Frage von marcar,

Arbeitsrecht Arbeitsvertrag

Vom 03.09.2008 bis zum 2.07.2009 hatte ich einen befristeten Arbeitsvertrag an einem Gymnasium. Vom 03.07.2009 bis zum 04.07.2010 habe ich den nächsten befristeten Arbeitsvertrag an demselben Gymnasium gekriegt.Alles lief super, ich( zwei Diplome - Dipl. Bauing. und Dipl. Mathematiklehrer) arbeitete viel für vie viel weniger Geld!!! im Vergleich zu allen anderen festagestellten Lehrer. Jetzt arbeite ich seit dem 16.08.2010 an dem Gymnasium weiter. Gestern, den 24.08.2010, wurde mir mitgeteilt, dass ich auf Honorarbasis arbeiten soll.(Ich bin kein Freiberufler). Kann man sich nicht dagegen wehren? Als Freiberufler habe ich viel mehr Ausgaben, aber manche Monate verdiene ich knapp über 400 €.
Bitte um kompetente Antworten

Hilfreichste Antwort von muab77,

Freiberufler, 400€, zwei Diplome und ich verstehe nur Bahnhof!?

Wehren, wogegen sich wehren... sie werden mit Sicherheit nicht den Fehler begehen und nach den befristeten Arbeitsverträgen einen unbefristeten zu machen und das erkennt man ja deutlich an der Überlegung mit dem Freiberufler! Tja, klar kann man das als Freiberufler machen und dann ganz böse sein... weil, es gibt ja diese Regelungen bezüglich der Scheinselbständigkeit! Weil, wenn man nur einen Auftraggeber hat, dann zählt man nicht als Selbstständiger! Wie das dann im einzelnen abläuft weiß ich persönlich nicht, weil ich mehr die Leute darauf bringe, darauf zu achten, dass sie nicht Scheinselbstständig sind!

Kommentar von marcar,

Ich möchte mich nicht selbstständig machen, dass das Scheinselbstständigkeit ist, habe ich auch erkannt. Bei der Bezahlung wie bis jetzt will auch keinen unbefristeten Vertrag. Das Unmoralische und auch Unrechtliche ist, dass man mich scheinselbständig für 17 € die Stunde als Hilfslehrerkraft und Förderkursleiter beschäftigen will....Ich verstehe die Welt nicht mehr...Dank meiner Hilfe haben Schüler Abi geschafft, die sonst nie schaffen konnten.Ich trage viel zum guten Ruf der Schule bei, und da es eine Privatschule ist, ist sehr wichtig. Ich verstehe auch Bahnhof, dass der Arbeitsnehmer mich so zu hintergehen versucht... Die Eltern bedanken sich bei mir für die gute Arbeit, die ich an der Schule leiste, ich kriege von denen Lobesbriefe und
jetzt so was...

Kommentar von muab77,

Mit 17€ je Stunde hat man doch schon einmal ein gutes Einstiegsangebot bekommen! In der Regel muss man mit diesem Preis jetzt anfangen zu verhandeln, mein Vorschlag wären dann 25€ als oberes Gebot. Wenn man sich bei 20€ einigen sollte, hätte man im Monat dann knapp 2.000 € bei rund 100 Stunden im Monat, also ca. 25h je Monat. Nebenbei könnte man abends auch noch die Möglichkeit nutzen Nachhilfeunterricht anzubieten, um das Gehalt aufzustocken und ebenso möglich wäre natürlich auch Ferienseminare und Nachhilfeangebote über die Ferienzeit?! Schwieriger wird die Verrechnung der Vorbereitungszeit und Nachbereitungszeit, vielleicht könnte man hier anbringen, dass man für jede volle Stunde eine halbe Stunde zusätzliche Zeit benötigt und diese ebenso vergütet haben möchte! Dann könnte man das Monatseinkommen auf rund 3.000€ steigern! Die Frage ist, ob die Schulleitung, also die Arbeitgeber dieses mitmachen und vertraglich kann man auch Kündigungsfristen von 6 Monaten vereinbaren und sonst müsste ein Mindestumsatz beglichen werden. Als Beispiel wie bei Fahrschulen, wenn man die Stunden zu spät absagt muss man diese ja auch bezahlen! ;-)

Wichtig wäre es zu klären, wie die Versicherung der Schüler geklärt wird? Und vielleicht besteht die Möglichkeit, diese Nachhilfe und Seminar im Schulgebäude zu einer geringen bis Null-Miete vertraglich mit einzubauen!

