Frage von TassKaff, 48

Arbeitsrechtsfrage?

Wir haben zur Zeit Land unter im Büro. Arbeit jede Menge. Ich hatte diese Woche Urlaub beantragt und auch genehmigt bekommen. Es hat mir aber keine Ruhe gelassen und ich bin zwei Tage ins Büro und  hab feste gearbeitet.... Und einen Tag auch einen Kollegen vertreten der krank war. Wir stempeln morgens ein und abends aus. Das habe ich getan... in vielen Mails an beiden Tagen war mein Chef auf dem Verteiler. Am zweiten Tag pfiff er mich an und fragt was ich eigentlich hier mache. Ich habe Urlaub und es sei mit ihm nicht abgesprochen dass ich arbeite. ( ich habe aber mit der Personalabteilung bereits den Urlaub stornieren lassen ... natürlich ohne ihn um Erlaubnis zu bitten) Er ließe sich das nicht gefallen und drohte mir Konsequenzen an. Er war richtig wütend.wer kennt sich denn aus im Arbeitsrecht was habe ich denn falsch gemacht und was für Konsequenzen will er mir dann geben??

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 22

Dein AG kann Dich abmahnen.

Er hat Dich von der Arbeit nach Deinem Wunsch freigestellt. Da kann man nicht ohne Wissen und Genehmigung des AG einfach "aufschlagen", arbeiten und den genehmigten Urlaub wieder "gutschreiben" lassen.

Nicht nur der AG ist an den bewilligten Urlaub gebunden, das gilt auch für den AN. So wenig wie der AG einmal genehmigten Urlaub ohne wichtigen Grund widerrufen kann, so wenig kann auch ein AN den auf seinen Antrag bewilligten Antrag wieder ablehnen.

Wenn der Chef das zulässt, kann man darauf warten dass der nächste Mitarbeiter einfach zur Arbeit kommt wenn er z.B. keine Lust mehr auf Urlaub hat weil das Wetter schlecht ist und so die Urlaubstage für einen anderen Termin aufsparen will.

Du hast das vielleicht gut gemeint aber falsch gehandelt. Wenn Du wieder einmal arbeitswütig bist obwohl Du frei hast, solltest Du das mit dem AG absprechen und mit niemand anderem.

Kommentar von TassKaff ,

Eine Abmahnung weil man arbeitet? Da bin ich ja mal gespannt

Kommentar von Hexle2 ,

Eine Abmahnung weil man sich nicht an die Regeln hält. In diesem Fall an das Bundesurlaubsgesetz.

Ob der AG Dich abmahnt oder (mündlich) ermahnt, kann ich Dir ja nicht sagen (Glaskugel trübe). Ich habe Dir nur geschrieben, was er machen kann.

Meist wird hier gefragt was der AN tun kann wenn der AG einmal genehmigten Urlaub streichen will. Da hat der AN das Recht auf seinen Urlaub zu bestehen, wenn der AG keinen wichtigen betrieblichen Grund nennen kann.

Umgekehrt hat der AG aber auch das Recht dass der AN den von ihm gewünschten, beantragten und genehmigten Urlaub nimmt und nicht einseitig ändert.

Kommentar von Familiengerd ,

Da bin ich ja mal gespannt

Dass eine solche Abmahnung - wie von Hexle2 richtig erklärt - grundsätzlich möglich ist: darauf kannst Du Dich verlassen!

Antwort
von SaVer79, 25

Ein einmal genehmigter Urlaub darf weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitgeber einseitig wieder storniert werden. Du hättest das mit deinem Chef abstimmen müssen

Kommentar von TassKaff ,

O. k., und wenn man aus Unwissenheit dagegen verstößt.... so wie beschrieben ich war nun mal arbeiten ....was für Konsequenzen kann es geben?

Kommentar von Nightstick ,

Ermahnung oder Abmahnung.

Ich empfehle, auf den "Chef" zuzugehen und ihm zu erklären, dass Du es

1. im Sinne der vielen Arbeit gut gemeint hattest, und

2. es in dieser Form nicht wieder vorkommen wird.

Du solltest Verständnis dafür zeigen, dass Du Deinem Arbeitgeber "in die Planung gefuscht" hast.

Auf der anderen Seite hätte allerdings ein souveräner Chef nicht gleich so aufbrausend reagiert, und dem Mitarbeiter in Ruhe erklärt, dass es so nicht geht.

==> Insgesamt ist es die Sache nicht wert, sich mit dem AG anzulegen, daher mein obiger Rat.

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