Frage von Leila4Archer, 80

Arbeitsschlüssel sind verschwunden, aber ich habe sie nicht?

Hallo,

ich hab vor ein paar Wochen wegen unzumutbarer Umstände meine Arbeit gekündigt und mich den Rest der Zeit krank schreiben lassen. An dem Tag, bevor ich mich habe krank schreiben lassen, habe ich die Dienstschlüssel abgelegt, weil ich die Absicht hatte nicht mehr, dorthin zurückzukehren. Jetzt wurde ich gefragt, wo die Schlüssel sind. Ich hab natürlich keinen Zeugen, dass ich die Schlüssel abgelegt habe. Eine Haftpflichtversicherung habe ich, aber ich glaube nicht, dass es die Dientschlüssel mit einbezieht.

Was kann mir schlimmsten falls passieren?

MfG

Antwort
von RudiRatlos67, 80

Je nach Umfang und Sicherheitsstufe, kann eine Schliessanlage ein mittleres bis großes Vermögen kosten. Ist aber auch davon abhängig ob dein Schlüssel nur in wenige Schlösser passt und ob der Schliessanlagenplan noch genügend freie Reserve Positionen enthält. Allerdings kosten Reserve oder auch Ersatz -Zylinder sehr schnell mehrere hundert Euro pro Stück. Ab einer relativ geringen Anzahl zu ersetzender Zylinder ist ein Austausch der gesamten Schliessanlage deutlich preisgünstiger, da bei erstbesrellung einer neuen Anlage die Preise ca. 1/3 von Ersatz Zylindern betragen. Bei den Schlüsseln ist es ähnlich.

Kommentar von Leila4Archer ,

Die Schlüssel gehören zu einer Wohngruppe. Wie teuer könnte so etwas werden? Mal abgesehen davon dass das meine ganze Existenz vernichten würde. Gibt es noch andere Möglichkeiten?

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Ich habe vor kurzem für eine kleine gsh (gsh= generalachlussel Anlage) ohne besondere Sicherheit und ohne besonderen Kopierschutz, bestehend aus gut 20 Zylindern und 20 Schlüssel, ohne Einbau gute 1900 Euro bezahlt. Wenn ich innerhalb 3 Monaten bereits eingeplante Zylinder nachbestell kostet jeder Zylinder knapp 70 Euro und die Schlüssel je nach Berechtigung zwischen 7 und 20 Euro. Nach Ablauf der Frist wird jeder Zylinder mit knapp 200 Euro berechnet. Andere Möglichkeiten sehe ich nicht. Das Gesetz ist ziemlich eindeutig.... Wer dritten einen Schaden zugefügt, ist zum Schadensersatz verpflichtet. Trotzdem würde ich einen Anwalt um Rat fragen, vielleicht sieht der in deinem Fall eine Möglichkeit den verlorenen Schlüssel ganz aus Deiner obhutspflicht zu lösen. Selbst wenn der Anwalt 50 oder hundert Euro kostet, kann er vielleicht dafür sorgen, daß du überhaupt nicht zahlen musst.... Und falls doch, das Du zumindest nicht zuviel zahlen musst.

Antwort
von elektromeister, 41

Da Du die Schlüssel in einen verschlossenen Bereich gegeben hast, muß Der AG Dir beweisen, dass Die Handlung mehr als leicht Fahrlässig war. Es konnte ja nur jemand mit Schlüssel diesen Schlüsselbund erreichen, oder? Also hast Du die Schlüssel im Herrschaftsbereich des AG hinterlassen.

Aus meiner Sicht Fahrlässig, jedoch nur leichte Fahrlässigkeit also keine Haftung. Der AG kann den Verlust von Schlüsseln versichern und das ist Ihm auch zuzumuten.

