Arbeitsmedizinisch als Krankenpfleger ungeeignet. Möglichkeit im Rettungsdienst tätig zu sein?

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2 Antworten

Aus vielen Erfahrungen heraus möchte ich Dir folgenden Gedanken sehr ans Herz legen: Versuche zu erreichen, dass Du offiziell nicht mehr für eine Tätigkeit als Krankenpfleger geeignet bist und dass Dir die Rentenversicherung oder die Arbeitsagentur eine Umschulung/Qualifizierung für einen Beruf finanziert, der Dich auch interessieren könnte. Je nach Arbeitgeber kann der Dich hierbei auch unterstützen, in dem man Dich vielleicht sogar für eine andere Tätigkeit (z.B. in der Verwaltung) gemeinsam qualifiziert und dann dort auch einsetzt. Wenn Du für eine Tätigkeit in der Pflege aus psychischen Gründen nicht geeignet bist, würde ich als Arbeitgeber im Rettungsdienst auch an Deiner Eignung zweifeln und erfahrungsgemäß wird Dich sonst dort nach einer gewissen Zeit das gleiche Schicksal ereilen... dann jedoch ggf. keine geförderte Umschulung/Qualifizierung mehr möglich sein. Versuche nicht den einfacheren Weg zu gehen... akzeptiere, dass Du Grenzen hast und dass nun ein anderes Kapitel in Deinem Leben beginnt! Ich wünsche Dir die hierzu notwendige Kraft und den Mut dazu! Du wirst sehen... es lohnt sich und es gibt auch andere interessante und lukrative Jobs, in denen Du Dich verwirklichen und etwas gutes tun kannst :-)

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Fakt ist, im Rettungsdienst erlebst du akute und sehr heftige Dinge. Emotional geht man da ganz oft an seine Grenzen. Auch die Angehörigen der Opfer spielen mit rein. 

Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, du nimmst das mit heim. Auch Todesfälle, tote Kinder ect. 

Überlege dir das gut. Ich habe das viele Jahre gemacht, auch während der Studienzeit. Man brühnt nicht ab., was auch gut und wichtig ist. 


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Kommentar von bAcKsTaGe1994
04.03.2016, 14:09

Danke schonmal für die Antwort.
Ich bin mittlerweile seit 5 Jahren im "Blaulichtmileu" unterwegs, und hatte auch schon einige Erlebnisse, die unschön waren (Bin auf einer Wache mit Nähe zu einer Unfallträchtigen Autobahn, Viel Industrie außen rum, etc., also durchaus keine Wache, auf der man die ganze Schicht auf der Couch verbringt, eher im Gegenteil).

Dennoch hat mich das Nie sehr stark mitgenommen. Einsatznachbearbeitung mit den Kollegen, und dann war bis jetzt eigentlich alles wieder gut. (Nein, ich bin kein Gefühlskalter Mensch. nach 5 Jahren Rettungsdienst und 4 Jahren Klinik bin ich einfach nur etwas abgestumpft. Nicht so wie jemand, der das seit 40 Jahren macht, aber diese "Abgestumpftheit" hat sich auch bei mir schon etabliert)

Das gerade Einsätze mit Kindern bzw. Jungen Menschen sehr belastend sind, da brauchen wir nicht darüber reden. Jedoch ist das im Klinischen Bereich auch keine Seltenheit mehr (Irgendwo müssen die Patienten ja hin, im Normalfall ist das die Klinik, womit das Thema eigentlich wieder von vorne beginnt)

Der Knackpunkt ist wie gesagt dieser Beziehungsaufbau über Tage/Wochen/teilweise auch Monate.

Darauf möchte ich eigentlich hinaus. Wenn ich die Leute nicht kenne und sie sterben ist das immer hart, aber nicht "so schlimm" (Anführungszeichen beachten! Natürlich ist kein toter eine schöne angelegenheit!) wie wenn ich den Patienten betreue, vielleicht seine Familie schon von Besuchen her kenne und dann verstirbt er an den folgen oder nicht absehbaren Komplikationen.

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