Frage von Jack7777777, 16

Arbeitgeber will mich bezüglich Urlaub veräppeln?

Servus Leute,

Ich habe mein jetzigen AG ab 1.juli gekündigt und möchte Nächten Monat bei neuen Arbeitgeber starten.
Habe 24 Tage Jahres Urlaub davon Bis jetzt 3 Stk genommen.
Ich dachte da ich ab 1. Juli kündige stehen mir volle Tage also noch 21 Tage Rest Urlaub zu. Aber heute sagt Mann mir entweder nehme ich hier volle Tage und dafür bei neuen Arbeitgeber kein urlaub mehr
Oder
Bei jetzigen Arbeitgeber die Hälfte und die andere Hälfte bei neuen Arbeitgeber.
Die sagten mir der neue Arbeitgeber könnte von meinem jetzigen Arbeitgeber eine Urlaubs Bescheinigung verlangen.

Was meint ihr stimmt das alles oder läuft das anders

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 12

Was steht denn zum Urlaub im Arbeitsvertrag? Gibt es dort eine "Zwölftelvereinbarung"? Was bedeutet: Ich habe mein jetzigen AG ab 1.juli gekündigt ? Wurde das Arbeitsverhältnis zum 30. Juni beendet oder endet es erst am 31. Juli?

Wenn Du zum 30. Juni gekündigt hast und seit 1. Juli nicht mehr beim AG bist, stehen Dir 6/12 des Jahresurlaubs, also 12 Urlaubstage zu von denen drei genommen wurden und daher noch 9 Tage offen sind (§ 5 Bundesurlaubsgesetz).

Hast Du zum 31. Juli gekündigt steht Dir ob mit oder ohne Zwölftelregelung mindestens der gesetzlich vorgeschriebene Mindesturlaub von vier Wochen zu, auch wenn 7/12 nur 14 Urlaubstage sind (§ 4 Bundesurlaubsgesetz).

Dein AG ist nach § 6 Bundesurlaubsgesetz verpflichtet eine Urlaubsbescheinigung auszustellen. Der Gesetzgeber will hier Doppelansprüche ausschließen. Nimmst Du den kompletten (zumindest gesetzlich vorgeschriebenen) Urlaub hast Du beim neuen AG dann nur noch Anspruch auf anteiligen Urlaub wenn es dort mehr als den Mindesturlaub gibt.

Willst Du nicht den kompletten Urlaub beim alten AG sondern auch noch anteilig Urlaub beim neuen AG, nimm die 7/12, dann hast Du beim neuen AG noch Anspruch auf 5/12 des im neuen Betrieb gewährten Jahresurlaubs.

Antwort
von Amtsschimmel25, 10

Hallo, was dein AG macht ist völlig korrekt.

Der gesetzliche Mindesturlaub ist 5 Wochen (bei 5 Tagewoche = 20 Tage) (bei 6 Tagewoche = 24 Tage)

Für jeden vollen Monat deiner Beschäftigung stehen dir 1/12 deines Jahresurlaubes zu, hier also 2 Tage.

Du hast also Grundsätzlich einen Urlaubsanspruch für 2016 vom 01.01.2016 - 30.06.2016 von 12 Tagen erworben.

Wenn der 30.06.2016 dein letzter Beschäftigungstag war hast du nicht länger als 6 Monate im Jahr 2016 bei diesem AG gearbeitet. Damit steht dir nur der erworbene Anspruch zu.

Solltest du am 01.07.2016 gekündigt haben und jetzt irgendwann dienen letzten Arbeitstag haben, hast du das Recht deinen gesamten Jahresurlaub zu nehmen, was jedoch zur folge hätte, dass du beim neuen AG für das restliche Jahr keinen Urlaubsanspruch für den gesetzlichen Mindesturlaub mehr hättest. Dies wird mit der Urlaubsbescheinigung zwischen den AG abgeglichen. Wenn der neue AG Übertariflichen Urlaub gewährt, könntest du noch Urlaubstage dazubekommen.

Antwort
von MadamePompardur, 6

Hi,

Hat dein jetziger Betrieb einen Betriebsrat? Frag da mal an, was die dazu sagen. Ich denke, da kann dir sicherlich auch die Personalabteilung helfen. Verschriftliche deine Anfrage bzw. mach dir Gesprächsnotizen. Bei deinem neuem Arbeitgeber kannst du aufgrund der Probezeit eh keine Urlaub nehmen. Also ich würde sagen, dein jetziger Arbeitgeber muss dir entweder den Urlaub bewilligen oder auszahlen. Das mit der Urlaubsanordnung Hälfte / Hälfte bzw. Bescheinigung höre ich zum ersten Mal. Das wäre ja echt putzig, wenn du deinen Resturlaub bei einem neuem Arbeitgeber abfeiern kannst. Das wäre ja völlig unwirtschaftlich!

