationen enthalten sein, die für die Einschätzung des Zeugnisses wichtig sind.

Trotzdem zu dem Auszug aus deinem Zeugnis folgendes:

Herr... ist ein engagierter Mitarbeiter

Ein Schlusszeugnis ist - mit Ausnahme von Fachkenntnissen - in der Vergangenheitsform zu schreiben.

Herr... ist ein engagierter Mitarbeiter, der seine Aufgaben mit vollem Einsatz durchführte und mit großer Zuverlässigkeit und Genauigkeit arbeitete. In allen Situationen erzielte er gute Arbeitsergebnisse. Herr... war immer ein belastbarer Mitarbeiter, seine Arbeitsqualität war auch bei wechselnden Anforderungen immer gut.

Insgesamt ist die Beurteilung sehr kurz gehalten und auch nicht mehr als durchschnittlich.

Frage 1: was heißt "(immer) gut"? 

"Gut" ist durchschnittlich, "Immer gut" ist tatsächlich gut.

Das Verhalten von Herr ... gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei. 

Das ist ebenfalls befriedigend. "Stets/jederzeit" einwandfrei ist gut, "jederzeit vorbildlich" ist sehr gut. Ist die Reihenfolge anders, ist als hier, wäre das eine Abwertung.

Gerne bestätigen wir Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit.

Dieser Satz gehört - wenn überhaupt - nicht zum Sozialverhalten, sondern weiter nach vorn. Ehrlichkeit wird heutzutage nur dann ausdrücklich betont, wenn jemand z. B. Zugriff auf die Kasse oder auf Firmenkonten hatte. Ansonsten gehört das nicht ins Zeugnis. Pünktlichkeit wurde früher mal betont; heute sieht man das so, dass es eine absolute Selbstverständlichkeit ist und nicht ins Zeugnis gehört. Steht es dennoch drin, kann das z. B. ein Hinweis sein, dass man vor allem auch pünktlich gegangen ist, also keine Bereitschaft zu Überstunden hatte.

Das Arbeitsverhältnis mit Herr... endete am 18.03.2016.

Fein. Und warum?So lässt das viel zu viel Raum für Spekulationen.

Für seine Dienste danken wir Herrn..., für seine berufliche wie persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Naja, kein Bedauern darüber, dass du die Firma verlässt. Insgesamt passt die Schlussformel aber zu einem sehr durchschnittlichen Zeugnis.

Ob das bewusst so geschrieben wurde, kann ich nicht einschätzen, aber ganz offensichtlich hat der Verfasser des Zeugnisses nicht sehr viel Ahnung, was er da geschrieben hat.

Kommentar von Nightstick ,

Ich ergänze:

Alles in Allem ein Zeugnis, mit dem er es auf seinem weiteren Berufsweg schwer haben wird!

Ich würde jemanden konsultieren, der Ahnung von Arbeitszeugnissen hat, und mit geschicken Argumenten versuchen, den Arbeitgeber zu einer verbesserten Version zu überreden.

Noch einmal: Diese Zeugnis ist leider "für die Tonne"! 

Kommentar von GuFra91 ,

Also ist das Zeugnis formgerecht falsch? Jetzt darf ich wieder hinterherrennen... .

Können Sie mir sagen, was an dem Zeugnis genau Sie zu dieser Annahme verleitet? Der Inhalt bzw. die Formulierungen, welche ungewöhnlich sind? Weil wir uns einig sind, dass das vom Inhalt her auf eine Arbeitsweise und -qualität im Durchschnitt schließen lässt.

Kommentar von Nightstick ,

1. Was heißt (Zitat): "Jetzt darf ich wieder hinterherrennen..."? (Zitat Ende) - es ist Deine berufliche Zukunft, und Dich zwingt niemand zu etwas, aber in diesem Fall ist es auf jeden Fall den Versuch der Verbesserung wert!

