Frage von Frikadello, 360

Arbeitgeber über Grad der Behinderung informieren?

Habe heute vom Versorgungsamt die Mitteilung bekommen das ich dauerhaft einen GdB von 30 erhalte.

Muss ich das meinen Arbeitgeber oder bei einer Neueinstellung dem Zukünftigen Arbeitgeber mitteilen?

Ich danke euch schonmal für eure Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von derhandkuss, 295

Nein, einen GdB von 30 (oder genauer gesagt weniger als 50) brauchst Du dem Arbeitgeber nicht mitzuteilen! Denn erst ab einem GdB von 50 (oder 30 bzw. 40 mit Gleichstellung) muss Dir der Arbeitgeber Vorteile gewähren. Diese Vorteile sind beispielsweise 5 Tage mehr Urlaub und keine Verpflichtung zu Überstunden.

Mit den Vorteilen, die Du mit einem GdB von 30 oder 40 hast, hat Dein Arbeitgeber nicht direkt etwas zu tun.

Zu den jeweiligen Vorteilen schaust Du auch hier:  http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/themenportale/schwerbehinderung/gdb-nacht...

Kommentar von Familiengerd ,

Diese Vorteile sind beispielsweise 5 Tage mehr Urlaub

Gleichgestellte Behinderte haben keinen Anspruch auf den gesetzlichen Zusatzurlaub nach SGB IX § 125 "Zusatzurlaub" aufgrund der Bestimmung des § 68 "Geltungsbereich" Abs. 3:

Auf gleichgestellte behinderte Menschen werden die besonderen Regelungen für schwerbehinderte Menschen mit Ausnahme des § 125 und des Kapitels 13 angewendet.

Antwort
von beangato, 244

Das ist Deine Entscheidung.

Bei einem GdB von 30 bekommt man einen Steuerfreibetrag. Du kannst Dich auch gleichstellen lassen.

http://www.schwbv.de/gleichstellung1.html

Du bekommst allerdings nicht mehr Urlaub.

Auswirkungen:

- besonderer Kündigungsschutz,

- besondere Einstellungs-/ Beschäftigungsanreize für Arbeitgeber durch
Lohnkostenzuschüsse sowie

  Berücksichtigung bei der Beschäftigungspflicht,

- Hilfen zur Arbeitsplatzausstattung,

- Betreuung durch spezielle Fachdienste.

jedoch nicht:

- Zusatzurlaub, unentgeltliche Beförderung und besondere Altersrente.

 

Antwort
von Reanne, 235

Wenn die Behinderung äußerlich nicht sichtbar ist, ist die Angabe freiwillig. Bei 30 % hast Du noch keinen Anspruch auf Mehrurlaub.

Kommentar von derhandkuss ,

Bisher einzig richtige Antwort!

Antwort
von eulig, 192

die Mitteilung über 30 kannst du dir eigentlich sparen, weil du dadurch keine Vorteile hast.

das bringt dir gegenüber dem Arbeitgeber erst was, wenn du eine Gleichstellung über das Arbeitsamt bewilligt bekommst.

Antwort
von Spassbremse1, 197

Ja unbedingt, da für dich jetzt Sonderregelungen gelten (Infos am besten bei der Gewerkschaft erfragen oder im Tarifvertrag nachlesen). In größeren Betrieben werden Menschen mit Behinderung sogar bevorzugt eingestellt, da man eine Quote voll bekommen muss.

Antwort
von Talwinter, 178

Wenn der bescheid erst heute kam und du bisher noch nicht bei einer Sozialberatung warst solltest du schnell einen Termin machen. Oft ist ein höherer GdB drin

Antwort
von Karaseck, 201

Du bist sogar dazu verpflichtet. Das steht auch irgendwo, weiß gerade nicht, wo genau. Eventuell im Schwerbehindertengesetz.

Kommentar von Karaseck ,

Ich muß mich korrigieren, eine Mitteilungspflicht besteht nicht.

Hier eine kurze Zusammenfassung: http://www.anwaelte-arbeitsrecht-berlin.de/Schwerbehinderte-sollten-ihren-Arbeit...

Antwort
von Samika68, 192

Ja - unbedingt!

Es stehen Dir jetzt u. a. mehr Urlaubstage zu und auch für den Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, wegen der Beschäftigungsquote!

Kommentar von derhandkuss ,

Diese Antwort ist Unsinn!

5 Tage zusätzlichen Urlaub stehen erst bei einem GdB von 50 oder bei einem GdB von 30 (40) mit Gleichstellung zu!

Bei einem "normalen" GdB von 30 steht kein zusätzlicher Urlaub zu!

Kommentar von beangato ,

bei einem GdB von 30 (40) mit Gleichstellung zu!

Nein.

Kommentar von Familiengerd ,

@ derhandkuss:

Gleichgestellte Behinderte haben keinen Anspruch auf den gesetzlichen Zusatzurlaub nach SGB IX § 125 "Zusatzurlaub" aufgrund der Bestimmung des § 68 "Geltungsbereich" Abs. 3:

Auf gleichgestellte behinderte Menschen werden die besonderen Regelungen für schwerbehinderte Menschen mit Ausnahme des § 125 und des Kapitels 13 angewendet.

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