Frage von enhaufenglitzer, 64

Arbeitskollegin gestorben, wie handel ich jetzt (bitte ganz lesen)?

Guten Morgen zusammen. Zu allererst: ich absolviere bereits seit 9 Monaten ein FSJ (freiweilliges soziales Jahr) in einem Kindergarten und hab mich super eingelebt, alle sind superlieb und schon wie eine 2. Familie für mich geworden. Und gestern, nach dem Feiertag, hat uns die schreckliche Nachricht erhalten, dass eine wunderbare Kollegin und Freundin, bei einem Unfall gestorben ist. Wir haben alle schrecklich geweint, der Kindergarten wurde 2 Stunden früher geschlossen, weil wir Besuch von Seelsorgern der freiwilligen Feuerwehr bekamen, wo dann alle nochmal trauerten. Es war der schwerste und schlimmste Arbeitstag, den ich je erlebt habe. Die Kinder haben dauernd gefragt, was los ist und haben dann Bilder und tolle Sprüche für unsere liebe Kollegin gemalt. Die Beerdigung soll nächste Woche stattfinden (genaues Datum ist nicht bekannt). Das Problem jedoch: ich habe die ganze nächste Woche Seminar, was so weit entfernt ist von hier (500 km). Und das gilt auch als Arbeitszeit, wenn ich dort bin, aber ich möchte nicht hin, weil mich das mit der Kollegin schon sehr getroffen hat, weil ich auch eine intensive Zeit mit ihr hatte und wir uns so gut miteinander verstanden haben und ich gerne bei der Beerdigung dabei sein würde. Außerdem sind in der Einrichtung all die Menschen, die mich verstehen und das gleiche mitmachen und ich würde lieber in der Einrichtung bleiben anstatt zu dem Seminar zu fahren. Aber die einzige Möglichkeit, dass ich nicht dort hin muss, ist, mich krankschreiben zu lassen. Aber dann dürfte ich ja auch nicht in meiner Einrichtung arbeiten. Aber das möchte ich nicht, ich möchte in der Einrichtung bleiben und die Zeit bei meinen Kollegen und Freunden verbringen, diese Zeit nicht allein durchstehen einfach. Was soll ich jetzt machen, gibt es da irgendwelche Möglichkeiten? Kennt sich da jemand aus? Ich bitte um Hilfe, danke.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von nachdenklich30, 10

Das freiwillige soziale Jahr ist doch "freiwillig", oder?

Was kann denn in dieser Situation (nach neun absolvierten Monaten) schlimmstenfalls passieren, wenn Du nicht zu diesem Lehrgang gehst, zumal in dieser Extremsituation?

Auf http://www.bundes-freiwilligendienst.de/fsj-freiwilliges-soziales-jahr/#paedagog... steht:

"Seminare

Im FSJ-Gesetz ist festgeschrieben, dass die FSJ-ler eine

pädagogische Begleitung erhalten. Diese wird vom Träger zur Verfügung
gestellt. Die pädagogische Begleitung beinhaltet zum einen eine
individuelle Betreuung der Teilnehmer, zum anderen auch Seminare. So
finden ein Einführungs-, ein Zwischen- und ein Abschlussseminar statt.
Diese Seminare gehen jeweils mindestens über fünf Tage. Die Gesamtdauer
der Seminare muss, wenn das FSJ 12 Monate dauert,, wenigstens 25 Tage
betragen. Die Zeit, die in den Seminaren verbracht wird, ist Dienstzeit.
Zudem ist die Teilnahme an den Seminaren verpflichtend. Wichtig zu
wissen ist auch, dass die FSJler die Seminare inhaltlich mitgestalten.

... Freiwillige im FSJ sind verpflichtet, an Seminaren  teilzunehmen, und zwar an wenigstens drei fünf- bis sechstägigen Seminaren, die der Träger organisiert und durchführt. Während eines 12 Monate dauernden FSJ sind 25 Seminartage Pflicht. Wenn das FSJ über ein Jahr hinaus vereinbart oder verlängert wird, so erhöht sich die Zahl der Seminartage um wenigstens einen Tag je Monat, der das Jahr übersteigt."

Frage: Kommst Du trotzdem auf die 25 Tage? Dann bist Du fein raus.

Der Bestatter Fritz Roth sagte auf seinen Vorträgen immer: "Der Tod ist der beste Lehrmeister in zivilem Ungehorsam."

Mal ganz ehrlich: Wer will Dir in dieser Situation einen Strick draus drehen, wenn Du bei den Kindern bleibst? Vom Seminar bekommst Du doch eh nichts mit. Und Du drückst Dich ja nicht, sondern willst in einer vom Gesetz her so nicht vorgesehenen Ausnahmesituation bei den Kindern bleiben.

Und selbst wenn: Welche Sanktionen stehen dem Anbieter zu Verfügung? Ich habe bis jetzt nichts gefunden. Lohn kürzen? Du hast doch nicht blau gemacht! Kündigen? In dieser Extremsituation? Welcher Dienstgeber möchte damit in die Schlagzeilen?

Eine wichtige Aufgabe des Bundesfreiwilligendienstes besteht darin, einen Beitrag zu leisten bei der Entwicklung von jungen Menschen zu verantwortungsbewussten Bürgern.

Ich glaube, mit Deiner Eintscheidung, bei den Kindern zu bleiben, würdest Du demonstrieren, dass Du bei dieser Entwicklung über die nötigen Kompetenzen verfügst.

Antwort
von Zumverzweifeln, 30

Vielleicht liegt die Beerdigung ja so, dass du vorher oder nachher noch zum Seminar kannst. Besprich mit deinem Arbeitgeber, dass du unbedingt zur Beerdigung möchtest und danach in die KITA und nicht mehr zum Seminarort zurück.

Antwort
von Ratgeber30013, 28

Beerdigungen von Familienangehörigen und Freunden geht vor du solltest DIE Situation mit deinem Arbeitgeber klären ich denke aber das du frei bekommst

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