2. Neben einigen formalen Fehlern (wenn diese nicht durch die Übertragung hierher entstanden sind) stört mich insbesondere der vollkommen unnötige Satz "Das Arbeitsverhältnis mit Herr... endete am 18.03.2016.", aus dem man schließen könnte, man habe sich im Unfrieden getrennt.

3. Des Weiteren ist das Zeugnis in sich unstimming - gute Bewertungen wechseln sich mit durchschnittlichen Leistungsbeurteilungen ab.

4. Recht ungünstig ist auch die Tatsache, dass das persönliche Verhalten nur als "einwandfrei", und nicht z.B. als "jederzeit einwandfrei" bescheinigt wird.

Fazit: Dieses Arbeitszeugnis müsste von Grund auf analysiert werden, und beim Ex-Arbeitgeber in geeigneter (diplomatischer) Form reklamiert werden.

Kommentar von GuFra91 ,

1. Ich werde definitiv nachhaken, denn, wenn man zu mir sagt, dass ich nicht schlecht gearbeitet habe und sogar wollte, dass man meinen Urlaub verschiebt, dann war meine Anwesenheit wohl von großem Nutzen. Nochmal: Es ist ein neuer Chef und es hat sich schon herumgesprochen, dass er noch nicht so viel Erfahrung hat, die ich jetzt zu spüren kriege. Der Chef davor wusste wovon er geredet hat und hätte mich sicher nicht gehen lassen. Er hat sogar meine Stunden ab Januar erhöht gehabt, weil er in mir Potenzial sah. Er hätte sich sicher den Aufwand gemacht die Vollzeitkraft, die schlecht arbeitete, zu kündigen und die Kündigung auszuschreiben. Ich zitiere eine SMS einer Kollegin, die ich seit über 10 Jahren kenne und die meine Eltern kennt. Der alte Chef fragte sie, wie es ihr denn so geht. Als sie gesagt hat, dass dort das Chaos herrscht, die schlechte Vollzeitkraft immer noch dort ist und mir gekündigt wurde kam von dem alten Chef in etwa folgendes zurück: "Was?! Herrn... wurde gekündigt? Schade schade. Schade um den jungen Mann." Das sagt ja wohl alles.


2. Keine Sorge, es steht alles 1:1 hier, wie es auch auf dem Blatt steht. Auch der Fehler am Anfang (ist statt war) und am Ende (endet am 18.03.2016 statt endete am 18.03.2016) stand so 1:1 auf dem Blatt. Ich finde auch, dass vor allem der Satz, dass mein Arbeitsverhältnis am 18.03.2016 geendet hat (und nicht mehr), zu viel Raum für Spekulationen offen lässt. Man hat (nicht nur) mir versichert, dass wir einfach zu viel Personal waren und, dass das nicht heißen muss, dass ich schlecht gearbeitet habe, weil ich gekündigt wurde. Da werde ich definitiv nachhaken, weil nach dieser Argumentation im letzten persönlichen Gespräch war das eine betriebsbedingte Kündigung (Personalspiegel war zu hoch), die, wie Sie andeuten, hier nicht erwähnt wurde. Nun kann jeder, der das liest annehmen, dass es da ein Problem gab, was nicht der Fall ist. Da muss ich definitiv nochmal nachhaken.


3. Da stimme ich Ihnen zu, wenn ich darüber nachdenke.


4. Was verleitet Sie zu dieser Annahme? Ich selber hatte ja nie ein Problem mit irgendwem gehabt. Ich habe meine Arbeit immer gemacht (was mehrere bezeugt haben und auch meinem ehemaligen Vorgesetzten vorgehalten haben). Wenn es Probleme gab, dann wegen anderen.


