Frage von blablubblub, 205

Arbeitssuchend melden - was hat das für Vorteile für die Rente?

Hallo, ich bin zu Zeit arbeitssuchend gemeldet, da mein Stipendium demnächst ausläuft, aber momentan "arbeite" ich noch an meiner Doktorarbeit, dann werd ich auch noch einige Zeit für's Schreiben brauchen. Nun war ich beim Arbeitsamt und die fingen gleich an, dass ich 4 - 5 Bewerbungen pro Monat schreiben muss. Ich bekomme kein Arbeitslosengeld und werde so oder so nichts bekommen (wg. Stipendium, Harzt IV auch nicht), und bewerben macht keinen Sinn, solange ich nicht verfügbar bin (ich wollte ab Mai Bewerbungen schreiben, Initiativbewerbungen sind in Vorbereitung - aber das dauert). Ich werde mich auch bewerben, aber 8 vernünftige Bewerbungen in 2 Monaten schaffe ich definitiv nicht neben der Arbeit - es gibt in meiner Stadt einfach nicht so viele sinnvolle Stellen!! Und Initiativbewerbungen brauchen Zeit .... Nun die Frage: Bringt es mir überhaupt was, dass ich arbeitssuchend gemeldet bin? Man sagte mir, das wäre wichtig für irgendwelche Rentenzeiten?! Aber Punkte o.Ä. bekomme ich dafür ja nicht, oder? Ich bin noch immatrikuliert, das kann ich ja bei der Rente auch angeben, oder? Also könnte ich mich auch vom Arbeitsamt abmelden?

Antwort
von noschlo1978, 92

Ich bin über die Expertenantwort ngativ überrascht, werden doch seit 1992 Anrechnungszeiten festgestellt und für Schul-, Fachschul- und Hochschulausbildungen ab dem 17. Lebensjahr 8 Jahre = 96 Monate anerkannt, § 58 SGB VI (es gibt aber keine Puntke für diese Zeiten). Die Anerkennugn endet aber mit dem ersten Abschluss (oft Diplom, erstes Staatsexamen usw.), Promotion usw. werden in aller Regel dann nicht mehr anerkannt. Bitte verzeihen Sie, aber "Expertenantworten" auf Rechtsstand von vor 1992 sind nicht zielführend und vielleicht auch im Einzelfall gefährlich.

Wie dem auch sei, die Frage möchte ich wie folgt beantworten: Die Meldung beim Arbeitsamt dürfte zu keiner Anrechnungszeit wegen Arbeitslosigkeit führen, da Sie tatsächlich mangels Verfügbarkeit nicht arbeitslos sind. Nur dann, wenn Sie noch keine 25 Jahre alt sind und tatsächlich Arbeit suchen würden, käme die Anerkennung in Betracht.

Diese Anrechnungszeit hat für die spätere Rentenhöhe aber nur ganz marginale Bedeutung, da es für diese Zeit keine Entgeltpunkte gibt, nur die so genannte Gesamtleistungsbewertung profitiert ein ganz wenig. Die Zeit wird aber später einmal auf die nötigen 35 Jahre für eine vorgezogene Altersrente ab 63 (mit Rentenabschlag) angerechnet. Das ist ein Bonus.

In aller Regel lohnt sich der Stress mit dem Arbeitsamt m.E. nicht; jedoch gilt wie immer: Im Einzelfall kann es auch mal sinnvoll sein. Wenn Sie ganz unsicher sind, vor allem wenn Sie vor dem Studium schon einmal Beitragszeiten zurück gelegt haben, lassen Sie sich bitte individuell beraten.

Viel Erfolg für Ihre Promotion.

Kommentar von blablubblub ,

Vielen Dank für die Antwort! Dann lass ich es erstmal so weiter laufen und schau, was ich an Bewerbungen in den nächsten 2 Monaten zustande bekomme, jedenfalls muss ich mich dann jetzt nicht stressen deswegen. Ich plane ohnehin, ab Juni dann vollzeit zu schreiben, da findet sich dann eher noch die Zeit, Bewerbungen zu schreiben ... es wird dann denke ich leichter, als wenn man noch ca. 8 - 10 h im Labor ist und auch Wochenende arbeiten geht. :-D

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 111

Für ein abgeschlossenes Studium erhältst du 48 Monate für die Rente gutgeschrieben. Außerdem zählt die Schulzeit nach dem 16. Lebensjahr als Ausfallzeit.

Eine arbeitssuchend Meldung ist nur sinnvoll, wenn du dem Arbeitsmarkt auch tatsächlich zur Verfügung stehst.

Kommentar von blablubblub ,

Ja, das ist ja das Problem. Ich verstehe nicht, was da "gemeldet" wird! Und für die 48 Monate bekomme ich ja irgendwelche "Durchschnitts-Rentenpunkte", oder? Aber jetzt? Die Frau vom Arbeitsamt konnte mir das nämlich auch nicht sagen ....

Kommentar von DerHans ,

Dafür ist die Frau von der Arbeitsagentur ja auch nicht zuständig.

Für Zeiten der Arbeitslosigkeit mit de facto Anspruch auf AlG 2 wird nur die Zeit berücksichtigt. Es werden aber keine Beiträge entrichtet.

Kommentar von blablubblub ,

Ich hab ja gar keinen Anspruch! Das ist ja das, was ich nicht verstehe.

Kommentar von Kuestenflieger ,

alg ansprüche enstehen erst nach 12 beitragsmonaten - in einem zug -.

nur die monate können -müssen nicht- später als zeitfaktor einfließen .

rente nach 43 jahren !

Kommentar von Familiengerd ,

@ Kuestenflieger:

alg ansprüche enstehen erst nach 12 beitragsmonaten - in einem zug -.

Das ist (nicht erstaunlich: mal wieder!) schlichtweg falsch!

"12 beitragsmonate" (in der Regel) müssen in den letzte zwei Jahren vor Eintritt der Arbeitslosigkeit nachgewiesen werden - und nicht "in einem zug"!!

Kommentar von kevin1905 ,

Für ein abgeschlossenes Studium erhältst du 48 Monate für die Rente gutgeschrieben.

NEIN!

Keine Beiträge = Keine Entgeltpunkte. Einzige Ausnahme ist die Kindererziehung.

Antwort
von ellaluise, 78

Aus einer Broschüre des Arbeitsamtes:


Zeiten, in denen Sie arbeitsuchend gemeldet sind, werden rentenrechtlich nicht angerechnet.

https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/...

Punkt 5

Kommentar von blablubblub ,

"Zeiten derArbeitslosigkeitwerden von Ihrer Ar-

beitsagentur an den Rentenversicherungsträger ge- meldet. Sie können als beitragsfreie Anrechnungs- zeiten berücksichtigt werden und zählen für die War- tezeiten. Voraussetzung ist, dass alle übrigen renten- rechtlichen Bedingungen erfüllt sind."

Also die zeiten werden gemeldet, aber an der Rente selber ändert sich nichts, da keine Beiträge gezahlt werden. Aber wofür braucht man die Zeiten?


Antwort
von AppleTea, 92

Nein, denn du bist übers Arbeitsamt versichert!

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