Frage von Meinna, 87

Arbeitszeugnis -welche Note ist das?

Frau x erledigte ihren Aufgabenbereich stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Dank ihrer guten und gründlichen Fachkenntnisse und ihrer stets freundlichen und serviceorientierten Kundenberatung war Frau x für unsere Kundschaft eine kompetente und beliebte Ansprechpartnerin. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kolleginnen war stets einwandfrei. Wir haben Frau x als eine zuverlässige und vertrauenswürdige Mitarbeiterin kennengelernt, die stets ehrlich, fleißig und pünktlich war sowie selbständiges Arbeiten gewöhnt war. Auch unter starker Belastung behielt sie die Übersicht, handelte überlegt und bewältigte alle Aufgaben in zufrieden stellender Weise. Frau x hat an Seminaren... teilgenommen. Frau x verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit und die von ihr geleistete Arbeit und wünschen ihr für ihre berufliche als auch private Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Meinna,

Schau mal bitte hier:
Arbeitsrecht Arbeitszeugnis

Antwort
von DarthMario72, 78

Grundsätzlich kann man ein Zeugnis nur dann halbwegs vernünftig beurteilen, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum und der Unterschrift. Denn überall dort sind Informationen enthalten, die für die Bewertung des Zeugnisses wichtig sein können.

Der Auszug aus deinem Zeugnis lässt zwar darauf schließen, dass man dir ein gutes Zeugnis geben wollte, aber es passt trotzdem nicht so ganz zusammen. Falls du das in der Reihenfolge geschrieben hast, wie es im Zeugnis steht, ist da völliges Durcheinander.

Frau x erledigte ihren Aufgabenbereich stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Die Zusammenfassung deiner Leistungsbeurteilung ist "gut", gehört aber ans Ende der Leistungsbeurteilung.

Dank ihrer guten und gründlichen Fachkenntnisse und ihrer stets freundlichen und serviceorientierten Kundenberatung war Frau x für unsere Kundschaft eine kompetente und beliebte Ansprechpartnerin. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kolleginnen war stets einwandfrei.

Die Beurteilung deiner sozialen Kompetenzen ist ebenfalls "gut", gehört aber nicht an diese Stelle, sondern hinter die Leistungsbeurteilung.

die stets ehrlich, fleißig und pünktlich war

Das war früher eine durchaus übliche Floskel, die auch positiv gesehen wurde. Heutzutage betont man die Pünktlichkeit nicht mehr, weil das eine absolute Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben ist und deren Erwähnung eher negativ gesehen wird (pünktlich gegangen, nicht zu Überstunden bereit usw.). Der Ehrlichkeitsvermerk gehört dann ins Zeugnis, wenn der AN z. B. Umgang mit Bargeld usw. hatte. Ansonsten hat er nichts im Zeugnis verloren.

Frau x hat an Seminaren... teilgenommen

Interessant. Und? War das für deine Fachkenntnisse von Bedeutung? Dann gehört das dorthin. Ansonsten streichen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit und die von ihr geleistete Arbeit und wünschen ihr für ihre berufliche als auch private Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Für ein "2"er-Zeugnis ist das keine optimale Schlussformel. Zwar hat man grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Schlussformel, wenn sie aber vorhanden ist, muss sie zum Rest des Zeugnisses passen. Dazu fehlt ein Bedauern über dein Weggehen und die "weiterhin viel Erfolg".

Was ist das denn für ein Mediator (...) und welche Qualifikationen hat er im Hinblick auf Erstellung und Inhalt von Arbeitszeugnissen?

Das frage ich mich auch...

Kommentar von Meinna ,

Danke, apropos Überstunden, in dieser Firma macht man unzählige Überstunden, die nicht bezahlt werden.

Antwort
von Nightstick, 77

Grundsätzlich kann man ein Arbeitszeugnis nur dann beurteilen, wenn man es vollständig liest - von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum/Unterschrift, denn überall können sich versteckte Hinweise für den potentiellen neuen Arbeitgeber befinden, z.B. in der Reihenfolge der Auflistung der Tätigkeiten.