Und noch was: Im Laden arbeiten 2 junge und 1 etwas ältere Frau, die mal gar nichts vom Drucker anschließen, Regal abbauen und so weiter verstehen. Und das hat unser neuer Chef gewusst. Ich denke, es hätte nicht geschadet, das Problem an der Wurzel anzupacken (nämlich die schlechte Vollzeitkraft zu kündigen) und jemanden wie mich zu behalten. Am 07. März wäre meine Probezeit rum gewesen, ich hätte einen unbefristeten Vertrag gehabt und mein alter Chef hätte sicher den Aufwand gemacht die Kündigung bei besagter Person auszuschreiben (befristet, Vollzeit, man will sie zu hoher Wahrscheinlichkeit auch schon vorher rausschmeißen, spätestens im Juli, wenn ihr Vertrag ausläuft). Die besagte Person hätte schon zweimal weg sein können, stattdessen holt man diejenige Vollzeitkraft zu uns in die Filiale, die schon vor einem halben Jahr bei uns hätte da sein müssen und kündigt mich kurz vor Ende (3 Tage) meiner Probezeit. Über fair und unfair braucht man mich nicht aufzuklären, wenn sogar mein alter Chef Andeutungen macht, dass ich unter seiner Leitung hätte bleiben dürfen, egal, wäre ich 3 Tage noch in der Probezeit gewesen oder nicht.

Kommentar von Nightstick ,

1. Wir duzen uns in diesem Forum.

2. Insgesamt ist es (unter der Berücksichtigung der wohl nicht so souveränen neuen Leiting) sicher ein "Wink des Schicksals", dass Du dieses Unternehmen verlassen hast, und Du solltest (nach Reklamation Deines Arbeitszeugnisses) nach vorne schauen!

3. Zur Frage "Was verleitet Sie zu dieser Annahme?":

Immer dann, wenn beim persönlichen Verhalten kein Temporaladverb (z.B. stets, immer, jederzeit usw.) steht, und dies auch noch im Widerspruch zum Kontext des Zeugnisses steht, werden die Personaler hellhörig. Mit anderen Worten: Wenn das Verhalten wirklich einwandfrei war, gibt es keinen Anlass, das Temporaladverb wegzulassen.

Warum dies hier nun geschehen ist, kann viele Gründe haben - einer davon kann der sein, dass der Zeugnisautor die Zeugnissprache nicht beherrscht, und das eigentlich gar nicht so gemeint hat.

Kommentar von GuFra91 ,

1. Hatte aus Höflichkeit "Sie" geschrieben. Aber dann dutze ich in Zukunft. ^^

2. Jeder, wirklich jeder (und sogar die schlechte Vollzeitkraft) ist der Auffassung, dass das eine Fehlentscheidung seitens des neuen Chefs gewesen ist. Sogar mein alter Chef sah, wie gesagt, in mir Potenzial. Mein Lebenslauf hat nun eine dritte Lücke - und das innerhalb 4 Jahren. Wie viel Pech muss man haben, dass nun so ein Debakel kurz vor Ende passiert? Versteh mich nicht falsch, aber hier ist gehörig etwas fasch gelaufen, zumal man mir bis Ende Februar Dinge beibringen wollte, die man keinem zeigt, wenn man weiß, dass man zu viel Personal hat und vor hat jemanden zu entlassen.

3. Meinst du damit also, dass die Arbeitsqualität unter wechselnden Bedingungen immer gut (!) war im Widerspruch zum Verhalten gegenüber dem Vorgesetzten, Kollegen und Kunden, weil hier nicht Wörter, wie "stets" im Zeugnis an entsprechender Stelle vorkommen?


