Frage von wiwa1989, 70

Arbeitgeber will Urlaub auszahlen, ist das rechtens?

Hallo.... Mein Arbeitgeber möchte Urlaub auszahlen... ich War ca. 11 Monate krank.... ich hab noch vom letzten Jahr Resturlaub und von diesem Jahr alles ... jetzt sagt mein Arbeitgeber es ist zu viel Urlaub und ich könnte den auf keinen Fall nehmen. .. ich sollte mich darauf einstellen ihn ausgezahlt zu bekommen. ...ist das rechtens?? Ich möchte meinen Urlaub und kein Geld! !!

Danke!

Antwort
von wilees, 36

Und ehrlich - ich kann Deinen Arbeitgeber verstehen. Wo liegt Dein Problem gewisse Anteile des Urlaubs auszahlen zu lassen?

Um wieviele Urlaubstage soll es jeweils gehen?

Kommentar von Nightstick ,

Das Problem liegt darin, dass es per Gesetz (§ 7 BUrlG) verboten ist, normale Urlaubsansprüche auszuzahlen.

Es gibt nur eine einzige Ausnahme, nämlich dann, wenn das Arbeitsverhältnis endet, und noch bestehende Restansprüche aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht genommen werden konnten.

Der Fragesteller sollte (wenn er wieder arbeitet) seinen Urlaub zunächst schriftlich beantragen, und dies genau dokumentieren.

Antwort
von Parhalia, 32

Wenn es die betrieblichen Umstände nicht zulassen, so kann der Arbeitgeber in einem fortlaufenden Beschäftigungsverhältnis zumindest DEN Urlaub auszahlen, der als gesammelter Anspruch über die 20 / 24 Tage ( 24 bei 6-Tage Woche ) hinausgehen.

Den Mindest-Erholungsurlaub von 20 Tagen nach BUrlG MUSS er Dir aber dieses Jahr noch "in Natura" gewähren in einem fortlaufenden Arbeitsverhältnis.

Hier könnte der AG nur eine Auszahlung vornehmen, wenn das Arbeitsverhältnis bereits gekündigt wurde und nun nicht mehr die nötigen Werktage bis zum Vertragsende für den Mindest-Urlaubsanspruch zur Verfügung stünden.

Kommentar von Nightstick ,

Das ist richtig, wobei ich bei meinen anderen Kommentaren jeweils von dem gesetzlichen Urlaub ausgegangen bin - zumal der Fragesteller keine weiteren konkreten Angaben zu den Urlaubstagen gemacht hatte.

Kommentar von Parhalia ,

Darauf basiert auch meine Antwort grundlegend. Laut Fragestellung wurde dieses Jahr noch kein Erholungsurlaub in Anspruch genommen und deswegen beziehe ich mich ebenfalls auf den gesetzlichen Mindestanspruch von 20 Tagen zu gewährenden Erholungsurlaubes insgesamt für 2016, bzw. 24 Tage bei einer vertraglich definierten 6-Tage Woche.

Ferner gehe ich aus dem Inhalt der Fragestellung davon aus, dass das Beschäftigungsverhältnis noch nicht gekündigt wurde, bzw. auch nicht in naher Zukunft noch binnen dieses Jahres wegen Befristung auslaufen wird. 

Dazu müsste sich die fragende Person ggf. aber selbst mal informativ einbringen, wenn die Vermutungen über den Fortlauf des AV falsch sein sollten.

Antwort
von Liesche, 32

Da schon ein großer Teil des Jahres um ist, Du den neuen Urlaub für 2016 noch vollkommen hast, würde ich den Resturlaub als Bezahlung anerkennen. Sicher mußt Du den Arbeitgeber auch verstehen, daß er froh ist, Deine Arbeitskraft wieder in Anspruch nehmen zu können.

Kommentar von Nightstick ,

Das ist leider per Gesetz verboten!

==> siehe meinen Kommentar zur Frage von @wilees!

Kommentar von Liesche ,

Man kann sich aber immer einigen!

Kommentar von Parhalia ,

Da DARF man sich per Gesetz aber nicht "einigen". Der gesetzliche Mindest-Urlaubsanspruch für das laufende Jahr muss in zustehender Höhe "in Natura" gewährt werden. Dieser Anspruch auf Erholungsurlaub kann auch nicht ( zu Gunsten einer Auszahlung ) abgetreten werden. Hier gibt es nur ganz wenige und streng reglementierte Ausnahmen, die aber auf die Fragestellung nicht zutreffen werden.

Krankheit kann grundlegend nicht mit Erholungsurlaub gegengerechnet werden bezüglich der gesetzlich verpflichtenden Urlaubsgewährung.

Antwort
von noname68, 32

zwar ist das nicht rechtens, denn urlaub darf nur "im notfall" ausgezahlt werden, wenn z.b.bei einem austritt eine urlaubsgewährung aus betrieblichen gründen nicht mehr möglich ist.

aber willst du dich gegen den willen deines arbeitsgebers stellen und einen konflikt heraufbeschwören? und bedenke auch, dass der gesetzgeber auch die interessen eines arbeitgebers in fragen der urlaubsgewährung schützt. immerhin muss der betrieb weiterlaufen.

außerdem ist formal resturlaub aus dem vorjahr am 31. märz des nächstens (dieses) jahres verfallen, wenn er bis dahin nicht angetreten wird. z.b. wegen krankheit. verlängert ein arbeitgeber diese frist freiwillig und ggf. ohne verfalldatum über mehrere jahre, dann ist das schon ein großes entgegenkommen.

wenn du 11 monate krank warst, wann genau? hast du vor der krankheit im vorjahr keinen urlaub gemacht?


Kommentar von Nightstick ,

I "... darf nur "im notfall" ausgezahlt werden, wenn z.b. bei..." (Zitat)

Dies ist so formuliert leider falsch (===> siehe meinen Kommentar zur Frage von @wilees).

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