Rechtslage aus einem Juraaufsatz:

Wie ein Arbeitnehmer im Arbeitsverhältnis für Schäden gegenüber dem Arbeitgeber haftet, hängt nach den Grundsätzen des innerbetrieblichen Schadensausgleichs davon ab, was für ein Verschulden den Arbeitnehmer trifft. Es muss sich allerdings um eine betrieblich veranlasste Tätigkeit handeln und der Schaden muss durch einen Arbeitnehmer oder Auszubildenden verursacht worden sein, damit diese Grundsätze eingreifen. Betrieblich veranlasst sind Tätigkeiten, die ein Arbeitnehmer im Interesse des Arbeitgebers vornimmt oder mit denen der Arbeitnehmer arbeitsvertraglich beschäftigt ist. Es ist zu beachten, dass nach § 619 a BGB der Arbeitgeber das Verschulden des Arbeitnehmers beweisen muss.Es ist außerdem zu beachten, dass die Haftungsbegrenzungen nach den Grundsätzen des innerbetrieblichen Schadensausgleichs keine Anwendung finden, wenn der Arbeitnehmer haftpflichtversichert ist und seine Versicherung den Schaden begleicht. Grund dafür ist, dass dann der Arbeitnehmer nicht schutzbedürftig ist, da seine Versicherung ja für den Schaden aufkommt und nicht er selbst.Haftung bei leichtester FahrlässigkeitBei leichtester Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer überhaupt nicht. Leichteste Fahrlässigkeit wird angenommen, wenn man sich sagen kann: Das kann grundsätzlich jedem mal passieren. Leichteste Fahrlässigkeit wird daher bei kleineren Fehlern oder Versehen angenommen.

Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird der Schaden gequotelt, d. h. zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber nach einer bestimmten Quote z. B. 40 / 60 aufgeteilt. Mittlere Fahrlässigkeit wird angenommen, wenn man sich sagt: Das sollte grundsätzlich nicht passieren. Mittlere Fahrlässigkeit liegt also vor, wenn der Arbeitnehmer die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet hat, ihn aber kein besonders schwerer Vorwurf trifft. Als Kriterien zur Ermittlung der Schadensquote werden vor allem herangezogen: Grad des Verschuldens innerhalb der mittleren Fahrlässigkeit das Verhältnis des Gehalts des Arbeitnehmers zu den Vermögenswerten, die von ihm betreut werden die Gefahrgeneigtheit der Tätigkeit: je höher die Gefahr ist, dass bei der von dem Arbeitnehmer ausgeübten Tätigkeit ein Schaden eintritt, desto geringer haftet der Arbeitnehmer ob es dem Arbeitgeber möglich und zumutbar gewesen wäre, eine Versicherung gegen den eingetretenen Schaden abzuschließen – dieses wäre beispielsweise bei einer abzuschließenden Vollkaskoversicherung bei Neuwagen i. d. R. der Fall. Dann müsste der Arbeitnehmer nur den Schaden bis zur Höhe der Selbstbeteiligung ersetzen, die angefallen wäre, wenn der Arbeitgeber die Kaskoversicherung abgeschlossen hätte. Bei gebrauchten Autos muss man im Einzelfall schauen, ob im Hinblick auf das Alter und den Wert des Autos es dem Arbeitgeber zumutbar war, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. die Höhe des Schadens die Arbeitsbelastung des Arbeitnehmers das Vorverhalten des Arbeitnehmers, d.h. ob dem Arbeitnehmer z. B. früher auch häufig Fehler passiert sind die Stellung des Arbeitnehmers im Betrieb die Dauer seiner Betriebszugehörigkeit die Berufserfahrung des Arbeitnehmers die Ausbildung des Arbeitnehmers die persönlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers ein Mitverschulden des Arbeitgebers.

Als Richtschnur gilt nach einer neueren Rechtsprechung, die allerdings noch nicht vollständig gefestigt ist, dass ein Arbeitnehmer bei mittlerer Fahrlässigkeit bis etwa zum dreifachen seines Bruttomonatsgehalts haftet.

Bei grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer grundsätzlich voll. Grobe Fahrlässigkeit wird angenommen, wenn man sich sagt: Das darf nicht passieren. Der Arbeitnehmer muss dafür die erforderliche Sorgfalt besonders schwer verletzt haben und sich über Verhaltensregeln hinwegsetzen, die im konkreten Fall eigentlich jedem einleuchten müssten. Diese wird besonders häufig im Straßenverkehr vorkommen. Beispiel: Der Arbeitnehmer fährt über eine rote Ampel oder er telefoniert ohne Freisprechanlage mit seinem Handy während er Auto fährt. Eine Ausnahme von der vollen Haftung wird nur gemacht, wenn ein besonders hoher Schaden eingetreten ist und dadurch eine Existenzgefährdung des Arbeitnehmers vorliegt und kein Fall von gröbster Fahrlässigkeit gegeben ist. Wenn diese Ausnahme vorliegt, wird wiederum eine Quotelung des Schadens vorgenommen.