Ich habe stark das Gefühl, dass hier tatsächlich was falsch gelaufen ist - und nicht nur beim Erstellen von diesem Zeugnis, sondern auch kur vor meine Kündigung, wo der neue Chef offenbar nicht wirklich nachgedacht hat, sondern einfach schnell gehandelt hat ohne großartig zu überlegen, weil er bei mir nur ein paar Tage Zeit hatte. Zu einer Kollegin (die damals ein gutes Wort für mich einlegte, weil wir keine Chaoten, sondern zuverlässige und motivierte Mitarbeiter brauchten) meinte auch, dass meine Kündigung zwar der einfache, aber nicht der richtige Weg gewesen sei. Ähnlicher Meinung sind auch die anderen, die gemeint haben, ich würde meine Probezeit locker überstehen und ich würde doch nicht gekündigt werden. Problem und Konsequenzen für mich wegen der Kündigung: Wenn ich Glück habe, habe ich 3 Monate noch Anspruch auf das ALG 1, meine Eltern und ich wollten nicht mehr zusammen wohnen, also haben wir vor 6 Monaten (bei meiner Einstellung beschlossen, dass ich mir eine neue Wohnung suchen würde und alleine wohnen würde. Deswegen gab ich mir besondere Mühe und man hatte an mir nie was auszusetzen gehabt. Nun wollen meine Eltern Ende April ausziehen und für mich sieht es düster aus, weil ich nun meinen Job (ungerechtfertigt) verloren habe. Nach vorne schauen schön und gut, aber nach über einem Monat geht es mir immer noch nicht gut und für mich stehen düstere Zeiten bevor, wenn sich jetzt nichts ändert. Ich hoffe ihr versteht langsam was für Folgen dieses Pech für mich nun nach sich ziehen kann und wahrscheinlich auch wird. Alles was mir gegen Ende gesagt und gezeigt wurde steht widersprüchlich in Zusammenhang meiner Kündigung: Ein Indikator dafür, dass mein Chef die Situation am Ende völlig falsch eingeschätzt hat. Urlaub hatte ich genug, Überstunden über 100. Man hätte mich über einen Monat pro Woche freistellen können an einigen Tagen und stattdessen die andere Person entlassen können. Und mein alter Chef hätte völlig anders gehandelt. Ich hoffe ihr versteht nun den Zusammenhang. Und dann dieses Zeugnis... .

Kommentar von Nightstick ,

Schreib mir mal ´ne PN, dann sehen wir weiter...!

Kommentar von GuFra91 ,

Wie adde ich dich? Weil anscheinend kann ich nur dann dir eine PN schreiben.

Kommentar von Nightstick ,

Ach, habe übersehen, dass Du hier erst neu bist. Es gibt hier so eine dumme Funktion, dass man vorher erst eine Anzahl von eigenen Beiträgen geschrieben haben muss.

Ich komme bei Dir durch!

Antwort
von Everklever, 159

(Aufgaben, die genannt wurden bzw. im Betrieb angefallen sind, das übliche halt)

Auch das wäre wichtig. Ein Zeugnis kann nur dann seriös bewertet werden, wenn es komplett, Wort für Wort vorliegt, von der Überschrift bis zum Datum. Überall, auch in scheinbar belanglosen Passagen, können wichtige Hinweise enthalten sein. Du solltest es noch einmal vollständig (natürlich anonymisiert) einstellen. Und: Fällt das Ausstellungsdatum auf den letzten Tag deines Arbeitsverhältnisses?

Ich musste leider kurz vor Ende der Probezeit entlassen werden, weil wir zu viel Personal waren. Meine Kollegen bezeugten, dass ich gut war. Mein Vorgesetzter meinte: "Dass Sie gekündigt werden heißt ja nicht, dass Sie schlecht gearbeitet haben. Wir waren einfach zu viel Personal."

Genau da liegt ein schwacher Punkt. In diesem Fall wäre ein Hinweis auf eine betriebsbedingte Kündigung angebracht. So, wie es jetzt da steht, hast du einfach die Probezeit nicht bestanden. Die Äußerung deiner Kollegen ist eigentlich unmaßgeblich, denn nicht sie entscheiden über deine Leistung. Die Begründung durch den Vorgesetzten halte ich für unwahr. Ich vermute eher, dass er sich drücken wollte.

Mein alter Vorgesetzter fand es sehr schade, dass ich gehen musste, wie ich erfuhr

Wenn dem so ist, hätte er das Bedauern in der Abschlussformel zum Ausdruck bringen müssen. Das Fehlen ist ein Zeichen dafür, dass der Abschied ihm nicht schwer gefallen ist.