Insofern rate ich dazu, das Zeugnis noch einmal anonymisiert, jedoch vollständig (!) hier einzustellen - nur dann kann man endgültig sagen, ob es zu reklamieren ist oder nicht.

Die bisherigen Textausschnitte lassen zwar durchaus erkennen, dass es der Zeugnisautor gut gemeint hat, jedoch beweisen ein paar ungeschickte Formulierungen die nicht souveräne Beherrschung der Zeugnisformulierung. Als Beispiel nenne ich hier die falsche Reihenfolge der Aussagen über die Führung und Leistung.

Würden noch Formfehler auftauchen, hätte man zumindest die Chance, neben der Fehlerkorrektur noch Einiges besser formulieren zu lassen.

Kommentar von Meinna ,

Danke, das ist sogar das geänderte Zeugnis, das erste war katastrophal schlecht, dass ich Hilfe vom Mediator gesucht hatte.

Kommentar von Nightstick ,

Vielleicht hättest Du zuerst hier fragen sollen...

Was ist das denn für ein Mediator, wie bist Du an diesen herangekommen, und welche Qualifikationen hat er im Hinblick auf Erstellung und Inhalt von Arbeitszeugnissen?

Kommentar von Meinna ,

Über meine Rechtsschutzversicherung. Im Internet habe ich gesehen, dass er auch ein Anwalt ist. Hier antwortet fast niemand oder jeder...

Kommentar von DarthMario72 ,

Hier antwortet fast niemand oder jeder...

Hier bekommst du zwar viele einsilbige Antworten, die nicht wirklich hilfreich sind, aber ein paar kompetente Antworten bekommst du hier schon.

Kommentar von Meinna ,

Was meint ihr - soll ich den Mediator darauf nochmal ansprechen oder bei der Rechtsschutzversicherung fragen, dass ich zum Anwalt gehe? 

Kommentar von DarthMario72 ,

soll ich den Mediator darauf nochmal ansprechen 

Und nochmal so einen Mist bekommen?

Kommentar von rotreginak02 ,

@ Meinna: da möchte man das erste Zeugnis gar nicht erst kennen, denn das hier ist --genau wie DarthMario und Nightstick richtig erklärt haben....2 Leute, die hier immer qualifizierten Rat geben übrigens-- wirklich noch bearbeitungswürdig. Man merkt, dass man dir eigentlich ein gutes Zeugnis ausstellen wollte, aber die Regeln über die Reihenfolge etc. nicht beherrscht, sodass es auch stellenweise widersprüchlich ist. Z.B. wird deine Leistung zuerst als gut bezeichnet [stets zu unserer vollen Zufriedenheit]...später, nachdem man dich wieder lobt [unter starker Belastung behielt sie die Übersicht..], kommt dann: "bewältigte alle Aufgaben in zufrieden stellender Weise." Diese Aussage nimmt das "gut" wieder zurück, denn zufriedenstellend ist deutlich schlechter.
Ich würde das Zeugnis noch einmal überarbeiten lassen, aber von jemandem, der weiß, wie man das heutzutage macht....

Kommentar von Hideaway ,

 --genau wie DarthMario und Nightstick richtig erklärt haben....2 Leute, die hier immer qualifizierten Rat geben übrigens-- 

Dem kann man nur zustimmen!

Kommentar von Nightstick ,

Danke - wir tun unser Bestes :))

Antwort
von Mikkey, 87

Der erste Satz ist eine zwei (volle statt vollste Zufriedenheit), der Rest eine Nuance besser.

Kommentar von DarthMario72 ,

Das ist aber eine sehr optimistische Einschätzung

Antwort
von haselnusskatze, 80

Ich wüsste nun nicht welche Note das genau ist, würde es aber im sehr gut bis gut Bereich ansiedeln, da man keine versteckte Kritik festmachen kann :)

Antwort
von dadamat, 39

Grob gesagt: Schulnote 2 - 3

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