Kommentar von marcar,

Vor lauter Aufregung habe ich mich verschrieben, ich meinte nicht Arbeitnehmer, sondern Arbeitgeber. Tja, ich bin stinksauer, man kann ja verstehen. Übrigens, danke für die Antwort.

Antwort von Kleinsorge,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Mir erscheint das arbeitsrechtlich zumindest sehr grenzwertig, was Sie beschreiben, aber es wird praktiziert.

Befristungen:

Gemäß §14 Absatz 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz, hat Ihr Arbeitgeber die Möglichkeiten so gut wie ausgeschöpft.

Es gilt:

Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist auch die höchstens dreimalige Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig.

Bis hierhin ist noch alles okay.

Ihr Arbeitgeber hat nun das Problem dass er Sie fest einstellen müsste, da die zulässige Höchstgrenze von 2 Jahren für die Dauer der kalendarischen Befristung fast ausgeschöpft sind.

Nun versucht Ihr Arbeitgeber dies zu umgehen, er möchte Sie auf Honorarbasis beschäftigen.

Honorarbasis:

Es kommt mittlerweise häufiger vor dass Lehrer auf Honorarbasis beschäftigt werden. Diese Praxis ist aber sehr umstritten und wäre dazu geeignet Tarifverträge auszuhebeln, vorausgesetzt dass es genügend Pädagogen gibt, die bereit sind auf Honorarbasis zu arbeiten.

Zu beachten ist auch dass Sie als Freiberufler ein erhöhtes Haftungsrisiko, gegenüber einem Lehrer im öffentlichen Dienst, haben.

Des weiteren müssen Sie Ihre Altersvorsorge, Krankenversicherung aus der eigenen Tasche bestreiten.

Aus finanzieller Sicht lohnt sich das für Sie nicht diesen Job anzunehmen!!!

Deshalb würde ich Ihnen empfehlen sich auf jeden Fall arbeitsrechtlich beraten zu lassen, da die rechtsverbindliche Beantwortung Ihrer Frage doch von enormer Tragweite für Sie ist.

Sie sollten sich bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht rechtlich beraten lassen.

Wenn Sie Mitglied bei der zuständigen Gewerkschaft (ver.di) sind (oder werden wollen), können Sie sich auch dort rechtlich beraten lassen.

Wenn Sie mich persönlich fragen:

Ich halte das Ansinnen Ihres Arbeitgebers für inakzeptabel und würde an Ihrer Stelle dankend ablehnen, da können Sie in vielen Minijobs Ihr Geld leichter verdienen. Ich würde an Ihrer Stelle versuchen an einer anderen Schule bzw. in einem anderen Bundesland zu besseren Konditionen unterzukommen.

Hier noch ein guter Link.

http://www.sozialhilfe24.de/sozialhilfe-forum/ftopic26401.html

Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie eine Ihrer Qualifikation angemessene Arbeitsstelle finden.

Peter Kleinsorge

Kommentar von Kleinsorge,

Und hier noch ein Link der Gewerkschaft GEW, der das Problem sehr gut beschreibt.

http://www.gew-bw.de/Abqualifizierungderganzen_Lehr-Branche.html

Peter Kleinsorge

Kommentar von marcar,

Danke schön für die hilfreiche Antwort. Heute ist das Gespräch mit der Schulleiterin. Ich bin gespannt. Sie wollte, dass ich noch gestern den Vertrag unterschreibe,bevor ich mich überhaupt erkundigen kann und als ich ihr gesagt habe, dass ich das nicht mache, stand sie mit offenem Mund da...Wie kann man versuchen die Leute so zu hintergehen????!!!! Es ist ein unmoralisches sogar straffbares - Scheinselbstständigkeit - Angebot. Unfassbar...

Antwort von alphalpha,

Hier um diese Uhrzeit kompetente Antworten erwarten: Zuviel verlangt! Aber was spricht dagegen, das Honorar nach dem bisherigen Verdienst + Krankenversicherung + etc. auszurichten?

Antwort von blondie1705,

Um diese Zeit kompetente Antworten? Musst Du morgen nicht zur Schule, dass Du jetzt noch am PC bist?

Kommentar von marcar,

Tja, ich muss zur Schule, aber die Frage ist sehr wichtig für mich... da kann man schlecht einschlafen

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