Frage von basti090393, 103

Arbeitslos vor dem Studium, bzw. nach einem Arbeitsverhältnis. Was kann ich erwarten?

Hallo,

folgender Fall: Ich habe mein Studium am 31.3. abgeschlossen und bin am 1.4. ein Arbeitsverhältnis eingegangen (1 Jahr befristet, 6 Monate Probezeit). Da ich mit den Umständen jedoch nicht zufrieden bin und mir Gedanken gemacht habe, wie es weitergehen soll/kann, habe ich den Entschluss gefasst, ab Oktober meinen Master zu machen und bereits vorher das Arbeitsverhältnis zu kündigen oder mich kündigen zu lassen (ich weiß, bei der Sperrfrist wird das sehr wichtig, wie rum das beendet wird). Sowas wie Urlaub soll in dieser Zeit auch definitiv nachgeholt werden.

Jetzt ist die Frage:

Habe ich in der Zeit Anspruch auf irgendwelche sozialen Leistungen?

Muss ich mich irgendwo melden, bzw. bin ich erst dann versichert?

Muss ich, in Hinblick auf das bevorstehende Studium, mich irgendwelchen Jobangeboten vom Amt stellen?

Darf ich geringfügig arbeiten gehen?

Das sieht jetzt vielleicht alles ein bisschen planlos aus, ist es auf der einen Seite auch, da ich noch nie in einer solchen Situation stand. Falls also jemand Ahnung zu diesem Thema hat, wäre ich sehr dankbar, wenn ihr mir helfen könntet.

Lg

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 52

Zwischen Arbeitsabbruch und Studienbeginn hast du Anspruch auf ALG II (Hartz IV). Für ALG I musst du mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig angestellt gewesen sein, was nicht der Fall zu sein scheint.

Wenn du irgendwelche staatlichen Leistungen beziehen möchtest, dann wird dich dein Weg zum Amt führen.

Dort wird man aber auf deine Zukunftsplanung wahrscheinlich nicht sehr viel Rücksicht nehmen und dich mit der Qualifikation, die du hast, sofort wieder in den Arbeitsmarkt stecken wollen. D.h. Bewerbungen schreiben, vielleicht sogar Qualifikationsseminare besuchen etc.

Hinzuverdienen darfst du mit ALG II nur 100€ im Monat, der Rest wird angerechnet.

 Ich steckte mal in einer ähnlichen Situation und von mir wurde verlangt, trotz Hochschulabschlusses, Vollzeit im Call-Center zu arbeiten. Da habe ich die paar Monate lieber von Ersparnissen gelebt und mich mit kleinen Jobs über Wasser gehalten...

Es kostet aber nichts, mal beim Amt anzufragen und sich über die Modalitäten aufklären zu lassen. Vielleicht hast du Glück und du erwischst eine/n verständnisvolle/n Sachbearbeiter/in.

Kommentar von haufenzeugs ,

der fragesteller ist in einem arbeitsverhältnis. hier kommt erstmal eine saftige sanktion zustande. unter umständen verweis zurück ins elternhaus und andere miese dinge.

Kommentar von basti090393 ,

was für eine Sanktion? 

Antwort
von PurpurSound, 45

Weiss ja nicht wie alt du bist, aber an bafög auch mal gedacht?

Mir gings nachm studium ähnlich. "Überqualifiziert" hiess es wenn man potentielle nachdenker und quärulanten raushalten wollte. Es bedarf einiger selbstdisziplin in "unterqualifizierten" jobs motivation aufzubauen, aber denk daran dass jeder job gut gemacht sein will :-) lg max

Kommentar von basti090393 ,

Ich habe während meines Bachelors bereits Bafög bezogen und werde ich, so wie es aussieht, auch für den Master beantragen. Weißt du evtl. ob es eine Vorauszahlung für dieses gibt? D.h. wenn ich jetzt einen Antrag stelle, bereits ab Juli Bafög bekomme? Vorausgesetzt ich bewerbe mich für den Master, was ja der Fall sein wird, brauche halt nur die Zusage.