Eine Gesamtbewertung kann ich gerne vornehmen, sobald du "nachgeliefert" hast.

Kommentar von GuFra91 ,

Ja, das Ausstellungsdatum fällt auf den 18.03.2016 (Kündigung wurde am 02.03.2016 geschrieben, habe es am 03.03.2016 erhalten). Denn in der (ordentlichen) Kündigung wurde mir um 18.03.2016 gekündigt mit Frist von 2 Wochen usw..

                                              Zeugnis

Herr..., geb. am (Geburtsdatum stimmt), war vom 07.09.2016 bis zum 18.03.2016 in unserer Filiale in ... tätig. Er war als Verkäufer eingesetzt.

... bietet bundesweit im filialisierten Einzelhandel Nonfood-Artikel an. Das vielfältige Sortiment umfasst über 3000 verschiedene Artikel rund um Haushalt, Heimwerken, Beauty und Dekoration.

Zu den Aufgaben von Herrn... zählten:

- Gewährleistung eines optimalen Erscheinungsbildes der Filiale,

- Kassiertätigkeiten sowie Kassenabschlüsse vornehmen,

- Waren annehmen, Wareneingangskontrollen durchführen und auspacken,

- Waren verteilen bzw. einräumen,

- Regalpflege entsprechend der internen Richtlinien durchführen,

- Mitwirkung bei Bestandskontrolle.

Herr... ist ein engagierter Mitarbeiter, der seine Aufgaben mit vollem Einsatz durchführte und mit großer Zuverlässigkeit und Genauigkeit arbeitete. In allen Situationen erzielte er gute Arbeitsergebnisse. Herr... war immer ein belastbarer Mitarbeiter, seine Arbeitsqualität war auch bei wechselnden Anforderungen immer gut. Das Verhalten von Herr ... gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei. Gerne bestätigen wir Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit.

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er stets zu unserer Zufriedenheit.

Das Arbeitsverhältnis mit Herr... endete am 18.03.2016.

Für seine Dienste danken wir Herrn..., für seine berufliche wie persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

..., 18.03.2016

ppa. ...

-----------------------------------------------------------------------------------------

Ich war mal übervorsichtig und habe weder die Firma, noch irgendwelche anderen Namen genannt. Auch mein Geburtsdatum möchte ich nicht erwähnen, hat aber im Zeugnis gestimmt.

Was meinen Sie mit "dass er sich drücken wollte."?

Ich kann aus sicherer Quelle sagen, dass mein ehemaliger Vorgesetzter neu und wohl noch nicht erfahren genug ist. Er ist im Januar zu uns gekommen und er hat mir bis Ende Februar Bestellungen und so weiter gezeigt und dann kam das Problem mit dem hohen Personalspiegel auf. Seine mögliche Unerfahrenheit resultiert sich wohl daraus, dass man mich gehen lassen hat am Ende der Probezeit und bei der schlechten Vollzeitkraft wohl die Kündigung hätte ausschreiben müssen (da befristeter Vertrag, der einfach im Sommer nicht verlängert werden würde). Weil ich Ihnen da zu 120 Prozent zustimme, dass es betriebsbedingt war. Das hat er im letzten persönlichen Gespräch vor mir und danach noch mal vor anderen Kollegen gesagt. Leider hat er das nicht im Zeugnis erwähnt. Und genau Ihre Gedanken hatte ich bei Ihrem vorletzten Satz auch. Mein alter Vorgesetzter hätte zwar in dieser Situation anders gehandelt, aber hätte, wäre es bei mir so oder so dazu gekommen, wohl tatsächlich diese Formulierung in den Schlusssatz mitreingeracht. Er weiß wovon er redet, denn er hat viele Jahre Berufserfahrung.

Kommentar von GuFra91 ,

                                              Zeugnis

Herr..., geb. am (Geburtsdatum stimmt), war vom 07.09.2016 bis zum 18.03.2016 in unserer Filiale in ... tätig. Er war als Verkäufer eingesetzt.

