Arbeitsrecht (GDB 60): Urlaub und Stundenabrechnung bei tatsächlicher 5-Tage-Woche aber vertraglicher 6-Tage-Woche?

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1 Antwort

Hallo leMoi4815,

Sie schreiben:

Arbeitsrecht (60% Behinderung): Urlaub und Stundenabrechnung bei tatsächlicher 5-Tage-Woche aber vertraglicher 6-Tage-Woche?

Antwort:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesurlaubsgesetz

Auszug:

Der Mindesturlaubsanspruch beträgt 24 Werktage, wobei, wegen der Spezialnorm in

 

§ 3

 

Abs. 2, auch die Samstage als

 

Werktage

 

gezählt werden, sodass der Urlaubsanspruch auf 

Arbeitstage

 

pro Woche umgerechnet werden muss.

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Bitte beachten Sie, daß die Schwerbehinderung auf gar keinen Fall in Prozent, sondern ausschließlich in Grad der Behinderung (GDB 60) ausgewiesen wird!

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Unter folgendem Link finden die Antworten auf Ihre Fragen:

http://www.schwbv.de/zusatzurlaub.html

Auszug:

Zusatzurlaub

Menschen mit einer für das ganze Kalenderjahr anerkannten Schwerbehinderung erhalten (z.B. bei einer 5-Tage-Woche) einen Zusatzurlaub von 5 Tagen (§125 Abs. 1 SGB IX). Die Urlaubstage kommen zum Grundurlaub dazu, der den schwerbehinderten Beschäftigten laut Arbeits- oder Tarifvertrag bzw. nach gesetzlichen Bestimmungen ohnehin zusteht und unterliegt somit auch den selbigen Bestimmungen.

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Der Anspruch nach § 125 SGB IX ist ein Mindestzusatzurlaub. Sehen gesetzliche, tarifliche oder betriebliche Regelungen (Betriebsvereinbarung) einen längeren Zusatzurlaub vor, so gelten diese Sonderregelungen zugunsten der schwerbehinderten Beschäftigten (§ 125 Abs. 1 Satz 2 SGB IX).

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Bemessung des Zusatzurlaubs

Verteilt sich die regelmäßige Arbeitszeit des vollzeitbeschäftigten schwerbehinderten Arbeitnehmers auf mehr oder weniger als 5 Arbeitstage in der Woche, erhöht oder vermindert sich der Zusatzurlaub entsprechend. 

Arbeitet er z.B. an 4 Tagen in der Woche, stehen ihm auch nur 4 Tage Zusatzurlaub zu. 

Verteilt sich die Wochenarbeitszeit auf z.B. 6 Tage, beträgt der Zusatzurlaub ebenfalls 6 Tage. Auch bei Teilzeitarbeit von schwerbehinderten Arbeitnehmern ist die Verteilung ihrer Arbeitszeit auf die Wochentage maßgeblich (z.B. 3 Arbeitstage pro Arbeitswoche = 3 Tage Zusatzurlaub). Die Urlaubsdauer ist aber stets auf eine Arbeitswoche begrenzt.

Fazit:

Im Zweifelsfall fragen Sie bei Ihrer Lohnbuchhaltung und/oder wenn vorhanden beim Betriebsrat und/oder bei der Schwerbehindertenvertretung im Betrieb und/oder beim VDK nach!

http://www.vdk.de/nrw/pages/sozialpolitik/nachteilsausgleiche/18855/zusatzurlaub?do=print

Auszug:

Ist die Arbeitszeit etwa in einem rollierenden Arbeitszeitsystem nicht gleichmäßig auf die Kalenderwochen verteilt, gilt für den Zusatzurlaub folgende Berechnung:

Die für den schwerbehinderten Menschen individuell geltende Anzahl an Arbeitstagen im Jahr (ohne Abzug von Urlaub, Krankheitszeiten und so weiter) muss zum „gesetzlichen Regelfall" von 260 Arbeitstagen im Urlaubsjahr ins Verhältnis gesetzt werden. Bezeichnet man die individuelle Anzahl an Arbeitstagen mit „A", so lautet die Formel: A : 260 x 5 = Zusatzurlaub (BAG, Urteil vom 22. Oktober 1991-9 AZR 373/90 und 9 AZR 38/91 - ). Bei flexibler Arbeitszeitgestaltung (zum Beispiel im Rahmen von Altersteilzeit) muss der in Arbeitstagen bemessene Urlaubsanspruch entsprechend der tatsächlich geleisteten Arbeitstage umgerechnet werden. Auf das Kalenderjahr bezogen ist der Urlaubsanspruch durch die Anzahl der auf das Kalenderjahr entfallenden Arbeitstage zu dividieren und mit der Anzahl der in diesem Zeitraum tatsächlich geleisteten Arbeitstage zu multiplizieren (BAG, Urteil vom 14. Januar 1992).

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Kommentar von leMoi4815
14.09.2016, 23:24

Vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort!

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