Antwort
von Parhalia, 74

Wo hast Du die Firmenschlüssel denn abgegeben, bzw. abgelegt?

Denn u.U. könnte Dir dann eine Rechnung für Ersatzbeschaffung oder wchlimmstenfalls ( wie @Otilie sagt ) gar der Ersatz einer kompletten Schliessanlage ins Haus flattern.

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Deine private Haftpflicht einspringen würde, wenn Du die Schlüssel einfach nur ohne jede Sicherung irgendwo im Betrieb für jeden Mitarbeiter / Menschen zugänglich irgendwo auf einem Tisch abgelegt hattest.

Sollte es deswegen gar zu einem Einbruchsdiebstahl kommen, so KÖNNTEST Du dann sogar für den dadurch entstandenen Zusatzschaden haftbar gemacht werden.

Kommentar von Leila4Archer ,

Ich habe die Dienstschlüssel im Büro abgelegt der Wohngruppe abgelegt. und die Tür zugezogen, weil damit die Tür auch zu ist. 

Wenn ich die Summe sagen wir von 10.000de und mehr nicht hätte, würde dann nicht wer einspringen? Das würde mich ja dann an den Rand meiner Existenz bringen.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Du bist in so einem Fall haftpflichtig, und zwar mit deinem gesamten- auch zukünftigen Vermögen und Deinem Einkommen bis zur Pfändungsfreigrenze bis der gesamte Schaden beglichen ist. Versichert ist dieser Fall so oder so nicht, da grobe fahrlässigkeit wenn überhaupt nur mit einer geringen Summe versichert ist. sofern Verlust beruflicher Schlüssel nicht versichert ist. bringt aber auch das nichts.

Antwort
von Appelmus, 68

Dienstschlüssel legt man nicht einfach mal so ab, ohne sich das auch quittieren zu lassen. Das ist ja völlig unverantwortlich und jetzt weißt du auch warum. Wenn es sich um eine teure Schließanlage mit Univeralschlüssel handelt und dein Schlüssel sehr viele Türen öffnet, siehts richtig finster aus. Die Summe kann im mehrstelligen Tausenderbereich liegen. Würde ich meine Arbeitsschlüssel verlieren und hätte keine Schlüsselversicherung dafür abgeschlossen, wäre ich finanziell am Ende. Die Schließ- und Sicherheitsanlage meiner Arbeit geht locker in die 30.000 bis 40.000 Euro.

Antwort
von Herb3472, 70

Wenn Du den Empfang der Schlüssel bestätigt hast, als sie Dir übergeben wurden, siehts ein wenig dumm aus, weil dann hättest Du Dir die Rückgabe der Schlüssel schriftlich bestätigen lassen müssen (was in jedem Fall zweckmäßig gewesen wäre, wie Du jetzt leider erleben musst). Wenn die Übergabe formlos erfolgt ist ohne schriftliche Übernahmebestätigung durch Dich, dann bist Du aus dem Schneider, denn dann ist auch Deine formlose Rückgabe der Schlüssel plausibel.

Kommentar von RobertLiebling ,

denn dann ist auch Deine formlose Rückgabe der Schlüssel plausibel

Zwischen "formloser Rückgabe" und "Schlüssel einfach irgendwo zurücklassen" ist aber immer noch ein himmelweiter Unterschied.

Antwort
von Otilie1, 62

du müsstest die schlüssel alle bezahlen, neue - keine nachgemachten. so eine schließanlage kann viel kosten

Antwort
von Muellermaus, 66

Schlimmstenfalls werden die Schlösser auf Deine Rechnung ausgetauscht.

Kommentar von putzfee1 ,

Und das kann bei einer Schließanlage sehr teuer werden....

Antwort
von DerSchokokeks64, 62

Nicht viel. Im Schlimmsten Fall muss der Schlüssel ersetzt werden. Die Kosten darauf sind normalerweise unter 100€.

Kommentar von Nightstick ,

Bei einer Keksdose glaube ich dieses Summe, bei einer Schließanlage nicht :))

Kommentar von DerSchokokeks64 ,

;)

Antwort
von jimpo, 28

Das war sehr verantwortungslos.Du hättest den Dienstschlüssel einer Person geben müssen, die Verantwortung trägt. Kann sein, daß Du jetzt in Regreß genommen wirst. Dummheit kommt vor dem Fall.

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