Guten Morgen, ich bin Unternehmerin und bin durch schlechte Zahlungsmoral einer meiner größten Auftraggeberin in die Insolvenz gerutsch. Im Moment habe ich nur einen Gutachter, der meine Geldeingänge und Ausgänge kontrolliert. Mein Unternehmen darf ich ganz normal weiter führen. Da ich natürlich für den Auftraggeber nicht mehr tätig sein konnte und kurzfristig die Arbeiten eingestellt habe, mir dadurch die Einnahmen fehlten. Habe ich mit meinen Mitarbeitern ein Gespräch geführt, ob diese einverstanden wären wenn wir vorerst bis zur Klärung oder neue Aufträge auf Gleitzone gehen. (ansonsten Festgehalt) Arbeitnehmer willigten ein, alles im Team besprochen. Jedoch 2 meiner Mitarbeiter, melden sich seit dieser Zeit ständig Krank. Ich bin menschlich sehr enttäucht, da Sie mir beistehen wollten. Der Rest des Teams arbeiten und stehen voll hinter mir und würden Tag und Nacht arbeiten. Der Auftraggeber hat sich dafür entschieden zu zahlen und alles kann wieder in Ordnung sein. Ich möchte diese beiden Mitarbeiter kündigen, da Sie dem Unternehmen zu der ganzen Situation noch Schaden zufügen und Ihre Kollegen auch im Stich gelassen haben. Kennt sich einer hier damit aus und wie würdet Ihr als Unternehmer reagieren. Ich habe als Chefin immer mein Wort gehalten. Habt Ihr vielleicht einen Internetseitentipp, wo man sich Rat holen kann. Danke im Voraus!
Antworten (7)
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Wie viele Mitarbeiter hat die Firma denn überhaupt?
Und wie lange sind die besagten Mitarbeiter schon tätig?
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dirodadiroda
Es ist schon sehr viel verlangt, von einem Mitarbeiter zu verlangen, ohne Bezahlung zu arbeiten. Welche Gründe auch dazu geführt haben. Außerdem kann es für Mitarbeiter unterschiedlich sein auf Arbeitslohn verzichten zu müssen (Ersparnisse und Zahlungsverpflichtungen). Vielleicht haben sie auch nicht mehr an den Weiterbestand der Firma geglaubt. Wenn sie sich jetzt wieder für die Firma einsetzen weiter beschäftigen. Wenn sie nicht mehr gebraucht werden entlassen. Ich habe auch schon schlechte Erfahrungen gemacht 200 Überstunden im Monat gemacht Benzin und Hotelkosten vorgestreckt und mit ungedecktem Schecks bezahlt. Da fällt es schwer zu der Firma zu stehen.
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StrolschiStrolschi Aufträge sind wieder genügend da, wir könnten uns 4 teilen, ich weiß, du kannst mir glauben, mein Gewissen macht mich krank. Ich habe nicht vergessen, wie es sich anfühlt kein Geld zu haben. Aber ich konnte doch nicht Zahlen, dass hätte der Gutachter machen müssen. Ich hab mich bei Gericht beschwert und ärger gemacht, denn das Geld ist ja da. Es ist eben alles nicht so einfach, der eine Mitarbeiter ist auch noch der Vorarbeiter, der Rest vom Team ist sehr enttäucht, den er war Ihr Vorbild.
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StrolschiStrolschi vielen Dank für die Antwort, hat mit gut getan darüber zu schreiben.
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alphonsoalphonso
wenn die (schlechte) Auftragslage es erlaubt, kannst du betriebsbedingt kündigen. Darfst dann aber nicht gleich wieder neues Personal einstellen. Krankheitsbedingt zu kündigen kann sehr langwierig sein. Wenn sie schon lange bei dir beschäftigt sind, ist es schwierig, sie kostenneutral loszuwerden. Führe erstmal ein Mitarbeitergespräch, mach ihnen klar, dass zusätzliche Kosten den Fortbestand deiner Firma extrem gefährden und dass die Kollegen die Fehlzeiten ausbaden müssen. Wenn das nicht hilft, kannst du nur nach Gründen für eine verhaltensbedingte Kündigung suchen, abmahnen und dann kündigen. Viel Erfolg....
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StrolschiStrolschi Vielen Dank für die Antwort
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Lotte4Lotte4
Deine Einstellung den Mitarbeitern ist verständlich aber Krankheit und Inloyales verhalten sind keine Kündigungsgründe.
Ich muss aber auch ein Wort für die kranken Mitarbeiter sprechen. Die Leute gehen arbeiten, um Geld zu verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ohne Geld fehlt denen die Motivation.
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StrolschiStrolschi ja natürlich, selbstverständlich du hast vollkommen Recht. Denk nur nicht mir geht es dabei gut, da unser Team ein super Team war. Ich bin doch selbst in so einer Situation, ich bekomme nur Geld um das Unternehmen weiter führen zu können. Meine Mitarbeiter sind doch nicht erst paar Wochen bei mir, die wissen genau, dass ich kämpfe wie eine Löwin, denn ohne die Jungs gebe es auch keine Einnahmen. Ich bin eine der wenigen Unternehmerinen die genau weiß was Ihre Mitarbeiter wert sind. Ich versuche immer fair zu sein und habe geholfen auch privat so gut ich konnte. Nun hätte ich Ihre Hilfe gebraucht und Sie lassen mich und Ihre Kollegen im Stich, leider. Nur ich muss an die anderen Mitarbeiter und an das Unternehmen denken, oder etwa nicht.
