Frage von Superdad72, 86

Arbeitnehmer meldet sich Mittwochs bis Ende der Woche krank. Geht aber erst am Donnerstag zu Arzt. Kann ich kündigen?

Antwort
von DarthMario72, 62

Wie kommst du denn darauf? Das ist kein Kündigungsgrund.

Ist arbeitsvertraglich, tarifvertraglich oder sonstwie vorgeschrieben, dass eine AU ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden muss? Dann könntest du den AN abmahnen, weil er dagegen verstoßen hat - wobei auch das mit Kanonen auf Spatzen schießen wäre.

Kommentar von Superdad72 ,

Es geht eigentlich darum, dass er schon vorher wusste, dass er die ganze Woche krankgeschrieben wird. Daher sehe ich es als Androhung einer Krankmeldung. Wenn er vor dem Arztbesuch schon weiß wie lange er krankgeschrieben wird. 

Kommentar von vierfarbeimer ,

dass er schon vorher wusste

Wo vorher? vor was?

Kommentar von Superdad72 ,

er sagt mir am mittwoch dass er bis freitag krankgeschrieben ist. geht aber erst am donnerstag zum Arzt. also wusste er es wohl schon vor dem arztbesuch, oder nicht?

Kommentar von DarthMario72 ,

Wurde er rückwirkend ab Mittwoch krank geschrieben oder erst ab Donnerstag?

Hat er am Mittwoch noch gearbeitet? Viele Ärzte haben am Mittwoch nachmittag keine Sprechstunde.

Möglicherweise hat er rechtzeitig beim Arzt angerufen, aber erst für Donnerstag einen Termin bekommen.

Das sind alles Dinge, die du berücksichtigen solltest. Du suchst Gründe, ihn loszuwerden, oder?

Kommentar von Superdad72 ,

ne, ich such keinen Grund. Im Gegenteil. Aber die Anzahl der Kurzzeiterkrankungen steigen bei ihm gerade an. In den letzten 4 Monaten 3x über jeweils 2-4 Tage. Hat nur noch 4 Tage Urlaub. Da macht man sich Gedanken.

Kommentar von DarthMario72 ,

ne, ich such keinen Grund. Im Gegenteil.

OK, dann entschuldige das Missverständnis.

Aber die Anzahl der Kurzzeiterkrankungen steigen bei ihm gerade an

Das ist ärgerlich, aber noch lange kein Kündigungsgrund.

Und falls du gefakte AU's unterstellst: lehn dich nicht zu weit aus dem Fenster, sowas ist schwer nachzuweisen, im Streitfall glauben Gerichte meist der ärztlichen Bescheinigung.

Wie gesagt: bestenfalls Abmahnung, wenn die AU nicht ab dem ersten Fehltag gilt, mehr ist nicht drin.

Kommentar von Superdad72 ,

ich find halt den Ablauf fragwürdig. Schon vor dem Arztbesuch die Dauer der Krankmeldung zu kennen. Muss wohl ein Gespräch geführt werden.

Kommentar von PeterSchu ,

Der Ablauf ist vollkommen normal. Denn das Entgeltfortzahlungsgesetz besagt:

"(1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer

unverzüglich mitzuteilen."

Er kann die voraussichtliche Dauer natürlich nur nach seiner Einschätzung angeben. Es kann aber durchaus sein, dass der Arzt gleicher Meinung ist.

Antwort
von Maximilian112, 72

Aus diesen 2 Zeilen kann ich keinen Kündigungsgrund herauslesen.

Hat er denn Mitwoch unentschuldigt gefehlt? Wie groß ist euer/dein Betrieb?

Kommentar von Superdad72 ,

Wenn er VOR dem Arztbesuch schon weiß wie lange er krankgeschrieben wird sehe ich das als Androhung einer Krankmeldung an.

Kommentar von Maximilian112 ,

Wenn ich mit 40 Fieber im Bett liege weiß ich das ich vor dem WE nicht mehr kann, voraussichtlich.

Das ist in meinen Augen keine Androhung.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Das ist Schmarrn. Man hat in der Regel ein Gefühl dafür, dass man besser ein Paar Tage im Batt bleibt.

Dann müsstest du dem Arzt auch Arglistigkeit unterstellen.

Super! Dad.

Kommentar von Superdad72 ,

wegen Übelkeit 3 Tage krank? Bescheinigung liegt auch noch nicht vor. Vertraglich geregelt ab dem ersten Tag vorzulegen.

Kommentar von Maximilian112 ,

Du kannst eine Abmahnung schreiben das er den Vertrag nicht einhält.....

Diese wird jedoch im Streitfall vor Gericht nicht durchgehen!

Eine AUB AB dem ersten Tag bedeutet nicht das sie AM ersten Tag bei dir ist.

Ich würde dir empfehlen zur Kündigung einen Rechtsanwalt hinzu zu ziehen. Der wird ganz bestimmt billiger als eine Kündigungsschutzklage

Kommentar von Superdad72 ,

Sorry, hatte ich vergessen. Wir sind 5 MA's.

Kommentar von Maximilian112 ,

Unter diesen Umständen kannst du eine Kündigung schreiben, allerdings mit Einhaltung der Fristen.

Meine Empfehlung: Gib eine Abmahnung. Auch wenn sie juristisch nicht ganz iO ist, sie entfaltet trotzdem ihre Wirkung beim AN

Wenn nicht kannst du immer noch die Kündigung nachschieben. Du brauchst keine Begründung für diese.

cu

Kommentar von Superdad72 ,

Grund der Kündigung soll dann lauten wie? Weil wir nur 5 Leute sind?

Kommentar von Maximilian112 ,

Erst bei mehr als 10 Vollzeitbeschäftigten greift das Kündigungsschutzgesetz, also ist eine Schutzklage durch den Gekündigten möglich.

Du schreibst eine Fristgemäße Kündigung, Grund gehört sowieso in keine Kündigung und fertig.

Kommentar von PeterSchu ,

Wenn man Arbeitgeber ist, sollte man sich auch ein Minimum an Wissen im Arbeitsrecht aneignen. Und das am Besten nicht in einem Internetforum. Auch wenn die Antworten von Maximilian natürlich korrekt sind.

"Wenn er VOR dem Arztbesuch schon weiß wie lange er krankgeschrieben wird sehe ich das als Androhung einer Krankmeldung an."

Kann ich nicht nachvollziehen. Jede Krankmeldung, auch die Bescheinigung vom Arzt, bezieht sich auf eine voraussichtliche Dauer der Erkrankung. Die Mitteilungspflichten laut Entgeltfortzahlungsgesetz besagen, dass man seine Erkrankung und die voraussichtliche Dauer mitteilen soll. Die Pflichten besagen ebenfalls, dass man sofort telefonisch Bescheid sagen soll. Es ist also grundsätzlich immer so, dass man vor dem Arztbesuch im Betrieb anruft.

Der Beschäftigte wird seinen Zustand vielleicht auch nicht 100% beurteilen können, aber sicher besser als der Chef.

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