Kommentar von haufenzeugs ,

nein es gibt keine vorauszahlung. dein bafög wird voraussichtlich im oktober oder november fließen. hier heißt es also bis studiumsbeginn arbeiten gehen und rechtzeitig kündigen oder ausscheiden.

Kommentar von basti090393 ,

okay, anders habe ich es auch fast nicht erwartet. Und wie sieht es bei dem Kindergeld aus? Das würde es in meinem Fall (23 Jahre) ja auch wieder geben oder? wenn ja, erst ab Oktober oder da evtl schon vorher?

Antwort
von Jerne79, 17

Sorry, aber irgendwie sträuben sich mir alle Haare.

Du hast einen Abschluss, du hast Arbeit, verdienst Geld. Jetzt taugt dir der Job irgendwie nicht, du willst weiterstudieren. Alles schön und gut. Aber dann willst du deinen Job loswerden, Sozialleistungen UND Urlaub haben?

Das wird so nichts.

Kläre mit deinem Chef deinen Ausstieg aus dem Arbeitsverhältnis. Klär mit dem Bafögamt, ob eine Förderung möglich ist. Und dann beende das Arbeitsverhältnis eben so, dass du nahtlos im Anschluss studieren kannst. Ende. Wenn du Urlaub haben willst, kündige früher/ lass dich früher kündigen, leb einen Monat von Ersparnissen. Oder kläre ab, ob aus dem Beschäftigungsverhältnis ein Anrecht auf Urlaub besteht, dann nimm den am Ende des BE. Oder geh jobben.

Selbst wenn du dich kündigen lässt und dich arbeitslos meldest, wird man - zu Recht - erwarten, dass du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst und den üblichen Zirkus von dir erwarten. Sozialleistungen sind dazu da, in widrigen Situationen aufzufangen, nicht um sich ein Wunschkonzert zu ermöglichen.

Antwort
von atzef, 34

Anspruch auf ALG 1 erwirbst du erst, wenn du in den vergangenen 2 Jahren mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst.

Bei dir ist das nicht der Fall.

Insofern ist es egal, ob du selber kündigst oder gekündigt wirst - so oder so erfüllst du die formalen Voraussetzungen für ALG 1 nicht.

Bleibt nur ALG 2.

Hier drohte dir ebenfalls eine empfindliche Leistungskürzung, wenn du selber kündigst und ebenso, wenn ruchbar werden würde, dass dir abgesprochen gekündigt wurde.

Wenn ich das richtig verstehe, würdest du noch bis Juni, Juli oder August weiterarbeiten und dich dann kündigen lassen, um einen ALG 2-Antrag stellen und noch vor Aufnahme des Studiums in den Urlaub fahren zu können.

Das wird so zumindest nicht unproblematisch werden. Wenn du gerade arbeitslos geworden bist, wirst du kaum sofort eine Genehmigung zur Ortsabwesenheit für 3 Wochen bekommen...

Ich weiß ja nicht, wie deine finanziellen Verhältnisse aussehen, aber ich könnte mir vorstellen, dass man auch für das Masterstudium ein gewisses Pölsterchen gebrauchen könnte.

Insofern würde ich dir eher raten, bis zum Studienbeginn durchzuknechten und eben in der Probezeit passgerecht zu kündigen.

Kommentar von basti090393 ,

Danke erstmal für die Antwort. 

Ja, ich habe mit dem Gedanken gespielt, ab Mitte Juni ungefähr zu kündigen bzw. mich kündigen zu lassen.

Zur Ortsabwesenheit. Das spielt anscheinend auch eine Rolle, wenn man ALG2 bezieht?! Dürfte ich also nicht in den Urlaub fahren oder reisen?

Ich weiß, das klingt voll bescheuert aber wie gesagt, ich habe während und nach dem Studium nicht so weit gedacht, dass ich vielleicht auch mal eine Auszeit bräuchte, jetzt holt mich das halt langsam ein..

Kommentar von haufenzeugs ,

nein du hast keinen anspruch auf urlaub, den gibt es im alg2 nicht. ortsabwesenheit muss begründet werden und da du in arbeit kommen sollst, wird das für dich ausfallen.