... bietet bundesweit im filialisierten Einzelhandel Nonfood-Artikel an. Das vielfältige Sortiment umfasst über 3000 verschiedene Artikel rund um Haushalt, Heimwerken, Beauty und Dekoration.

Zu den Aufgaben von Herrn... zählten:

- Gewährleistung eines optimalen Erscheinungsbildes der Filiale,

- Kassiertätigkeiten sowie Kassenabschlüsse vornehmen,

- Waren annehmen, Wareneingangskontrollen durchführen und auspacken,

- Waren verteilen bzw. einräumen,

- Regalpflege entsprechend der internen Richtlinien durchführen,

- Mitwirkung bei Bestandskontrolle.

Herr... ist ein engagierter Mitarbeiter, der seine Aufgaben mit vollem Einsatz durchführte und mit großer Zuverlässigkeit und Genauigkeit arbeitete. In allen Situationen erzielte er gute Arbeitsergebnisse. Herr... war immer ein belastbarer Mitarbeiter, seine Arbeitsqualität war auch bei wechselnden Anforderungen immer gut. Das Verhalten von Herr ... gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei. Gerne bestätigen wir Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit.

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er stets zu unserer Zufriedenheit.

Das Arbeitsverhältnis mit Herr... endete am 18.03.2016.

Für seine Dienste danken wir Herrn..., für seine berufliche wie persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

..., 18.03.2016

ppa. ...


- 2 mal abgeschickt xD Ich hoffe, dass das nun ausreichend für eine Bewertung ist.

Antwort
von Rockuser, 156

Zu 1. Das immer ist nicht abwertend, sondern soll das gut noch unterstützen.

Zu2. Das selbe wie zu 1.

Zu 3. ...Vorgesetzten, Kollegen und Kunden ... gehört genau in die Reihenfolge.

Wenn die Vorgesetzten nicht an erster Stelle Stünden, wäre etwas nicht in Ordnung gewesen

Zu4. Bei Verkaufspersonal gehören die 3 Punkte IMMER mit ins Zeugnis. Sonnst hättest Du, wenn Ehrlichkeit nicht erwähnt wäre etwas gestohlen.

Wenn Du aus Personalüberschuss entlassen wurdest, gehört der Punkt mit ins Arbeitszeugnis. Das würde Ich noch einmal nachtragen lassen.

Alles in allen macht das Zeugnis aber einen mittleren Eindruck.

Kommentar von GuFra91 ,

Danke für Ihre Antwort.

Ist Ihr letzter Satz, dass das Zeugnis einen mittleren Eindruck macht auf die Qualität des Zeugnisses an sich bezogen oder auf die Benotung, was bei "mittleren Eindruck" sich möglicherweise auf eine 3 beziehen würde (also Benotung von mir)?

Wir waren tatsächlich zu viel Personal, wie ich bereits erwähnte. Das dumme war, dass das kurz vor Ende meiner Probezeit passierte. Eine andere Vollzeitkraft (ich war Teilzeit),  die nur Ärger verursachte und faul war, hätte schon längst weg sein können, aber hatte auf Grund Bezirksleiterwechsel Glück gehabt im Januar ihre Probezeit zu bestehen. Als man dann eine andere Vollzeitkraft Anfang März dazu holte (man wollte sie schon im Oktober holen, um die andere loszuwerden, aber musste an einem anderen Standort bleiben, weil man dort sie brauchte) musste ich wegen dieser einen Woche meine Sachen packen. Da ich unbefristet gewesen wäre (was mein alter Vorgesetzter so ursprünglich geplant hatte), macht die ganze Sache ärgerlich für mich, weil der neue die schlechte Vollzeitkraft nicht gekündigt hat und meine letzten Tage meiner Probezeit ausnutzte. Denn mich zu kündigen war auf Grund meiner Probezeit leicht, aber in meinem Fall (bezüglich meiner Arbeitsqualität) nicht die gute Wahl. Der Vertrag der schlechten Vollzeitkraft läuft in 3 Monaten aus (befristet). Das man das auf Grund Personalüberschuss nachtragen lassen kann macht mich stutzig. Ich dachte immer, das so was nicht üblich ist. Und, wenn man mir weiterhin (!) viel Erfolg wünscht, müsste das ja heißen, dass ich so gesehen auch erfolgreich war bei meinem ehemaligen Betrieb nach der logischen Schlussfolgerung, oder?