Sichere dich ab und geh zur ÖRA ( Öffentliche Rechtsberatung ) oder informiere dich bei einem Rechtsanwalt konkret. Evt. hast du eine Rechtsschutzversicherung!? 

Viel Erfolg und Spaß bei deiner neuen beruflichen Tätigkeit! 

Antwort
von HaGue60, 7

Deine Aussagen sind nicht sehr klar. Bei der Aussage 24 Tage Jahresurlaub kannst Du davon ausgehen, dass Dir pro vollem Beschäftigungsmonat in diesem Jahr (24 : 12 Monate) 2 Urlaubstage pro (vollem) Monat zustehen.

Wenn Du zum Beispiel am 15.02.2016 angefangen hättest und zum 30.06.2016 gekündigt hättest, hättest Du nur 4 volle Monate (März, April, Mai, Juni) gearbeitet, also 4 x 2 Tage Urlaub = 8 Tage insgesamt.

Das mit der Urlaubsbescheinigung stimmt. Sie spielt in der Praxis nach meiner Kenntnis aber kaum eine Rolle.

Kommentar von Jack7777777 ,

Hã also ich arbeite seit einem Jahr dort.

Kommentar von HaGue60 ,

Dann erklär mal bei schon 3 genommenen Urlaubstagen und 4 noch angebotenen Urlaubstagen, also insgesamt 7, wie man bei 2 Tagen Urlaub / Monat auf 7 insgesamt kommen kann?

Antwort
von Kallahariiiiii, 5

Ich finde das klingt logisch. 
Sonst hättest du ja in einem Jahr mehr als 24 Tage Urlaub. 

Antwort
von brummitga, 5

gesamte Urlaubstage geteilt durch 12 (Jahr) ergibt Urlaubstage pro Monat, multipliziert mit der Anzahl der Monate, die du gearbeitet hast. beim neuen AG gleiches Prinzip. 

Antwort
von kunibertwahllos, 5

lass sie dir doch auszahlen ist das sicherste du sammelst aj automatisch wieder 

Antwort
von 716167, 5

Dein AG hat Recht.

Kommentar von brummitga ,

könnte evrl. nicht ganz stimmen, wenn der neue AG z.B. Zusatzurlaub gewährt.

Antwort
von Arlon, 5

Wenn du ein halbes Jahr arbeitest, steht dir die Hälfte Urlaub zu. Das macht bei 24 Tagen 2 Tage pro Monat, also 12 Tage - 3 bleiben noch 9 Tage Resturlaub.

Kommentar von Jack7777777 ,

Ja aber laut Internet steht einem ja volles Urlaubs recht wenn man erst ab 1 . juli kündigt.

Was hat das mit neuen Arbeitgeber zu tun

Kommentar von Arlon ,

Du hast recht. Dir steht dein gesamter Jahresurlaub zu. Ggf. solltest du mit den entsprechenden Paragraphen bei deinem Chef antanzen.

Kommentar von HaGue60 ,

Habe ich noch nie gehört. Wo soll das denn stehen?

Kommentar von Arlon ,

Erfolgt die Kündigung allerdings zum 1. Juli oder später, müssen Sie ihm den kompletten gesetzlichen Mindesturlaub genehmigen – vorausgesetzt Ihr Mitarbeiter war zum Zeitpunkt der Kündigung mindestens sechs Monate in Ihrem Unternehmen beschäftigt.

http://www.mittelstand-die-macher.de/recht-finanzen/arbeitsrecht/resturlaub-bei-...

Kommentar von HaGue60 ,

OK, hört sich interessant an (Danke für den Link), spielt aber in der Praxis nicht so die Rolle. Dann würde die Urlaubsbescheinigung wieder mehr Sinn machen, weil der neue Arbeitgeber Dir dann nämlich keine Urlaubstage mehr geben müsste, was ziemlich ungerecht wäre, auch wenn es so im Gesetz steht. Das kannst Du ja auch bei den anderen Kommentaren so lesen.

Wann hast Du denn zu welchem Termin gekündigt?

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