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StrolschiStrolschi vielen Dank für die Antwort
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SweetninafragtSweetninafragt
Kündige sie einfach wegen betriebswirtschaftlicher Probleme, heißt ja auch dass du kein Geld hast, und die Kündigung wegen wirtschaftlicher Probleme ist ein approbates Mittel, vor Allem weil sie oft nicht nachvollziehbar und mehr oder weniger immer gelingt.
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Lotte4Lotte4 So einfach ist das nicht. Bei einer Kündigung wegen betrieblichen Gründen mussen soziale Gesichtspunkte wie Familienstand, Betriebszugehörigkeit berücksichtigt werden.
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SweetninafragtSweetninafragt Stimmt, du hast Recht, Eigentlich ist es immer der letzte neue Arbeitnehmer, aber wie du auch schreibst kommts drauf an.
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StrolschiStrolschi ich habe ja in meiner Situation einen Insolvenzgutachter. Da ich einige Außenstände habe die so langsam eingehen, habe ich keine betriebswirtschaftlichen Probleme, da noch keine Insolvenzeröffnung vorliegt. Der Gutachter kann es nachvollziehen in diesem Fall fast leider. Ich möchte die beiden raus haben, da Sie sich nicht an die Absprachen halten und Ihre Kollegen (auf die ich sehr Stolz bin) so im Stich lassen. Ich könnte mir Vorstellen, dass die beiden wenn ich nicht genau Acht gebe klagen. Leider muss ich dazu schreiben, dass die Mitarbeiter 2 Monate keinen Lohn erhielten. Nicht aus meiner Schuld sonder der Gutachter hat das Geld auf ein sogenanntes Anderskonto eingefrohren hat. Ich hoffe das hat alles bald ein Ende. Der Gutachter hat 15.000€ und hat den Insolvenzgrund immer noch nicht gezahlt. 10.000€ sind unterwegs, also das Unternehmen trägt sich. Die ganze Sache ist so aufreibend und kostet viel Kraft.
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SweetninafragtSweetninafragt Okay, mit der Antwort von Lotte kann ich nur sagen, dass meine Idee nicht ganz zu Ende gedacht ist.
Wäre es nicht möglich nach etwas zu suchen? Ist zwar auch nicht ganz die nette Schiene, vor Allem wenn man noch beim Arbeitnehmer Schulden hat, aber wohl eine Lösung. Aber vielleicht haben die AN nicht absichtlich so gehandelt sondern waren wirklich krank? Vielleicht findet ihr ja auch eine zufriedenstellende Lösung? Kündigung in einvernehmlichem Einverständnis vllt?
Ich wünsche dir viel Erfolg
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StrolschiStrolschi so habe ich mich auch immer beruhigt, der Stress und so, aber keiner geht ans Handy und wenn ich vorbei fahre und möchte einen Krankenbesuch machen, ist nie einer da. Da kommt man eben auf negative gedanken. Ich bedanke mich herzlich für die Worte, darüber schreiben und zu lesen hat mir schon sehr gut getan. Als Unternehmerin muss man immer stark sein und kann über solche Dinge nicht einfach sprechen. Vielen Dank!
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stelaristelari
Bei aller Loyalität zu den Mitarbeitern - diese gehören formlos gekündigt! Wenn man schon weiß es geht nix voran und dem ganzen zustimmt und dann aber auf Krank machen und trotzdem die Kohle kassieren wollen - sorry das hat man nicht verdient! Du hättest ja allen Kündigen können wenn du gewollt hättest - hast es aber nicht, statt dessen treten sie dir in den Hintern - RAUS MIT DENEN einen Grund bedarf es dafür nicht ...
Aufgrund der schlechten betrieblichen Situation muss ich hiermit das Arbeitsverhältnis zum Bla Bla Bla kündigen - Basta da es unter 20 Beschäftige sind, haben sie auch keinen Kündigungsschutz und eine Sozialauswahl muss auch nicht getroffen werden
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ScannerScanner
Verklage die Auftraggeberin und lass die notfalls auch in die Insolvenz gleiten.
Das kann ein Anwalt ohne weiteres durchziehen.
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alphonsoalphonso was ist das für ein Blödsinn...?
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8 Mitarbeiter und die der eine 1,1/2 dabei, der andere seit Juni.
Da haben beide keinen Kündigungsschutz und man braucht nicht mal einen Grund zu finden, um sie zu entlassen.
Siehe http://www.buzer.de/gesetz/5503/index.htm §§ 1 und 23.
Ausnahmen: Schwangerschaft, Elternzeit, Schwerbehinderung (und noch paar andere, die aber vermutlich nicht zutreffen).
wow, vielen Dank, dass schau ich mir gleich mal an. LG