Bei Frage 2 habe ich die Formulierung vermehrt im Internet unter der Note 3 gefunden. Auch habe ich eine Seite entdeckt, wo ein Anwalt (war irgendwie eine kostenlose Beratung über das Internet, keine Ahnung, was es damit auf sich hat) gemeint hat, dass "vollsten Zufriedenheit" ein grammatikalischer Fehler sein soll, welcher sich bis heute in die Arbeitszeugnisse eingenistet hat, weil "vollsten" so wohl gar nicht existiert. Da wurde auch gemeint, dass das Wort "stets" (auch, wenn es nur einmal und zwar am Schluss von meinem Zeugnis genannt wurde) wohl Begriffe, wie "vollen Zufriedenheit" ersetzen würde.

Ich würde mich auf weitere Antworten bezüglich von meinem Zeugnis freuen und auf diesen Beitrag. Vielen Dank!

Kommentar von Rockuser ,

Da hast Du Recht, wenn nach dir noch weiteres Personal eingestellt wurde, könntest Du dein Job einklagen, wenn im Zeugnis etwas von "Personalabbau" oder ähnlichem stünde.

Mit der vollsten Zufriedenheit, das hat sich so eingebürgert. Das steht in jedem 2. Zeugnis Falsch. Ich bekomme etwa 4 Stück pro Monat in die Hand.

"Für seine Dienste danken wir Herrn..., für seine berufliche wie
persönliche Zukunft wünschen wir ihm alles Gute und weiterhin viel
Erfolg."

Der Satz ist allerdings sehr Abwertend. Da sollte etwas von " Zu unseren Bedauern" öder ähnlichem stehen. So klingt das  "Nana, nun ist er halt Weg"

Kommentar von DarthMario72 ,

Zu4. Bei Verkaufspersonal gehören die 3 Punkte IMMER mit ins Zeugnis. 

Nein. Pünktlichkeit ist eine derart banale Selbstverständlichkeit, dass ihre Erwähnung im Zeugnis immer negativ zu sehen ist. Früher war das mal üblich es zu erwähnen, heute nicht mehr.

Kommentar von Rockuser ,

Aha, das wusste ich noch nicht. Aber da ist etwas dran. Mein einer (EX)Angestellter hatte das auch im Zeugnis und kam öfter mal zu Spät. Ich brauche wohl einen neuen Kursus.

Kommentar von GuFra91 ,

Ich war nie unpünktlich und man musste nach Ladenschluss immer die Kasse zählen (ca. 20 Minuten), womit ich NIE ein Problem hatte. Einmal bin ich sogar freiwillig länger geblieben nach der Kassenabrechnung, weil noch anfallende Dinge zu erledigen waren. Ich bin auch immer pünktlich gekommen, sogar fast überpünktlich (halbe Std. vorher morgens). Auch an Tagen, wo ich nachmittags arbeiten musste, bin ich etwas früher gekommen, was mein Vorgesetzter wusste. Wenn Pünktlichkeit im Zeugnis negativ gewertet werden würde, wäre das allerdings gelogen, weil alleine die Erwähnung von diesem Punkt das impliziert, was in der Realität nicht so war. Wie gesagt, ich habe gehört, dass Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit im Verkauf erwähnenswert sind (im positiven Sinne), weil es hier ja um eine Verkaufstätigkeit (= Geld = Kassieren) gegangen ist. Wären diese Punkte NICHT im Zeugnis, dann (so sagen viele) würde man merken, dass da was nicht gestimmt hat, also Diebstahl etc..

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