Kommentar von basti090393 ,

okay, dann hat sich das ja mit dem ALG2 auch erledigt. Weißt du, was mit der KV und RV in diesem Zeitraum passiert? Bin ich zumindest bei der KV von meiner Arbeit aus noch nachversichert? Ich würde ab Oktober wieder in die Familienversicherung meines Vaters fallen, gibt es da auch vorauslaufend eine Regelung?

Kommentar von atzef ,

Die KV läuft meines Wissens nach 6 Wochen maximal nach...

Ansonsten musst du halt ALG 2 beantragen und mit deinemSachbearbeiter über die Ortsabwesenheit verhandeln. Die kann bis zu drei Wochen gewährt werden und dient eben auch dazu, Urlaub zu machen. Sie kann auch noch länger gewährt werden bis wohl maximal 6 Wochen, aber dann übernimmt das JC nur noch die laufenden Kosten, also vor allem Miete und keinen Unterhalt mehr.

Kommentar von haufenzeugs ,

wenn sie vermittelt werden soll, dann kann sie nicht urlaub machen wollen. dafür gibts keine ortsabwesenheit.

kv muss finanziert werden und privat gezahlt werden, wenn alg2 nicht drinnen ist. das sind zwischen 180-200 euro im monat.

sage mal warum arbeitest du nicht einfach bis oktober weiter und wenns verkürzt wäre? also stunden runter setzen. dann kannst du doch auch in ruhe im sommer deinen anspruch auf urlaub nehmen.

Antwort
von Marcel89GE, 36

Ganz im ernst: Geh für die Zwischenzeit jobben. Ich würde mir das Geplänkel beim Amt für die paar Euro nicht antun. Ich hatte damals eine ähnliche Situation zwischen Ausbildung und Studium. Da ging es um 6 1/2 Wochen. Ich musste ohne Ende sinnlose Bewerbungen schreiben und den Interessenten (zu meist Callcenter und andere dubiose Adressen die ich vom Amt bekommen habe) dann absagen weil ich kurz drauf ja studiere. Teilweise riefen mich noch monate später diese Schuppen an und wollten mich entweder einstellen oder ein Handyvertrag verkaufen.

Dazu hatte ich 4 Termine dort, stundenlange Wartezeit und Briefwechsel und und und.

Meine Lehre daraus: Lieber irgendwo Jobben.


Kommentar von basti090393 ,

Wird wohl alles aufs Jobben hinauslaufen. Letztendlich bin ich da auch frei und kann mir alles selber einteilen. Ist halt die Sache, wie es versicherungstechnisch in der Zeit abläuft. KV selbst versichern? RV irgendwo melden?

Das ist alles Neuland für mich..

Kommentar von Marcel89GE ,

Ich würde mal mit der KV telefonieren, ich vermute die werden dich direkt in den Studententarif eingruppieren. Das sind 80€ im Monat. RV haste nix mit am Hut. Erst wenn du wieder irgendwo arbeitest.

Kommentar von basti090393 ,

Okay, das hört sich ja nicht so verkehrt an. Ich dachte, dass man sich für die RV auch irgendwo melden müsste, zumindest angeben, dass man arbeitslos ist, damit sich die entstandene Lücke füllt.

Kommentar von Marcel89GE ,

Ja wenn du dich AL meldest entsteht m.G.n keine Lücke. Aber da bin ich kein Fachmann. Mir persönlich wäre es aber auch egal. Rente...? ;)

Antwort
von Kleckerfrau, 42

Unter 25 Jahren müssen deine Eltern für dich aufkommen, wen du noch kein Studium abgeschlossen hast, oder eine Ausbildung.

Von der Agentur für Arbeit bekommst du  nur Leistungen wenn du in den letzten 18 Monaten 12 Monate einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen bist.  Also nein, von der Agentur für Arbeit bekommst du nichts.

Versichert würdest du, glaube ich, über deine Elter sein. Das weiß ich aber nicht genau.

