Frage von samatide, 78

Arbeitsunfall der keiner war?

Mir wurde ein Finger gebrochen. Da derjenige wegen Körperverletzung vorbestraft ist, habe ich das dummerweise als Arbeitsunfall gemeldet um weiteren Stress zu vermeiden. Wenn ich das gegeben falls durch eine Anzeige im Nachhinein richtig stelle. Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen? Bitte keine dummen Belehrungen. Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lumbago666, 37

Hallo,

bei den Antworten rollen sich bei mir mal wieder die Fußnägel...

Da es leider immer wieder mal vorkommt und da das kaum einer weiß... Sollte die Körperverletzung an Dir im Zusammenhang mit einer Nothilfe gestanden haben. Also wenn du jemand anderen einer Gefahr retten oder eine Straftat verhindern wolltest. Dann liegt ein Arbeitsunfall vor. Dann darfst Du alles Weitere was ich gleich schreibe vergessen. Setze dich dann nur mit der BG in Verbindung, dass die den Fall an die Unfallkasse abgeben. (§ 2 Abs. 1 Nr. 13a/c SGB VII).

1. Polizei: Anzeige und Strafantrag kannst Du natürlich gegen den Täter erstatten. Ob Du Deine Arbeitsunfallmeldung dort erwähnen willst, solltest Du dringend überlegen. Die Polizei wird in solchen Fällen nämlich von Amts wegen tätig. Heißt, eine Anzeige gegen Dich ist nicht notwendig, die ermitteln trotzdem. Die werden zumindest versuchen, Beweise für einen evtl. Betrug zu finden und natürlich Zeugen befragen. Auf Grund der Fragen wird dein Arbeitgeber auf jeden Fall hellhörig, selbst wenn die Polizei diesen nicht unmittelbar informiert (Datenschutz). Ob das wie Loki schreibt, wohl eher folgenlos bleiben würde liegt hier an der Staatsanwaltschaft. Man könnte es wohl auch so auslegen, dass eine Selbstbereicherungsabsicht durchaus vorlag und dass du hier nur etwas gemeldet hast, wegen der Angst vor Strafverfolgung. Du musst keine Angaben machen, die dich selbst belasten, also solltest Du das vielleicht auch lieber nicht tun...

2. Arbeitgeber: Du hat diesen erst einmal angelogen. Allein das kann zu durchaus drastischen, arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Zumindest dürfte dies das Vertrauensverhältnis doch erheblich belasten. Problematisch ist auch, dass der Arbeitgeber auch finanziell belastet wurde und durch die Falschangabe seiner Möglichkeit einer Entlastung beraubt ist. Du warst hier nämlich mit Sicherheit krank geschrieben und hast Entgeltfortzahlung erhalten. Der Arbeitgeber hätte bei Kenntnis des Vorfalls die Möglichkeit, eigene Schadenersatzansprüche (Arbeitsentgelt) beim Täter geltend zu machen.

3. Berufsgenossenschaft. Setze dich mit denen telefonisch in Verbindung und teile nur mit, dass die Angaben beim Arzt ein Irrtum waren. Die werden den Arbeitsunfall dann ablehnen und die Kosten bei der Krankenkasse fordern. Die BG wird deinen Arbeitgeber nicht informieren (Datenschutz). Das die BG Anzeige erstattet, ist kaum zu erwarten.

4. Krankenkasse: Informiere diese und mach dort alle Angaben wahrheitsgemäß zu der Körperverletzung. Die Kasse wird der Täter dann auch zur Kasse bitten.

5. OEG: Sollte das eine Streiterei zwischen Freunden gewesen sein, brauchst du hier nicht weiterlesen. Sollte das aber ein irgendwie gearteter Überfall oder eine Körperverletzung ohne Anlass gewesen sein, hast Du Anspruch auf Leistungen. Du musst aber einen Antrag stellen. Die Polizei hat in der Regel Formulare.

Viele Grüße

Lumbago

Antwort
von peterobm, 39

dann lass dir schon mal ne gute Begründung in der Unfallanzeige einfallen. Da kommt nämlich noch Post von der Berufsgenossenschaft. 

Welche Konsequenzen für dich eintreten: Versicherungsbetrug, 

damit wäre zunächst mal deine zuständig und letztendlich der Verursacher wo du Schmerzensgeld bekommen würdest.

Antwort
von sassenach4u, 42

Du solltest das dringend berichtigen beim Arbeitgeber. Wie der damit umgeht, musst du abwarten. Der zuständigen Berufsgenossenschaft wird dieser Betrugsversuch auch nicht passen. Was die machen? Können Strafanzeige wegen Betruges stellen, wenn sie wollen.

Anzeige solltest du auf jeden Fall noch erstatten gegen den Täter- und deiner Krankenkasse auch die Wahrheit sagen, denn die hat für deine Behandlungskosten einen Erstattungsanspruch gegen den Täter.

Antwort
von Lokicorax, 30

Hoi.

Die BG würde wohl keinen Strafantrag auf Betrug stellen, da du dich ja nicht bereichern wolltest.

§ 263 StGB Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Die BG wird sich das Geld von deiner Krankenkasse zurückholen. Deine Krankenkasse wird dann versuchen, dass Geld vom Täter zu bekommen.

Dein Arbeitgeber könnte eine Abmahnung aussprechen, da du ja eine falsche Unfallanzeige gemacht hast.   

Ciao Loki

Antwort
von frischling15, 34

Nun, Du hast die beste Grundlage , für Unglaubwürdigkeit gelegt ! Die Konsequenz wird sein , dass Dein Arbeitsplatz in Augenschein genommen wird . Darum solltest Du schnellstens den Arbeitgeber auf eventuelle Prüfungen vorbereiten .

 Der Verursacher Deiner Verletzung , müsste dann auch Farbe bekennen , und daran zweifle ich .... Behaupte dieser habe Dich zu der falschen Aussage gedrängt!

Antwort
von Owntown, 34

Versicherrungsbetrug und warscheinlich steht es nichtmal im Verbandsbuch

Antwort
von IsaBremer87, 34

Ich schätze mal das ist Versicherungsbetrug

Antwort
von Hannibu, 30

Sag einfach allen die Wahrheit, deinem Arbeitgeber, der zahlenden Versicherung und der Polizei

Kommentar von Lumbago666 ,

Gute Idee... nicht. Folge: Job verloren, Betrugsverfahren inkl. zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen, gegen den, der dir die Frage gestellt hat. Du solltest Anwalt werden!

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