Frage von jennie2710, 58

Arbeitsverhältnis gekündigt was ist mit dem Urlaub?

Hallo zusammen!

ich habe für 2 Monate (Juni, Juli) bei DM gearbeitet, war natürlich noch in der Probezeit. Ich hatte insgesamt 21 Urlaubstage. Für den August waren 15 Urlaubstage eingeplant.Dann hätte ich noch 6 Tage zur verfügung gehabt.

Soweit ist alles gut. Nun haben sich meine Pläne geändert und ich habe gekündigt. Das geht während der Probezeit ja ohne Probleme. Nun schreibt mir die Chefin von DM:

"Da du mehr Urlaub hattest als dir zusteht musst du auch eine Summe von 197,24€ überweisen."

Ich habe in den 2 Monaten, in denen ich dort gearbeitet habe keinen Tag Urlaub genommen. Wie soll ich das nun verstehen? Ich habe sie darauf angesprochen, aber es kam noch nichts zurück.

Nun meine Frage: Ist das richtig, dass ich jetzt fast 200€ zahlen muss, obwohl ich keinen Urlaubstag genommen habe und noch vor meinem eigentlichen Urlaub gekündigt habe?

Und wenn sie weiß, dass ich mehr Urlaubstage habe als mir zusteht, wieso hat sie mir nicht von anfang an so viele Tage gegeben wie es rechtens ist? (Im Juni habe ich 15 Stunden gearbeitet und im Juli 20)

Im Arbeitsvertrag steht:

"Nach der Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist die Firma befugt, unter Fortzahlung des Arbeitsgeltes auf die weiteren Dienste des Mitarbeiters zu verzichten oder Erholungsurlub zu gewähren."

Was bedeutet das?

Vielen Dank im voraus!

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Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 16

Bei den genannten 21 Urlaubstagen handelt es sih um den Gesamturlaubsanspruch für das laufende Kalenderjahr bis einschließlich 31.12.

Da der volle Urlaubsanspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnises in vollem Umfang zur Verfügung steht, hast du zur Zeit Anspruch auf ein Zwöftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.Siehe dazu den § 5 des Bundesurlaubsgesetz ( BUrlG).

Da du bislang keinen Urlaub bekommen hast, kann von dir auch keine Rückzahlung von Urlaubsgeld nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz gefordert werden.

Kommentar von lenzing42 ,

Sorry - aber im letzten Satz meiner Antwort ist mir ein Fehler unterlaufen, natürlich geht es hier nicht um das Entgeltfortzahlungsgesetz, sondern um das Bundesurlaubsgesetz.

Antwort
von Messkreisfehler, 19

Zunächst mal erwirbst Du deinen vollen Urlaubsanspruch laut Gesetz erst nach 6 Monaten.

In den ersten 6 Monaten hätte dir dein Arbeitgeber also gar kein Urlaub genehmigen müssen.

Er KANN dies natürlich tun.

Du hast für August Urlaub eingeplant und er wurde dir genehmigt, genau so wie Du als Arbeitnehmer darauf bestehen kannst das Du deinen genehmigten Urlaub nimmst kann dies natürlich auch der Arbeitgeber.

Du hast mehr Urlaubstage beantragt als Du in deiner bisher dort gearbeiteten Zeit "erarbeitet" hast.

Du kannst also deinen August Urlaub nehmen, musst die Differenz aber natürlich zahlen.

Warum dir dein Arbeitgeber mehr Urlaub genehmigt als Du bis dahin erwirtschaftet hast ist leicht erklärt: Ein Arbeitgeber geht nunmal nicht davon aus, dass ein Arbeitenehmer so schnell wieder kündigt.

Der Passus aus deinem Arbeitsvertrag bedeutet einfach nur, dass dir der Arbeitgeber im Fall einer Kündigung bezahlten Urlaub geben kann. Er kann also sagen das Du bis zum letzten Tag der Kündigungsfrist zu Hause bleiben kannst. Das muss er natürlich nicht tun, kann es aber.


Kommentar von Familiengerd ,

In den ersten 6 Monaten hätte dir dein Arbeitgeber also gar kein Urlaub genehmigen müssen.

Wie kommst Du denn zu dieser Behauptung, der Arbeitgeber hätte in den ersten 6 Monaten keinen Urlaub gewähren dürfen?!?!

Eine solche Regelung gibt es nicht, sie wäre auch völlig unsinnig, sowohl was den gesamten, wie auch den anteiligen (bereits erworbenen) Urlaub betrifft.

Antwort
von brido, 23



"Da du mehr Urlaub hattest als dir zusteht , warum sagt sie das, irgendjemand lügt. DM hat nicht geglaubt dass Du kündigst und Dir zu viel Urlaub gegeben, das darf man nach 6 Monaten. 


Antwort
von Meli6991, 33

sei froh ich hab 6 Monate probezeit und 0 tage urlaubsanschpruch

Kommentar von Familiengerd ,

und 0 tage urlaubsanschpruch

Das ist schlicht falsch!

Für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses erwirbst Du 1/12 Deines Urlaubsanspruchs - ob Probezeit oder nciht!

Du hast auch das Recht, innerhalb der Probezeit/der ersten 6 Monate bis dahin bereits erworbenen Urlaub zu nehmen, wenn nicht dringende (!!!) betriebliche Gründe dagegen sprechen.

Es ist dem Arbeitgeber nicht erlaubt, alleine mit der Begründung "Probezeit" einen Urlaub zu verweigern.

Wie "sinnvoll" Urlaub in der Probezeit ist, ist eine ganz andere Frage!

Kommentar von Meli6991 ,

Ich bekomme in der Probezeit keinen Urlaub. Das sind 6 Monate. Dieses Jahr stehen mir noch 15 Tage zu. Somit hab ich 2017 45 tage Urlaub

Kommentar von Familiengerd ,

Ich bekomme in der Probezeit keinen Urlaub.

Wie gesagt: Eine generelle Versagung alleine mit der Begründung "Probezeit" ist nicht zulässig.

Aber wenn Du das akzeptierst ... ...

Kommentar von Meli6991 ,

Ich arbeite auf einem Amt und möchte da bleiben. Also halte ich mal gabz schön die Füße still.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist verständlich - zweigt aber auch wieder einmal, dass öffentliche Arbeitgeber oft zu den problematischsten gehöre (können).

Kommentar von Meli6991 ,

Ich wollte 2 tage Urlaub ... das war ein großes delemmer bis es hieß ich sollte dich - stunde machen.

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