Und wenn du dich beim Amt meldest, kann es sein, dass sie dir versuchen bis zu  Studium , Arbeit zu vermitteln.

Kommentar von haufenzeugs ,

unter 25 müssen die eltern überhaupt nicht für jemanden aufkommen. sie müssen für das kind aufkommen bis ende der erstausbildung. das ist bereits vollzogen.

da bafög bezogen wurde, ist ehr die sache das die eltern garnicht aufkommen könnten.

vom mjobcenter bekommt sie leistungen nach alg2, bei kündigung inkl. drei monate sanktion.

versichert wird sie über sich selbst und nicht über die eltern.

das sie versuchen arbeit zu vermitteln ist auch ganz natürlich, denn leistungen erhält nur, wer dem arbeitsmarkt zur verfügung steht.

Antwort
von Maikatze13, 23

Ich musste nach dem Studium (Magister) auch erstmal zum Amt, um HartzIV zu beantragen. Ich würde dir raten: wenn es irgend geht, verzichte drauf. Es ist ein Hin- und Hergerenne, die wollen alles wissen, wollen regelmäßig Kontoauszüge sehen und und und. Bei dir ist die Zeit ja absehbar, deswegen... vielleicht kriegst du die Monate auch so überbrückt. Etwas von den Eltern leihen oder so.

Falls das Verhältnis zu deinem Chef gut ist, würde ich mit ihm reden. Viele Chefs sind ja auch froh, wenn der Angestellte rechtzeitig Bescheid sagt, bevor er geht, damit genug Zeit bleibt, die Stelle auszuschreiben und einen Ersatz zu suchen. Wenn er nett ist, wird er dir auch formall von sich aus kündigen, damit du nicht vor dem Amt doof da stehst.

Wenn der Chef nicht so umgänglich ist, würde ich die Zeit bis Oktober noch die Zähne zusammenbeißen, fristgerecht kündigen und tschüs.

Bei uns in Kiel gibt es neben dem HartzIV-Amt auch noch ein "normales" Arbeitsamt, mit einem extra Beratungsbereich speziell für Studies und Akademiker. Die bieten einem auch keine Jobs im Callcenter oder so an, zumindest war es bei mir so. Vielleicht machst du da erstmal einen Termin und lässt dich unverbindlich beraten, bevor du deinen Job kündigst.

Zur Versicherung: während der HartzIV-Zeit musste ich vom Hartz-Geld monatlich irgendwie 150 € selbst an die Krankenkasse zahlen.

Antwort
von haufenzeugs, 40

1. sobald du immatrikuliert bist, bekommst du keine sozialen leistungen. maximal könnntest du bafög beantragen und gucken ob du darauf noch anspruch hast. ansonsten weiterhin unterhalt durch die eltern.

2. du wirst nicht versichert, dass musst du selber zahlen. wie du das finanzierst ob durch bafög oder unterhalt oder arbeit nebenher ist dein problem

3. das amt zahlt dir keine gelder. es sei denn du beantragst welche. du bekommst im alg1 wahrscheinlich garnichts, weil kein anspruch und wenn drei monate sperre. im alg2 bekommst du drei monate sanktion. 30% wenn du ü25 bist, 100% wenn du u25 bist.

4. du darfst machen was du willst, wenn du weißt wie du dich finanzierst.

momentan hast du arbeit und willst dich mit absicht in bedürftigkeit bringen. mach dein studium neben der arbeit wenn du das willst. aber soziale leistungen bekommst du nicht. wovon also willst du dich finanzieren?

Kommentar von basti090393 ,

ich wäre ja erst ab Oktober wieder immatrikuliert. kann ich bereits vorher Bafög beziehen? zumindest sobald ich eine zusage habe? (habe während meines Bachelors auch welche bekommen)

ich wäre definitiv nicht Alg1 berechtigt, nur für alg2. wäre halt die frage, ob ich mich dafür bei dem Amt melde, oder ob ich es muss..

Kommentar von haufenzeugs ,

bafög bekommst du ab semesterbeginn. das wäre dann im oktober. bis dahin musst du dir durch arbeit oder alg2 deinen unterhalt verdienen.

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