Frage von favorita, 41

Arbeitsvertrag befristet - mündliche Zusage vom Chef danach unbefristet - rechtlich bindend?

Hallo zusammen! Ich habe nach 19 Jahre Arbeit in einer Klinik mit etlichen Zusatzausbildungen und Berufserfahrung im Mai letzten Jahres einen Aufhebungsvertrag erbeten weil ich eine Stelle in einer anderen Klinik hatte. Mein jetziger Chef hat mir mündlich (im Beisein meiner Stationsleitung) versichert, daß ich einen Jahresvertrag bekomme und danach dieser unbefristet wird. Nun habe ich heute meine Vertragsverlängerung erhalten - wieder für ein Jahr! Begründung Chef: aus taktischen Gründen, danach wird er sicher unbefristet. Ich bin massiv enttäuscht und sauer - ist die mündliche Zusicherung denn rechtlich bindend weiß das jemand? Im neuen Vertrag steht auch "in beiderseitigem Einvernehmen wird er um ein Jahr verlängert" - das stimmt gar nicht! Mit mir hat der Chef nie gesprochen, meine Stationsleitung ist genauso schockiert wie ich, habe nur die besten Beurteilungsgespräche... Wäre nett wenn jemand rechtlich bescheid weiß DANKE!

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Antwort
von bingobong, 33

du glaubst, du hast eine mündliche zusicherung bekommen. wenn es aber heißt, der vertrag wird nach einem jahr "sicher" unbefristet, heißt das nur soviel wie "möglicherweise". eine zusicherung auf einen unbefristeten vertrag ist das also nicht. er wird dir nur unverbindlich in aussicht gestellt.

andererseits  bist du an die vertragsverlängerung nicht gebunden und kannst weiterhin den aufhebungsvertrag verlangen. vielleicht überlegt er es sich dann, wenn du so hartnäckig bist und gibt dir eine wirkliche und ausdrückliche, verbindliche zussicherung. die würde ich dann schriftlich verlangen.

Antwort
von vanbea, 26

Das du einen unbefristeten Vertrag gegen einen befristeten Vertrag eingetauscht hast, war sicher nicht klug und ich hoffe, es hat sich zumindest finanziell gelohnt.

Ich weiß nicht wie gut die Klinik läuft, davon hängt natürlich auch der Personalbedarf ab. Ist die mündliche Zusage unter euch gewesen? Dann steht Aussage gegen Aussage, und wenn du motzt ist das Vertrauen hin und dein Arbeitsplatz auch. Ist so, da brauchst du dir nix vormachen.

Aber du hast zunächst einen befristeten Vertrag erhalten.Die Befristung ist für einen AG über die Probezeit hinaus ein probates Mittel, Personal wieder unproblematisch 'verabschieden' zu können. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz §14.2 bist du höchstwahrscheinlich eingestellt, d.h. es ist eine Verlängerung bis max. 2 Jahre möglich. Danach bist du weg oder auf Dauer eingestellt (ein Tag drüber und der Dauervertrag besteht).

Denk dran, bekommst du nicht rechtzeitig den Änderungsvertrag, dann melde dich spätestens 3 Mon.vor Ablauf des Vertrages bei derArbeitsagentur arbeitssuchend.

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